Wenn Kälber spielen, stimmt der Tränkeplan

Kälber zeigen ihr Wohlbefinden unter anderem indem sie spielen und miteinander herumtollen. Welches maximale Tränkeanrecht ist dafür zu empfehlen und wie funktioniert das Absetzen?

Unsere Autoren

Prof. Dr. Anke Schuldt, Dr. Regina Dinse, Hochschule Neubrandenburg, Mecklenburg-Vorpommern

Junge Kälber sind vor der achten Lebenswoche nicht in der Lage, ausreichend Festfutter aufzunehmen und müssen ihren Bedarf zur Entwicklung zwangsläufig über die Tränke decken. Wird ihnen zu wenig Milch zur Verfügung gestellt, führt das zu Mangelernährung und Stress. Wissenschaftlerinnen der Hochschule Neubrandenburg haben daher einen Tränke- und Beifutterplan mit Fokus auf hohe Tränkemilchmengen erarbeitet (siehe top agrar 10/2019, Seite R22/23, „Mehr Tierwohl durch mehr Milch“). Neue Untersuchungen in einem Milchviehbetrieb in Mecklenburg-Vorpommern zeigen nun:

  • was Kälber maximal bis zum 49. Lebenstag (LT) aufnehmen und6

  • wie Landwirte optimal abtränken können.7

Selten mehr als 16 Liter

Dazu haben die Wissenschaftlerinnen Daten von Tränkeautomaten ausgewertet. Die Holstein-Kälber erhielten über drei Durchgänge ein Tränkeanrecht von täglich 16 l Milchaustauschertränke (MAT) bis zum 49. LT. Das hohe Anrecht sollte zeigen, welche maximale Tränkemenge die fittesten Kälber aufnehmen bzw. wie hoch das Anrecht sein muss, um alle Kälber ausreichend zu versorgen.

Ergebnis: Das maximale Angebot von 16,4 l MAT (0,4 l aus dem Tagesüberhang) nahmen die Kälber nur an 0,5% der Tränketage ab. Kein Kalb trank im Schnitt von der dritten bis zur siebten Lebenswoche mehr als 13,9 l MAT pro Tag.

Die...