„Wir brauchen eine Branchenorganisation!“ Plus

Bayern MeG-Geschäftsführer Markus Seemüller will die Milcherzeuger stärken: Moderne Lieferbeziehungen, schlagkräftige Branchenorganisation und bessere Kommunikation.

Herr Seemüller, in zehn Jahren ist die Bayern MeG auf 3,5 Mrd. kg Milch von 12000 Erzeugern gewachsen. Sie saugen aber zunehmend Milch außerhalb Bayerns auf. Warum?

Seemüller

Es macht keinen Sinn, an Bayerns Landesgrenzen haltzumachen – die Molkereien machen es ja auch nicht. Zum Beispiel sind frischli, Ehrmann und Champion sowohl in Bayern als auch in anderen Bundes-ländern unterwegs. Deshalb ist es nur richtig, diese Milcherzeugergemeinschaften auch in die Bayern MeG aufzunehmen. Inzwischen sind wir in neun Bundesländern und bündeln außerhalb Bayerns 500 Mio. kg Milch.

Deshalb die neue Zweigstelle in Sachsen?

Seemüller

Genau. Unsere Mitglieder in Baden-Württemberg betreuen wir von Bayern. Die anderen Strecken sind zu weit. Deshalb haben wir in der Nähe von Freiberg in Sachsen eine Zweigstelle eröffnet. Es ist die Anlaufstelle für unsere Mitglieder in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Die Zweigstelle leitet Urte Rötz, die früher bei der Nord MeG war.

Von der Eifel bis nach Sachsen ist es auch weit. Könnte eine West MeG entstehen – ähnlich wie die Nord MeG?

Seemüller

Das wird sich zeigen. Bisher haben wir nur einzelne MEG aus dem Westen als Mitglied, sodass die Betreuung klappt. Die Nord MeG deckt das Gebiet Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen ab.

... und kommt nicht voran (Seite R12). Könnte sie in der Bayern MeG aufgehen?

Seemüller

Es gibt einen Kooperationsvertrag zwischen den beiden Dachorganisationen. Was das Kartellamt erlaubt, tauschen wir aus. Mehr steht aktuell nicht zur Diskussion.

Zurück nach Bayern: Wie stark bremst die neue Milchplattform in Nordbayern die Entwicklung der Bayern MeG?

Seemüller

Das hatten wir zunächst befürchtet, hat sich aber nicht bestätigt. Die neue Milchplattform darf nur Preise austauschen, aber nicht vermarkten. Deshalb ist sie keine Konkurrenz für uns. Im Gegenteil: Wir stehen im konstruktiven Dialog und arbeiten zusammen, wo es erlaubt ist. Die MEG Amberg-Sulzbach ist in beiden Organisationen Mitglied, auch das geht.

Wie ist Ihr Verhältnis zum Bayerischen Bauernverband, der die Gründung unterstützt hat?

Seemüller

Wir haben...


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