„Wir stellen uns den unbequemen Fragen“ Premium

„Dialog Milch“ macht Öffentlichkeitsarbeit für die Milchwirtschaft – mit ganz neuen Formaten. Bringt das etwas? Lässt sich das ausbauen?

Dialog Milch gibt es seit knapp drei Jahren. Wie fällt das bisherige Fazit aus?

Dr. Schmidt: Gut, dass wir es gemacht haben. Und es gibt noch viel Potenzial für die Zukunft.

Kindler: Genau. Ergänzen möchte ich noch, dass das Projekt auch ein guter Ansatz für andere Organisationen ist.

Was haben Sie mit Dialog Milch bisher bewegt?

Dr. Schmidt: Jede Menge. Vielleicht grundsätzlich vorweg: Unser Ziel ist Kommunikation mit allen, die mit der Milchwirtschaft zu tun haben. Deshalb der Name „Dialog Milch“. Dabei ist uns wichtig, dass wir uns auch den unbequemen Fragen stellen und uns nicht wegducken. Zum Beispiel haben wir eine Internetseite geschaffen. Hier können sich Interessierte über die moderne Milchproduktion informieren – und finden auch Antworten auf kritische Fragen wie „Warum wird das Kalb von der Mutter getrennt“. Zudem gibt es unsere „Bauern als Botschafter“-Aktionen, bei denen Milcherzeuger auf Marktplätzen oder in Bussen das Gespräch mit Verbrauchern suchen. Oder unsere Treffen mit Journalisten, in denen wir strittige Themen gemeinsam mit Milcherzeugern diskutieren.

Kindler: Große Bedeutung für unsere Kommunikation haben die Sozialen Medien. Leider nutzen immer weniger Verbraucher die offenen Hoftage, selbst wenn diese vor der Tür sind. Lieber verbringen sie ihre Zeit im Internet. Deshalb müssen wir sie dort abholen. Und deshalb sind wir auch sehr stark auf Facebook und YouTube unterwegs. Zudem gehen wir gezielte Kooperationen mit Bloggern ein, um mit unseren Themen die Verbraucher zu erreichen.

Welche Aktionen kommen besonders gut an?

Kindler: Auf der Videoplattform „My KuhTube“, auf der Milcherzeuger mit Videos über ihren Alltag berichten, gibt es schon über 500 Filme. Diese wurden bereits mehr als 2 Mio. Mal abgespielt. Weil die bewegten Bilder derzeit so beliebt sind, haben wir jetzt auch Erklärvideos zu den Themen „Warum exportiert Deutschland Milch“ und „Wie entsteht der Milchpreis“ produziert. Hier versprechen wir uns eine große Reichweite – und somit viel Verbraucheraufklärung.

Können Sie schon Erfolge messen?

Dr. Schmidt: In Zahlen und Fakten ist das nur schwer zu greifen. Allerdings spüren wir, dass wir etwas erreichen. Wir bekommen Rückmeldungen von Verbrauchern, die...

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Artikel geschrieben von

Patrick Liste

Redakteur Rinderhaltung

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