Zwei Kuhfamilien für gesunde Euter

Kuhfamilien, die sich über Jahre im Bestand durchsetzen, Liegeboxen- und Melkhygiene sind Basis für gute Eutergesundheit auf Hof Schröder.

Selma, Stella, Sandra, Tilli, Trompete, Turbine... Betrachtet man die Liste der Milchkühe von Monika und Hartmut Schröder aus Marsberg (Nordrhein-Westfalen), fällt sofort auf: Fast alle Namen beginnen mit „S“ oder „T“. So stammen die durchsetzungsstarken Kühe in der Herde überwiegend aus zwei Kuhfamilien, die offenbar bestens zu Familie Schröder passen. In den vergangenen 30 Jahren hat der Betrieb kein Tier zugekauft. „Kuhfamilien, die häufiger Probleme mit der Eutergesundheit hatten, haben wir konsequent gemerzt“, erklärt Schröder. Mit dieser Strategie liegt die Zellzahl der Herde seit zehn Jahren im Schnitt unter 100000 und stieg nie über 150000 Zellen/ml Milch.

Schröder achtet grundsätzlich darauf, für die Besamung nur Bullen mit einer positiven Vererbung für Eutergesundheit, einem guten Milchfluss und einer überdurchschnittlichen Zitzenlänge einzusetzen. Bei züchterisch uninteressanten Kühen setzt der Milcherzeuger Weißblaue Belgier als Besamungsbullen ein. „Das ist die beste Prophylaxe gegen hohe Zellzahlen“, ist er überzeugt.

Haltung: Neubau für mehr Hygiene

Die Zucht ist jedoch nur ein Baustein, um eine gute Eutergesundheit zu erreichen. BHV1-Fälle in der Herde und zugleich viele Euterentzündungen waren für Familie Schröder vor 20 Jahren der Auslöser, auch etwas an der Haltung ihrer Kühe zu ändern: „Über Weihnachten hatten wir 26 Euterentzündungen. Der bestehende Kuhstall war eng, das Stallklima schlecht.“ Die Familie entschied, einen Laufstall für 120 Kühe anzubauen. Auf der anderen Seite des Futtertisches platzierten sie außerdem zwei Strohabteile als Abkalbeboxen sowie eine Liegeboxenreihe für tragendende Rinder und trockenstehende Kühe.

Die Hochboxen mit Gummiauflage reinigt der Landwirt zweimal täglich und streut gehäckseltes Gerstenstroh nach, das im Kopfraum der...