Zwischen Bergen und Mandelbäumen Plus

Gesellschaftskritik und steigende Umweltauflagen: Auch die Milchbranche in Kalifornien (USA) stößt an Grenzen. top agrar sprach mit Milcherzeugern und Molkereien.

Eine großzügige Auffahrt, die amerikanische Flagge vor dem Melkgebäude, die Größe der Farm lässt sich auf den ersten Blick nur schwer erahnen – diese Beschreibung trifft wohl auf viele Farmen im Milchstaat Kalifornien zu. Ein kalifornischer Milchviehbetrieb hält im Schnitt 1300 Kühe. Kalifornien produziert 18% der Milchmenge der USA.

Doch ein steigender Mindestlohn, Umweltauflagen und die Kritik der Gesellschaft sorgen für Frust bei den kalifornischen Milchviehhaltern. Hinzu kommt ein Milchpreis, der mit aktuell 26 Cent/kg bereits im fünften Jahr unter dem Schnitt der letzten zehn Jahre mit 29 Cent/kg liegt (auf Basis von 3,5% Fett, 3,2% Protein). Noch steigt die Zahl der Milchkühe pro Betrieb weiter in großen Sprüngen. Doch die abnehmende Zahl der Betriebe zeigt, dass das Wachstum in Kalifornien an seine Grenzen stößt. Zwischen 1997 und 2017 sank die Zahl der Milchviehbetriebe von 2400 auf 1300.

Wie Milchviehhalter mit den Herausforderungen umgehen, zeigt ein Gespräch auf dem Betrieb von Cornell Kasbergen (62) und seinem Sohn Case (38).

Jerseys als Strategie

Die Landwirte bewirtschaften einen Milchviehbetrieb mit 4000 Kühen plus weiblicher Nachzucht. „1940 ist meine Familie aus Holland ausgewandert, zuerst nach Südkalifornien. Inzwischen leben wir seit 30 Jahren in Tulare“, erklärt Cornell Kasbergen. Der Bezirk Tulare produziert rund 30% der Milch in Kalifornien.

Um einen besseren Milchpreis zu erzielen setzt die Familie auf Jerseykühe. Seit 2011 stieg der Anteil der Jerseys in der Herde auf drei Viertel. Die gu-ten Milchinhaltsstoffe sind einer der Gründe für den Strategiewechsel von Holstein zu Jersey. „Fett wird einfach besser bezahlt“, so Kasbergen. Außerdem sei die Futterverwertung der kleinen Jerseys besser. Die Holsteins fressen in der Laktation im Schnitt 26,3 kg Trockenmasse pro Tag, während die Jerseys 20,4 kg fressen. Für die Holsteins ergibt sich daraus eine Futtereffizienz von 1,46 und für die Jerseykühe von 1,33. Umgerechnet auf ein kg Fett frisst die Holsteinkuh aber 18 kg und Jerseykuh 16,7 kg Trockenmasse.

Deshalb sind auch die Rationen für die hochleistenden Gruppen der beiden Rassen unterschiedlich. Nur die Frischkalber bis zum 30. Laktationstag und die altmelkenden Kühe erhalten die gleiche Ration, unabhängig von der Rasse. Kasbergen lässt das Grundfutter wöchentlich analysieren und die Futterrationen von einem Berater berechnen. Mais für die Silage...

Jetzt anmelden und sofort weiterlesen. Plus

Melden Sie sich an oder erstellen Sie ein kostenloses Konto und erhalten Sie Zugriff auf diesen und alle weiteren relevanten Beiträge sowie auf unsere exklusiven Newsletter. Testen Sie jetzt, ganz unverbindlich.


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Auf Kommentar antworten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen