Milchmarkt

Arla investiert in Nigeria

Arla will 2022 in Nigeria einen Milchviehbetrieb mit 400 Kühen und 200 ha Fläche eröffnen. Wir haben mit dem Leiter des Arla-Nigeria Geschäfts Peder Pedersen gesprochen.

Peder Pedersen leitet das Nigeria-Geschäft von Arla vor Ort. Er hat einen Überblick über die Pläne und Visionen gegeben.

Arla plant eine Farm in Nigeria. Was genau steckt dahinter?

Pedersen: Wir wollen in Kaduna State in Nigeria einen Milchviehbetrieb für bis zu 400 Kühe nach neuesten Standards errichten. Die Flächenausstattung soll bei 200 ha liegen. Der Plan ist, heimische Gräser und Mais anzubauen, damit sich der ­Betrieb zu 100 % mit eigenem Futter versorgen kann.

Wie kam es zu der Entscheidung einen Milchviehbetrieb in Nigeria zu bauen?

Pedersen: Wir haben eine öffentlich-private Partnerschaft mit der Region „Kaduna State“. Gemeinsam wollen wir die Entwicklung des hiesigen Milchsektors voranbringen. Nigeria ist ein wachsendes Land mit der größten Volkswirtschaft in Afrika.

Wir sehen hier Potenzial. Deshalb bewegen wir uns schon seit 25 Jahren auf dem nigerianischen Milchmarkt. Zunächst vorwiegend als Importeur für europäische Molkereiprodukte. Vor zwei Jahren bekamen wir das Angebot, das Management einer bereits bestehenden Molkerei in Kaduna State zu übernehmen.

Wir wollen auch die heimische Milchwirtschaft und die Lebensmittelproduktion auf lokaler Ebene unterstützen. Wir haben die Molkerei ­geleast und sammeln und verarbeiten schon jetzt die Milch von rund 600 einheimischen Kleinbetrieben.

Wird Arla auf der Farm mit ­einheimischen Mitarbeitern und ­Landwirten arbeiten?

Pedersen: Ja. Auf dem Milchviehbetrieb wollen wir 20 bis 25 Mitarbeiter aus der Region beschäftigen. Mein Kollege Snorri Sigurdsson hat das Management des Gesamtbetriebs inne und führt die Trainings der Landwirte durch. Wir möchten bis zu 600 lokale Bauern in der Region trainieren und unterstützen. Das ist Teil unserer ­Kooperation mit dem Bundesstaat ­Kaduna.

Wie ist die nigerianische Landwirtschaft zurzeit strukturiert?

Pedersen: Die hiesige Landwirtschaft lässt sich kaum beschreiben, weil sie sehr unterschiedlich ist. Es gibt sehr viele kleine Landwirte mit zwei bis fünf Kühen, die zwei bis drei Liter Milch am Tag geben. Viele der Bauern ziehen umher und lassen sich nicht nieder. Sie nutzen die Milch für den Eigenbedarf oder verkaufen sie weiter.

Mit der Molkerei geben wir ihnen die Möglichkeit, den Rohstoff zu verkaufen und dafür einen fairen Milchpreis zu erhalten. Außerdem wollen wir Anreize schaffen, in der Region heimisch zu werden. Mit der Arla-Farm möchten wir die hier vor Ort erzeugte Milchmenge steigern, um ein größeres regionales Angebot an Lebensmitteln zu schaffen.

Der nigerianische Milchsektor gibt derzeit so wenig her, dass weniger als 10 % der Nachfrage des Landes von den einheimischen Erzeugern gedeckt werden kann. Ein weiteres Ziel ist, den Nigerianern landwirtschaftliche Fortbildungen anzubieten.

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