Klimaschutz

Arla-Klimacheck zeigt Potenzial zur Emissionminderung

Die europäische Molkereigenossenschaft Arla hat die Daten ihres europaweiten Klimachecks ausgewertet. Diese zeigen die fünf wesentlichen Faktoren zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen.

Insgesamt 7.986 Betriebe aus sieben europäischen Ländern, 1.267 davon aus Deutschland, haben den Klimacheck von Arla zur Berechnung des individuellen CO2e-Fußabdrucks im vergangenen Jahr durchgeführt. Die Auswertung der Daten zeigt, welche Hebel zukünftig am besten zur Reduktion der Treibhausgasemissionen in der Milchviehhaltung getätigt werden können. Das teilt die Molkereigenossenschaft mit.

1,15 CO2-Äquivalente (CO2e) pro kg Milch

Die Milchviehhalter aus Großbritannien, Schweden, Dänemark, Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Luxemburg produzieren aktuell im Schnitt pro kg abgelieferte Rohmilch 1,15 kg CO2e. Ohne die Bewirtschaftung von anmoorigen Böden läge der Wert bei 1,06 kg CO2e.

Anhand der Daten lassen sich laut Arla fünf allgemeingültige Punkte identifizieren, mit deren Hilfe sich der CO2e-Fußabdruck bei der Milchproduktion verringern lässt:

  • Eine bessere Futtereffizienz zur Verbesserung der Milchleistung.
  • Eine gezielte Fütterung, um einen Proteinüberschuss in den Futterrationen zu vermeiden.
  • Ein gesundes und langes Leben für die Kuh zur Verbesserung der Milchleistung.
  • Ein präziser Düngemitteleinsatz zur Reduzierung des Stickstoffüberschusses aus der Futtermittelproduktion.
  • Eine verbesserte Flächennutzung, um höhere Ernteerträge zu erzielen

Diese fünf Bereiche sollen den Großteil der Unterschiede beim CO2e-Fußabdruck der einzelnen Betriebe erklären. Die Faktoren gelten für alle Betriebe unabhängig von Größe, geografischer Lage, Rasse oder landschaftlichen Gegebenheiten. „Die Daten zeigen, dass alle landwirtschaftlichen Betriebsformen greifbare Ergebnisse erzielen können, wenn die Präzisionslandwirtschaft in diesen fünf Bereichen erhöht wird“, sagt Manfred Graff, Mitglied im Aufsichtsrat von Arla Foods und Milchbauer aus der Nordeifel.

Im laufenden Jahrzehnt will Arla die Geschwindigkeit der Reduktion erhören, um das Reduktionsziel von minus 30 % CO2e pro Kilogramm Milch bis 2030 (2015 als Basisjahr) zu schaffen. Bis 2050 sollen dann die Netto-Null-Emissionen bei den Treibhausgasen erreicht sein.

Die Methode

Die teilnehmenden Landwirte haben Daten aus ihren Betrieben zu 203 Fragen ausgewertet, um ihren CO2e-Fußabdruck für die Milchproduktion zu ermitteln. Diese umfassen die Anzahl der Tiere, die Futterzusammensetzung, die Kulturpflanzenproduktion, den Einsatz von Düngemitteln, den Umgang mit Gülle sowie die Nutzung von Strom, Kraftstoff und erneuerbaren Energien.

Landwirt auf Futtertisch

Die teilnehmenden Landwirte sollen die Daten selbständig einreichen. (Bildquelle: Arla)

Die Klimachecks basieren auf den Standards der ISO-Norm für Ökobilanzen und folgen den Richtlinien der International Dairy Federation (IDF) zur Methodik der Berechnung des CO2e-Fußabdrucks. Die Emissionen von Tieren, Dung und Böden werden basierend auf den Vorgaben des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) ausgewertet. Die Arla Berechnungsmethode unterscheidet sich vom deutschen, nationalen Berechnungsstandard für einzelbetriebliche Klimabilanzen (BEK), der in Deutschland vom Bundeslandwirtschaftsministerium und in Teilen auch von anderen Molkereien genutzt wird. Daher sind die Werte des Arla Klimachecks nicht direkt mit Werten aus den BEK-Berechnungen vergleichbar.

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