Mengenbegrenzung

BDM: Aufbau großer Lagerbestände vermeiden

Während sich Bundesagrarministerin Klöckner für die Eröffnung der privaten Lagerhaltung einsetzt, plädiert der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) dafür, diese möglichst stark zu begrenzen.

Bundesagrarministerin Julia Klöckner hat sich bei der EU-Kommission für die Eröffnung der Privaten Lagerhaltung für Milchprodukte ausgesprochen. Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) sieht in diesem Vorgang einen Einstieg in den erneuten Aufbau von Lagerbeständen, die den Milchmarkt über Jahre belasten und eine Markterholung massiv behindern, so der Verband in einer Mitteilung.

Der BDM habe die Agrarministerinnen und -minister in Deutschland ebenso wie EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski schon vor drei Wochen gebeten, eine zeitlich befristete und für alle verbindliche Begrenzung der Milchanlieferung als weiteres Kriseninstrument zu ermöglichen. Die Verbände der Molkereiwirtschaft und die ihnen nahestehenden Organisationen verwiesen darauf, dass das rechtlich nicht möglich sei. „Gerade weil wir wissen, dass es eine rechtliche Grundlage dafür braucht, fordern wir ja von den politischen Entscheidungsträgern, dies in einem Eilverfahren endlich zu ermöglichen“, so Stefan Mann.

Volkswirtschaftlich gesehen ist es doch mehr als dumm, Produkte zu erzeugen, für die keine Nachfrage besteht. - Stefan Mann

Das verschwende wertvolle Ressourcen, um die nicht benötigten Produkte dann bezuschusst mit Steuergeldern einzulagern. Auch darauf zu bauen, dass nach einem Abebben der Corona-Pandemie die Nachfrage schnell wieder deutlich anzieht, sei mehr als blauäugig. Marktexperten wie die Rabobank prognostizierten eine globale Rezession, die die Milchpreise bis weit ins Jahr 2021 unter Druck setzen werde. Wer sich für eine staatlich geförderte Lagerhaltung, sei es die Private Lagerhaltung oder die Intervention, als einzige Maßnahme in der Marktkrise ausspricht, vertrete allenfalls die Interessen der Spekulanten und der Betreiber von Lagerhallen, nicht aber die Interessen der Bäuerinnen und Bauern.

Sektorstrategie löst Problem nicht

Keine Hoffnung sollte man sich nach Ansicht des BDM auch machen, dass die von den Molkereiverbänden und dem Bauernverband im Januar vorgestellte Sektorstrategie 2030 einen entscheidenden Beitrag zur Lösung der Marktkrise liefere. Keine der vorgestellten Maßnahmen könne eine schwere Marktkrise verhindern oder managen.



Diskussionen zum Artikel

von Josef Doll

Der Ausweg

Die Milchwerke deren Markt weggebrochen ist kann nur noch 60 % der Milch vom Bauer abnehmen . Wer trägt jetzt die Kosten ? Der jeweilige Bauer der an das betroffene Milchwerk liefert ? Oder es werden den Betrieben denen nur noch bis 60 % abgenommen werden der Milchpreis ersetzt. Soll ... mehr anzeigen

von Matthias Zahn

Lieferverzicht gegen Entschädigung

Dann wäre ein freiwilliger Lieferverzicht gegen Entschädigung die Lösung dieses Problemes. Die Bauern deren Liefermenge von der Molkerei beschnitten wird bekommen einen Ausgleich. Und gleichzeitig vermeiden wir große Lagerbestände. Eine win-win Situation.....

von Martin Siekerkotte

Das alte Spiel

Lebensmittel sollen billig sein und gerade das wird erreicht wenn eingelagert wird .Wie im alten Rom Brot und Spiele Dan lieber Garnichts machen

von Franz Josef Aussel

Einlagerung keine Lösung

Die einzig sinnvolle Maßnahme ist ein zurückzuführen der Produktion.10 % kann jeder schaffen durch früheres Trockenstellen und vorgezogene Schlachten von Kühen! Die Molkereien einigen sich darauf, 90 % der Anlieferung des Vorjahres zu bezahlen und der Milchpreis würde sogar steigen .

von Gerd Uken

Paragraph 129

Regelt da schon so einiges: Die Beihilfe für Magermilch und Magermilchpulver, die in der Union hergestellt wurden und zur Verwendung als Futtermittel sowie zur Verarbeitung zu Kasein und Kasei­ nat bestimmt sind, hat sich als nicht wirksam für die Marktstützung erwiesen und sollte ... mehr anzeigen

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