Handelsabkommen

BDM: "Mercosur-Abkommen nicht unterzeichnen!"

Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) betont, dass das EU-Mercosur-Abkommen den Wettbewerbsdruck für deutsche Landwirte weiter verstärkt.

Das EU-Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten ist ein weiteres Handelsabkommen, bei dem Agrarprodukte zur Verhandlungsmasse um Industriegüter genutzt werden, so der BDM. Das Abkommen dürfe daher nicht unterzeichnet werden.

„Wenn weiterhin die Landwirtschaft als sensibler und klimarelevanter Bereich auf dem Altar der Profitinteressen von Industriegütern im großen Stil geopfert wird, erscheinen die von Politik und Gesellschaft geforderten kleinteiligeren Klimaschutz-Maßnahmen im Sinne einer globalen Klimastrategie fast sinnlos“, kritisiert der BDM-Vorsitzende Stefan Mann.

In den Mercosur-Staaten würde die Agrarwirtschaft mit geringeren ökologischen und sozialen Standards produzieren. Das widerspreche europäischen Umweltstrategien wie beispielsweise einer gentechnikfreien Produktion und einem geringeren Pflanzenschutzmitteleinsatz.

„Wieder einmal werden damit auf großer Linie Rahmenbedingungen gesetzt, die den ohnehin hohen Wettbewerbsdruck für die hiesigen Landwirte deutlich verschärfen und damit die Leistungsfähigkeit für notwendige Umwelt-, Klima- und Tierwohlziele schwächen“, erklärt Mann. Die von EU-Kommissar Phil Hogan in Aussicht gestellten europäischen Hilfsgelder würden dem Image der Landwirte schaden und mögliche Wettbewerbsverzerrungen nicht verhindern.

Die Redaktion empfiehlt

Entgegengesetzte Reaktionen auf das Handelsabkommen mit Südamerika Mercosur: Während das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) die Übereinkunft begrüßt, lehnt Frankreich sie ab.

EU und Mercosur nach 20 Jahren handelseinig: Die Ratifizierung in allen 28 EU-Staaten und EU-Parlament wird sich bis Ende 2020 hinziehen. Der Ausgang ist mehr als ungewiss

Deutscher Bauernverband und Bauernbund Brandenburg rufen die Europaabgeordneten auf, das Mercosur-Abkommen abzulehnen.