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BDM ruft zum Protest vor Molkereien auf

Unter dem Motto: "Schluss mit Mauern" ruft der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) morgen Milchbauern zu einer Protestaktion vor zwei Molkereikonzernen auf.

Gegen die "vor sich hin dümpelnden" und "stabil niedrigen" Milchpreise will der BDM morgen um 11 Uhr vor den Molkereizentralen von Hochland in Heimenkirch und vom Deutschen Milchkontor in Zeven demonstrieren. Als Symbol für die Haltung der Molkereien soll jeweils vor Ort eine Mauer hochgezogen werden.

Eine massive Kostenunterdeckung und aktuell weitere starke Steigerungen der Produktionskosten würden die Situation der Milchviehbetriebe existenziell untragbar machen, schreibt der Verband in einer Pressemitteilung. Die Marktentwicklung würde die Durchsetzung deutlich höherer Preise ermöglichen. Für die Milchviehhalter sei die Situation unhaltbar, denn schon ohne die aktuellen Steigerungen der Produktionskosten könnten die Vollkosten der Milcherzeugung nicht annähernd gedeckt werden. Zitat: "Eine Unterdeckung von 30 Prozent und mehr halten die Betriebe auf Dauer nicht aus!"

Bereits im Herbst 2020 seien die Bäuerinnen und Bauern unter dem Motto „Schluss mit lustig“ vor alle Molkereien und andere Verarbeiter in Deutschland gezogen, um diesen starken Rückenwind für die Durchsetzung höherer Erzeugerpreise in den Kontraktabschlüssen mit dem LEH zu geben. Gefordert habe man damals nicht nur die Durchsetzung höherer Preise, sondern auch die Unterstützung von Instrumenten und Maßnahmen zur Verbesserung der Marktstellung der Erzeuger.

Nichts davon würden die Molkereien bisher umsetzen wollen, schreibt der Verband in seiner Pressemitteilung weiter. "Auch in den weiteren Gesprächen mauern sie auf breiter Front gegen jeden Vorschlag, die die Situation der Milchviehbetriebe elementar verbessern könnte."

Alle Molkereien sind gemeint

Die beiden Molkereien, vor denen morgen protestiert werden soll, habe man exemplarisch für alle Molkereien in Deutschland für die Aktion ausgewählt.

"Nicht, weil speziell deren Milchpreise zu niedrig sind, sondern weil sie mit ihrer Marktbedeutung und Größe die nötige Durchsetzungskraft und Leuchtturmfunktion hätten, um entscheidende systemische Veränderungen für die Milchviehbetriebe anzuschieben. Stattdessen wird gemauert – massiv!" heißt es wörtlich in dem Presseschreiben.

Wenn das Preisniveau insgesamt viel zu niedrig sei, helfe es den Milchviehhaltern nicht, wenn einzelne Molkereien 1-2 Cent mehr als die Nachbarmolkerei zahlten. Auch Mehrwertprogramme, die wieder mit Kosten verbunden seien, seien kein Lösungsansatz, der den Milchbetrieben eine wirtschaftlich tragfähige Zukunft ermögliche.

Gerade weil auch die Molkereien untereinander in Wettbewerb stünden, brauche es politische Veränderungen, die die nötigen gleichen Rahmenbedingungen schafften und die Position der Milchviehhalter insgesamt stärken würden. "Aber auch dagegen mauern die Molkereien massiv!" kritisiert der Verband massiv.

"Die Milchviehhalterinnen und Milchviehhalter fordern mit ihrer Aktion die Molkereien in Deutschland auf, dieses Mauern der kompletten Verarbeitungsbranche einzustellen und den Milchviehhalterinnen und Milchviehhaltern eine bessere Marktposition und damit bessere Marktpreise zu ermöglichen."

Für die Politik soll die Aktion laut BDM ein Fingerzeig dafür sein, welcher Teil der Branche wirklich jede Verbesserung der Situation der Milchviehbetriebe blockiert. Die Probleme könnten daher nicht branchenintern gelöst werden.