Milchmarkt

BDM zur Sektorstrategie: Konsens wird schwierig

Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) kritisiert einige Punkte bei Sektorstrategie Milch, will in Arbeitsgruppen aber fachlich mitarbeiten.

Kaum hat die Sektorstrategie Milch einen Moderator gefunden und einen Fahrplan bis zum Jahresende aufgestellt (top agrar berichtete), scheint es bereits zum ersten Mal zu rumoren. Zumindest berichtet der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM), dass in den Arbeitsgruppen zwar Vertreter aller Verbände, die eine eigene Sektorstrategie vorgelegt hätten (BDM, DBV, DRV und MIV) vertreten seien,das Lenkungsgremium aber nur aus Vertretern von DBV, DRV und MIV bestehe.

„Unsere Mitarbeit ist tatsächlich eher auf Ebene eines fachlichen Beirats angelegt“, erklärt BDM-Vorsitzender Stefan Mann die Rolle, die dem BDM durch das Lenkungsgremium zugewiesen wurde. Alle relevanten Entscheidungen zur internen Organisation und Struktur der Erarbeitung einer Sektorstrategie, zu Regelungen für den weiteren Arbeitsprozess, zur Kommunikation bis hin zur Beschlussfassung und Präsentation des Ergebnisses würden vom Lenkungsgremium ohne Beteiligung des BDM beschlossen. In den Arbeitsgruppen soll die Vorarbeit für das Lenkungsgremium geleistet werden, das die wesentlichen Bestandteile der Sektorstrategie festlegen will, schreibt der BDM in einer Mitteilung.

„Das ist das Ergebnis erster Vorgespräche, bei denen sich bereits klar herauskristallisiert hat, dass die Sektorstrategie des BDM bereits in seiner Zielsetzung soweit von den Sektorstrategien der anderen beteiligten Verbände abweicht, dass es schwierig wird, einen gemeinsam getragenen Konsens zu finden“, erklärt BDM-Sprecher Hans Foldenauer. „Unsere Sektorstrategie verfolgt einen problemlösungsorientierten Ansatz, d.h. sie setzt konsequent da an, wo die Hauptprobleme des Sektors liegen, nämlich im Bereich der Milchviehhaltung. Hier sind die Probleme derart eklatant, dass der Schwerpunkt möglicher Lösungsansätze nach unserer Auffassung auch in diesem Bereich liegen muss.“

In seiner Strategie setzt der BDM nach eigenen Angaben daher bei den Defiziten an, die das Bundeskartellamt in seiner Sektoruntersuchung Milch festgestellt habe: ein Machtgefälle zu Lasten der Milcherzeuger und entsprechende Wettbewerbsdefizite. Eng damit verknüpft seien auch die Lösungsvorschläge des BDM für ein wirkungsvolles Marktkrisenmanagement und die Gestaltung der Lieferbeziehungen. Ergänzend dazu wurden Themen wie die Erarbeitung akzeptierter Standards, Absatzförderung, Digitalisierung, Nachhaltigkeitsthemen und soziale Standards, die für die Bäuerinnen und Bauern wichtig sind, bearbeitet.

„Wir Milchviehhalter brauchen echte Veränderungen im Sinne der Milchviehhalter, wenn wir zukunftsfähig wirtschaften und die Herausforderungen der Zukunft stemmen wollen. Wir haben völlig veränderte Märkte und gleichzeitig ein veraltetes Milchmarktsystem, das mit Klauen und Zähnen verteidigt wird. Ein kleinster gemeinsamer Nenner, der nur den Status Quo widerspiegelt, wird keine wegweisenden Schritte in eine Zukunft bis 2030 oder darüber hinaus einleiten“, erläutert BDM-Vorsitzender Stefan Mann. „Um ein wirklich ambitioniertes Ziel zu erreichen, müssten aber alle Marktbeteiligten über ihren Schatten springen und mehr als ihre Komfortzone verlassen. Eine offene Verständigung ist dafür der Anfang.“

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Artikel geschrieben von

Patrick Liste

Redakteur Rinderhaltung

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Diskussionen zum Artikel

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von Rainer Hoffmann

Alle Achtung

Für euren Einsatz vielen Dank,ihr opfert eure Zeit um bei Diskussionen/Beratungen dabei zu sein wo das Ergebnis schon vorher klar ist ,von denn fünf anderen Gruppen die ihre Zeit gut vergütet kriegen ist rein gar nix erwarten was die Milchbauern in eine bessere Position bei der Wertschöpfungskette bringt ,da diese Herren ganz gut mit aktuellen Situation klar kommen u so hohe Erzeuger Preise absolut nebensächlich bzw unerwünscht sind . Wie immer die Daumen runter Fraktion hat selber keine Argumente bzw will nichts ändern da se selber net melken u dem andern nur die Pest an den Hals wünschen, es wird nie besser u schlimmsten Fall fehlt auf einmal richtig Milch u dann jammern se rum wie bei den aktuellen Schweine Preisen, anstatt den Erzeuger auch was zu gönnen bzw kostendeckende Erzeugerpreise zu zu gestehen hat man beim DBV nur Sorge um die ach so armen weiter Verarbeiter die immer ihre Marge haben .

von Christian Kraus

In dieser Sektorstrategie-Runde spiegelt sich die Stellung der Milchbauern im Markt wieder. Wir müssen zwar alles ausbaden aber bestimmen wollen immer die anderen. Ursprünglich ist es darum gegangen die Marktstellung der Milchbauern zu verbessern aber je länger diskutiert wurde desto eher läuft es darauf hinaus das nur die Molkereien ihre Macht ausbauen wollen.

von Hans Nagl

Ergebnis muss heißen.

Ein Produktionsmenge die an den Verbrauch angepasst ist. Alles andere wird nicht funktionieren.

von Gerd Uken

War von vorne herein klar

Wer hat die Sektorstrategie ins Leben gerufen, die größte Genossenschaftsmolkerei aber auch erst nachdem man vom Bundeskartellamt aufgescheucht wurde. Das der BDM nicht im Lenkungsausschuss sitzt ist auch klar denn die haben ja ihr MMK schon fertig vorgestellt, die restlichen müssen sich ja erst noch abstimmen und da haben ja andere Interessen den Vorrang. Hoffen wir mal das die da doch noch was akzeptables bei rausbekommen sonst geht s so wie mit der BOM in der Schweiz , dort sind auch nicht mehr alle Molkereien vertreten!

von Albert Maier

Im Jahr 2030...

.... wird keine Sektorstrategie mehr notwendig sein, die klassischen Milchviehbetriebe familiärer Prägung werden verschwunden sein, die Milchproduktion wird vertikal in den großen Genossenschaften und Privatmolkereien integriert sein.

von Christian Kraus

In dieser Sektorstrategie-Runde spiegelt sich die Stellung der Milchbauern im Markt wieder. Wir müssen zwar alles ausbaden aber bestimmen wollen immer die anderen. Ursprünglich ist es darum gegangen die Marktstellung der Milchbauern zu verbessern aber je länger diskutiert wurde desto eher läuft es darauf hinaus das nur die Molkereien ihre Macht ausbauen wollen.

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