Bioland Bayern

Bio-Milchviehtage: Praxiswissen rund um die Kuh

Viele Landwirte aus Bayern informierten sich bei den Online-Milchviehtagen über neue Entwicklungen in der ökologischen Milchviehhaltung.

An drei Tagen Anfang Dezember kamen über 400 Teilnehmer online zusammen um sich über aktuelle Themen der Bio-Milchviehhaltung zu informieren. Neben Landwirten nahmen auch Fachschulklassen sowie Vertreter von Landwirtschaftsämtern und Landesanstalten an den Online-Veranstaltungen teil. Referenten aus Forschung und Praxis boten den Teilnehmern aktuelles Wissen für die Praxis und förderten damit den virtuellen Austausch.

Mit Melkroboter Kühe auf die Weide schicken

Der erste Bio-Milchvieh-Fachtag widmete sich der Verbindung von Weidegang und automatischen Melksystemen. Wie Weidegang mit Melkrobotern funktioniert, erklärte Uwe Eilers aus dem landwirtschaftlichen Zentrum Baden-Württemberg, Aulendorf. Er zeigte den Teilnehmern auf, dass Weidegang nicht zu einer geringeren Auslastung des Automatischem Melksystems führen muss. Es kann sich sogar positiv auf Funktion und Auslastung des Melkroboters auswirken, wenn die Kühe auf die Weide gehen.

Wie sie Weidegang mit Melkroboter auf ihrem Betrieb umsetzen, berichteten zwei Bioland- Landwirte. Konrad Stöger, langjähriger Bioland-Milcherzeuger aus dem Allgäu, erklärte, wie er die Ziele Weidegang, Futter und Milchleistung miteinander in Einklang bringt. Er legt Wert auf größtmögliche Futteraufnahme aus dem Weidegras. Deswegen nutzt er auch Flächen, die nicht direkt zum Stall zugänglich sind und nimmt eine etwas geringere Auslastung des Melkroboters in Kauf.

Rüdiger Brügmann von der Bioland-Milchkoordinationsstelle stellte die Entwicklung des Bio- Milchmarktes in Zeiten der Corona-Pandemie vor. So halte sich der Bio-Milchpreis auf stabilem Niveau. Die Nachfrage nach Bio-Milch steige weiterhin kontinuierlich und man kann davon ausgehen, dass sich diese Entwicklung weiter fortsetzt.

Kuhsignale erkennen und die Gesundheit fördern

Der zweite Bio-Milchvieh-Fachtag zeigte an vielen Beispielen, wie man den Stall und die Haltungsbedingungen stärker an die Bedürfnisse von Milchkühen ausrichten kann.

Christian Manser vom landwirtschaftlichen Zentrum St. Gallen erklärte, wie man Kuhsignale erkennen und die Haltung mehr auf die speziellen Bedürfnisse der Tiere einstellen kann. „Wenn die Kühe ihre Füße schüttelten, ist das zum Beispiel ein Signal dafür, dass sie nicht gut stehen, entweder weil der Untergrund zu hart oder zu rutschig ist oder sie schon zu lange stehen müssen. Entspannung bringen gute Liegeboxen mit den richtigen Maßen, in die sich die Kühe gerne legen“, so Manser.

Die entscheidenden Merkmale einer Liegebox mit hohem Liegekomfort erläuterte Uwe Eilers vom landwirtschaftlichen Zentrum Baden-Württemberg. Bauform, Größe, Länge, Höhe der verschiedenen Elemente wie die Bugschwelle bewirken, dass bestimmte Verletzungen vermieden und der Kuhkomfort erhöht werden kann.

Neue Wege in der Kälberaufzucht

Beim dritten Bio-Milchvieh-Fachtag standen ein gutes Stallklima durch Luft und Licht, die Kälberaufzucht und der Stallbau im Mittelpunkt. Christian Manser, der in ganz Europa als Berater zum Thema Kuhsignale unterwegs ist verdeutlichte mit vielen Bildern und Praxisbeispielen, wie positiv Licht und Luft auf die Kuh das ganze Jahr über auswirken.

Dr. Kerstin Barth vom Institut für Ökologischen Landbau in Trenthorst stellte Untersuchungsergebnisse zur kuhgebundenen Aufzucht der Kälber vor. Sie betonte, dass vor allem Bio-Betriebe Vorreiter bei der Entwicklung der Methode waren und das Thema immer mehr ins Interesse der Wertschöpfungskette Milch rücke. Zwei Stallbaufirmen zeigten in diesem Zusammenhang Neu- und Umbaulösungen für die kuhgebundene Kälberaufzucht und für mehr Tierwohl durch Licht und Luft.

Das Onlineformat will Bioland Bayern auch in Zukunft beibehalten und weiterentwickeln. Denn gerade in der jetzigen Zeit sei der Wunsch nach Austausch, Vernetzung und aktuellen Wissen seitens der Landwirte groß, so Landesvorsitzender Josef Wetzstein.

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