Blauzungenkrankheit breitet sich aus Premium

Fast täglich bestätigt das FLI neue Fälle der Blauzungenkrankheit in Deutschland. Was beutet das für Rinderhalter?

Im Dezember 2018 bestätigte das Nationale Referenzlabor des Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) den ersten Fall der Blauzungenkrankheit in Deutschland, neun Jahre nach der letzten Neuinfektion in Deutschland. Inzwischen kamen weitere 16 Fälle in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland hinzu. Die Restriktionszone mit einem Radius von 150 km betrifft Betriebe mit Wiederkäuern in ganz Baden-Württemberg, dem Saarland, Rheinland-Pfalz sowie Teilen von Hessen und Nordrhein-Westfalen.

Seuchenfall erwartet

„Den Ausbruch des Virus in Deutschland haben wir seit Jahren erwartet. In Frankreich und der Schweiz gibt es schon lange Krankheitsfälle nahe der Grenze“, sagt Prof. Martin Beer vom FLI. Das FLI rate Wiederkäuer haltenden Betrieben wegen der Gefahr der Viruseinschleppung durch Gnitzen zur Impfung. „Baden-Württemberg geht mit gutem Beispiel voran und bezuschusst die Impfung durch die Tierseuchenkasse“, so Prof. Beer. Trotzdem liege die Impfabdeckung dort bislang nur bei etwa 25 %. Um flächendeckende Ausbrüche zu vermeiden, seien 80 % nötig. „Ohne Impfpflicht erreichen wir keine vollständige Impfabdeckung. Diese wird aber vermutlich nicht kommen, denn bislang gab es auch in den Nachbarländern kaum klinische Fälle der Krankheit“, sagt Prof. Beer.

Handel in der EU…

Der Handel aus betroffenen Regionen heraus ist in Deutschland und der EU nur mit geimpften Tieren möglich. Laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gilt bis zum 28. Februar außerdem, dass Zucht- und Nutzrinder aus der Restriktionszone in die freien Gebiete Deutschlands verbracht werden können, wenn sie innerhalb von sieben Tagen vor dem Transport mit negativem Ergebnis in der PCR untersucht und seit der Probenahme mit einem Repellent gegen Gnitzen geschützt wurden. Nach dem 28. Februar werde abhängig von Wetterlage und Impfstoff-Verfügbarkeit neu über diese Regelung entschieden.

Auf Basis einer Tierhaltererklärung dürfen Landwirte bis zu 90 Tage alte Kälber aus dem Sperrgebiet innerhalb Deutschlands handeln. Darin bestätigen sie, ...

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Artikel geschrieben von

Katharina Lütke Holz

Redakteurin Rinderhaltung

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