Molkereien

BMI: "2021 Wachstum in allen Geschäftsbereichen"

In einer Pressemitteilung lobt die Bayerische Milchindustrie eG die Geschäftsentwicklung des Unternehmens. Den dramatischen Verlust an Rohmilch in Bayern ab 2023 erwähnt sie nicht.

Die Bayerische Milchindustrie (BMI) eG mit Sitz in Landshut verzeichnete für 2021 einen Umsatzanstieg um 9 % auf 725 Mio. € im Vergleich zu 2020. Der Absatz lag mit 333.000 t etwas über dem Vorjahresniveau. Zu Jahresbeginn 2021 spürte die BMI mit ihrem traditionell starken Fokus auf Fachgroßhandel und Gastronomie erneut Auswirkungen der Lockdowns im Rahmen der Corona-Maßnahmen, die sich in einem rückläufigen Absatz in diesem Segment niederschlugen. Das glich sich im Jahresverlauf und über alle Geschäftsbereiche aus: Insgesamt hat das Unternehmen den Absatz bei Käse, Frische und Ingredients gesteigert.

Die Marke Frankenland wurde mit einem Regionalprogramm für die Milcherzeugung und einem umfassenden Relaunch sowohl für den Lebensmitteleinzelhandel (LEH) als auch für den Großverbraucherbereich modernisiert und gestärkt. Gemäß des Gesamttrends wuchs auch bei der BMI der Käsebereich, der Umsatz stieg um knapp 14 % im Vergleich zum Vorjahr und besonders die Marke Paladin bleibt stark. Daran knüpft die BMI im laufenden Jahr an und launcht im Sommer 2022 einen Paladin High Protein Cheese für den LEH.

Verkauf der Frische an Lactalis

Im Rahmen der strategischen Ausrichtung wird sich die BMI in Zukunft auf die Bereiche Ingredients und Käse konzentrieren und hat im März 2022 den Geschäftsbereich Frische mit dem Werk Würzburg an Lactalis verkauft. Gemeinsam bereiten die BMI und Lactalis aktuell den reibungslosen Übergang vor und erwarten den Abschluss für den frühen Herbst.

Laut BMI entwickelte sich der Milchauszahlungspreis 2021 positiv und war ab April konkurrenzfähig zum durchschnittlichen nordbayerischen Milchpreisniveau. Im vierten Quartal 2021 sei er aufgrund der guten Entwicklung bei der Konkurrenz im Osten Deutschlands etwas unter Druck geraten. „Mit dem fest etablierten Leistungssteigerungsprogramm im Unternehmen, dessen Resultate im Laufe des Jahres 2021 deutlich spürbar wurden, und ihrer langfristig nachhaltigen, strategischen Ausrichtung arbeitet die BMI an einem weiter attraktiven Milchauszahlungspreis“, verspricht die BMI.

Sechs MEGs verlassen die BMI

Viele Milchlieferanten waren mit der Auszahlungsleistung der BMI offenbar jedoch nicht mehr zufrieden und haben gekündigt. So wechseln die beiden Liefergenossenschaften Milchhof Tirschenreuth eG und die Frankenmilch-Verwertung Langenfeld-Uffenheim eG ab Januar 2023 zur Molkerei Bechtel.

Zudem wechseln nach Informationen von top agrar im Zuge des Verkaufs der Milchwerke Mainfranken an Lactalis die Liefergenossenschaft Milchwerke Mainfranken eG, die Molkereigenossenschaft Rothenburg-Schillingsfürst, die Milchliefergenossenschaft Marktredwitz-Selb eG und die Milchversorgung Hof/Saale eG ebenfalls ab nächstem Jahr zu Lactalis. Für die BMI bedeutet das, dass mit der Aufgabe der Frische ein weitgehender Rückzug der Primärmilcherfassung in Bayern verbunden ist.

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