Interview

Branchenkommunikation ist sehr gut angelegtes Geld Plus

Die Sektorstrategie 2030 sieht eine Branchenkommunikation vor. Im Interview erklärt Karsten Schmal die Notwendigkeit. Man habe es in den letzten Jahren unterlassen, selbst über Milch zu sprechen.

Herr Schmal, Sie haben zu Jahresbeginn angekündigt,„wir werden aus der Branche heraus Geld einsammeln, um mit diesem Geld professionell Kommunikation zu betreiben“. Wie weit sind Sie mit dem Aufbau einer Branchenkommunikation Milch?

Schmal: Wir haben das Jahr genutzt, um Details zu Inhalten, Organisation und Finanzierung einer Branchenkommunikation zu vereinbaren. Die notwendigen Arbeiten und Abstimmungen haben wir in den letzten Monaten abschließen können. Angesichts des Corona-Geschehens war das eine gar nicht so einfache Übung.

Wer ist „wir“?

Schmal: Wir ist die deutsche Milchbranche, vertreten durch die Bundesverbände der Milchwirtschaft. Die haben sich bekanntlich in der Sektorstrategie 2030 auf einige handfeste Ziele verständigt. Ein wesentliches Element ist dabei, dass eine bundesweite Branchenkommunikation bereits bis Ende 2020 auf die Gleise gestellt werden soll. Das haben wir zu Beginn des Jahres angekündigt, und daran wollen wir uns halten.

Bevor wir zu Einzelheiten kommen - was soll die Branchenkommunikation Milch konkret leisten?

Schmal: Letztlich geht es darum, ein glaubwürdiges und realistisches Bild von der heutigen Milchproduktion und -verarbeitung in den Köpfen zu verankern. Bauern sind moderne Unternehmer, Milchkühe werden heute tiergerechter gehalten als in der Vergangenheit, Milch ist weiterhin ein gesundes Lebensmittel und wir ziehen in Krisenzeiten nicht den Kopf ein. All das sind Punkte, von denen wir in der Branche wissen, dass sie der Wirklichkeit entsprechen. In einer breiten Öffentlichkeit scheint sich jedoch ein wesentlich negativeres Bild zu...


Diskussionen zum Artikel

von Willy Toft

Gut angelegtes Geld wäre eine Art Aufklärungskampagne wie früher über CMA!

Die Branchenorganisation auf freiwilliger Basis wird wahrscheinlich scheitern, weil einige Zeitgenossen immer noch den Weltmarkt einnehmen wollen!

von Ottmar Ilchmann

Milchproduktion ist eine Erfolgsgeschichte?

Für die Milchbauern leider nicht.

von Rudolf Rößle

Ich fände

es besser, wenn wir im Schneeballeffekt unsere Milchproduktion in kurzen humorvollen Filmen im Internet verbreiten. Dazu gehört aber auch die Preisfindung der wahren Erzeugerkosten. Und wir müssen unbedingt Unterricht in den Schulen und Kindergärten anbieten. Dabei können die ... mehr anzeigen

von Matthias Zahn

Besser wäre es....

...wenn wir Bauern das in Eigenregie machen würden. Auch wenn sich die Molkereien "beteiligen" zahlen am Ende trotzdem wir Bauern die Zeche. Dann doch lieber gleich Eigenständig.

von Dietmar Weh

DBV = Ackerbauernverband

Dieser Verband ist in der Milchbranche nur zu Lasten der Milcherzeuger tätig.

von Renke Renken

Glückwunsch,

diese Ansätze laufen also darauf hinaus, um es einfach auszudrücken, Werbung für Milch und Milchprodukte zu machen. Und was bringt es den Milchviehhaltern ? Die produzierten Überschüße müssen im Weltmarkt untergebracht werden und der macht seit Jahren den Preis, also am Ende alles ... mehr anzeigen

von Matthias Zahn

Super Branchenkommunikation

"Man will die Molkereien noch fragen, ob sie sich gnädigerweise in unendlich großer Güte beteiligen möchten". Dann ist es aber doch keine Branchenkommunikation. Da ist beim "wording" wohl etwas falsch gelaufen, wenn es Branchenkommunikation heißt, aber nich gar nicht sicher ist, ob ... mehr anzeigen

von Steffen Hinrichs

Für eine nachhaltige Produktion brauchen wir auch mindestens kostendeckende Preise ,sonst wird diese Kommunikation scheitern .

Wie will man dem Verbraucher ,denn vermitteln ,das ein Kalb zukünftig nur noch als Abfallprodukt unserer Milchproduktion (Hamsterpreis ) gehandelt wird !? Hier erhebt der DBV wieder seine alleiniges Berufsvertretungsanspruch und so werden keine 80% der "Bauern" mitziehen .

von Gerd Uken

Zusatz

Herr Schmal wir hatten noch gar keine Krise haben sie ja vom BV immer gesagt es war 2016 nur eine Delle und jetzt beibCorona nur eine Marktverwerfung wie kann man jetzt von einer Krise sprechen? Dauerhaft einen Milchpreis von 30-31 Cent so wie es bis Ende diesen Jahres vorhergesagt wird ... mehr anzeigen

von Gerd Uken

Herr Schmal und die CMA 2.0

Alter Wein in neuen Fässern- wieviel Millionen liegendes noch mal seit 2012 die eigentlich hätten abgeführt werden müssen an die Rentenbank?? Profitiert die Exportorientierte Molkerei auch davon?

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