WLV Arbeitskreis

Bullenmast: "KTBL-Flächenangaben sind weltfremd"

Rindermäster sind sauer. Der Leitfaden "Eigenkontrolle Tiergerechtheit" enthält unrealistische Werte zum Flächenbedarf. Das wäre das Ende für die deutsche Bullenmast.

„Nicht praktikabel“, „fachlich nicht zu begründen“, „wirtschaftlicher Unsinn“: Das sind nur ein paar Beschreibungen, die Bullenmäster bei der WLV-Arbeitskreissitzung Rindfleisch zu dem Projekt „Eigenkontrolle Tiergerechtheit“ (EiKoTiGer) abgaben.

KTBL und Thünen-Institut wollen in diesem Gemeinschaftsprojekt detaillierte Praxisleitfäden entwickeln, die das Tierwohl auf Rindermastbetrieben verbessern. Was grundsätzlich auf Unterstützung bei den Tierhaltern stößt, sorgt bei den Orientierungswerten zum Flächenangebot pro Bulle für mächtig Unmut. Die mitverantwortlichen Wissenschaftler Dr. Jan Brinkmann (Thünen-Institut) und Dr. Ute Schultheiß versuchten in der Veranstaltung ihr Vorgehen zu verteidigen.

Endmastbulle soll mindestens 4,5 m2 Platz bekommen

Die anwesenden und zugeschalteten Landwirte machten ihrem Ärger Luft und verwiesen auf die wirtschaftlichen Folgen, die eine Platzvorgabe von 4,5 Quadratmetern pro Bulle (Alarmwert) in der Endmast hätte. „Ich muss dann um 40 % abstocken“, bringt es...

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Der Praxisleitfaden EiKoTiGer soll die Tierwohlkontrolle durch den Landwirt ermöglichen. Der Orientierungsrahmen enthält aber Werte, die kein konventioneller Betrieb realisieren kann!