Krise auf den Höfen

Deutlich weniger Schweine und Rinder in Thüringen

Die Bauern in Thüringen haben den Ferkelbestand um 11 % abgebaut. Der Schweinebestand ist der zweitniedrigste seit Wiedervereinigung. Der Rinderbestand nahm leider auch weiter ab. Hier alle Zahlen.

Das Thüringer Statistikamt hat die neuesten Bestandszahlen mitgeteilt. Los geht es mit den Schweinen, gefolgt vom Rinderbestand:

Schweine

Zum 3. Mai 2022 wurden nach dem vorläufigen Ergebnis der repräsentativen Bestandserhebung in den landwirtschaftlichen Betrieben Thüringens, die über einen Bestand von mindestens 50 Schwei-nen oder 10 Zuchtsauen verfügten, 596.100 Schweine gehalten.

Gegenüber der letzten Erhebung zum Stichtag 3. November 2021, zu der ein Bestand von 617.700 Tieren ermittelt wurde, waren das 21.600 Schweine bzw. knapp 4 % weniger.

Der Bestandsabbau war nach Mitteilung der Statistiker insbesondere bei den Ferkeln festzustellen. Der Bestand an Ferkeln sank innerhalb eines halben Jahres von 303.100 auf 268.300 Tiere. Das waren 34.800 Tiere bzw. 11 % weniger.

Bei den Jungschweinen wurden 97.600 Tiere ermittelt. Gegenüber dem 3. November 2021 entsprach das einem Anstieg um 13.600 Tiere bzw. 16 %.

Bei den Mastschweinen wurde ein Bestand von 165.000 Tieren festgestellt. Im Vergleich zum 3. November 2021 waren das 2.600 Mastschweine bzw. 2 % mehr.

Die Zahl der Zuchtschweine lag mit 65.200 Tieren unter dem Niveau der Vorerhebung am 3. November 2021 (-3 000 Tiere bzw. -4 %).

Grafik

Entwicklung der Schweinebestände in Thüringen (Bildquelle: Thüringer Landesamt für Statistik)

Der Schweinebestand vom 3. Mai 2022 entspricht dem zweitniedrigsten Bestand seit der Wiedervereinigung. Der niedrigste Bestand wurde mit 562.700 Tieren zum 3. Mai 2021 festgestellt.

Auch Rinderbestand weiter rückläufig

Kühe

Die Bestände an Kühen waren gegenüber dem 3. November 2021 ebenfalls rückläufig. (Bildquelle: Leifker)

Nicht viel besser sieht es bei den Rindern aus. Nach einer Auswertung der HIT-Datenbank (Herkunfts- und Informationssicherungssystem) zum 3. Mai 2022 wurde für Thüringen ein Rinderbestand von 275.768 Tieren festgestellt. Das waren 6.901 Rinder bzw. 2,4 % weniger als zur letzten Erhebung vom 3. November 2021 und 9.850 Rinder bzw. 3,4 % weniger als zum Stichtag 3. Mai 2021.

Der Bestand an Kälbern und Jungrindern war mit 79.545 Tieren gegenüber dem 3. November 2021 mit 81.913 Tieren um 2.368 Tiere bzw. 2,9 % geringer. Gegenüber der Vorjahreserhebung zum 3. Mai 2021 ist ein Bestandsabbau um 2.433 Kälber und Jungrinder bzw. 3,0 % festzustellen.

Die Bestände an Kühen waren gegenüber dem 3. November 2021 ebenfalls rückläufig. Es wurden 85.692 Milchkühe (-1.425 Tiere bzw. -1,6 %) und 36.386 andere Kühe (-766 Tiere bzw. -2,1 %) ermittelt. Gegenüber dem Stichtag 3. Mai 2021 betrug der Rückgang 4.647 Milchkühe (-5,1 %) und 1.208 andere Kühe (-3,2 %).

Der Bestand in der Kategorie „Rinder mehr als 1 Jahr alt“ (ohne Kühe) sank innerhalb eines halben Jahres von 76.487 Tieren am 3. November 2021 auf 74.145 Rinder (-3,1 %) am 3. Mai 2022. Gegenüber dem 3. Mai 2021 (75.707 Rinder) wurden 1.562 Tiere (-2,1 %) weniger ermittelt.

Grafik

Entwicklung der Rinderbestände in Thüringen (Bildquelle: Thüringer Landesamt für Statistik)

Die Rinderhaltung Thüringens konzentrierte sich im Saale-Orla-Kreis (32.135 Tiere), Wartburgkreis (30.209 Tiere) und im Landkreis Greiz (30.176 Tiere). In diesen 3 Kreisen wurde ein Drittel (33,5 %) der Thüringer Rinder gehalten.

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