Dürre2018: Schweizer Bauern fordern 5 Rp. Solidaritätszuschlag vom Handel

Schweizer Bauern können in schweren Fällen beim Kanton ein Gesuch um ein zinsloses Darlehen stellen. Des Weiteren fordert der Schweizer Bauernverband von den Detailhandelsunternehmen 5 Rp. Solidaritätszuschlag zur Linderung der Auswirkungen aufgrund der Trockenheit. Grund: Mehrkosten für Futter, sinkende Milchleistung.

Auch die Schweiz erlebt die niederschlagsärmste April-Juli-Periode seit fast 100 Jahren. Das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie Meteo Schweiz registrierte zudem in diesem Zeitraum mit 12 Grad mehr im Vergleich zum Durchschnitt von 21°C die wärmste Periode seit Messbeginn 1864.

Bauern können nun in schweren Fällen beim Kanton ein Gesuch um ein zinsloses Darlehen stellen. Voraussetzung dafür ist, dass der Landwirt Ertragseinbußen von mehr als 10.000 CHF erleidet. Der Bund hatte zudem kürzlich die Zölle für Importheu und -silo aufgehoben.

Des Weiteren fordert der Schweizer Bauernverband von den Detailhandelsunternehmen 5 Rp. Solidaritätszuschlag zur Linderung der Auswirkungen aufgrund der Trockenheit. Grund: Mehrkosten für Futter, sinkende Milchleistung. Noch gibt es keine Antwort von den beiden größten Unternehmen Migros und Coop.
Der Bund hat das Thema Ernteausfälle bereits auf der Agenda. Er prüft im Rahmen der anstehenden Agrarreform, wie mit den häufiger auftretenden Wetterextremen umgeht. Auf Anfrage des Magazins Landfreunds teilte das Bundesamt für Landwirtschaft mit, dass es derzeit an einer Studie zum Thema „Risikomanagement“, arbeitet. Darin werden unter anderem mögliche Versicherungsmodelle eruiert.

Hubschrauber bringen Wasser
 
Nördlich der Alpen erstreckt sich die Region mit den geringsten Niederschlagssummen vom nördlichen Kanton Aargau über die Kantone Zürich und Schaffhausen bis in den Kanton Thurgau. Hier fielen im flächigen Mittel nur 150 bis 200 mm. Das ist weniger als die Hälfte des langjährigen Durchschnitts. Die Höfe in diesen Regionen sind besonders stark betroffen. Den Bauern wurde verboten, Wasser aus Bächen und Flüssen zu entnehmen, um ihre Felder zu bewässern.
 
Auch auf einigen Alpen wird die Lage kritisch. Es drohen immer mehr Wasserquellen in den Bergen zu versiegen. Für einige Alpwirtschaften ist die Lage so kritisch, dass sie Wasser per Helikopter auf die Alpen fliegen lassen. In den Kantonen St. Gallen, Glarus und Appenzell Innerrhoden hat die Armee bereits rund 320.000 Liter Wasser geflogen.

Hubschrauber

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