EU-Milchpreise streuen deutlich

Die Milcherzeugerpreise in der Europäischen Union haben sich im August 2015 vor allem aufgrund höherer Auszahlungen einzelner französischer Molkereien im Schnitt behaupten können. Zu diesem Ergebnis kommt der niederländische Bauernverband (LTO).

Die Milcherzeugerpreise in der Europäischen Union haben sich im August 2015 vor allem aufgrund höherer Auszahlungen einzelner französischer Molkereien im Schnitt behaupten können. Zu diesem Ergebnis kommt der niederländische Bauernverband (LTO) auf der Grundlage seines aktuellen Vergleichs der Auszahlungsleistungen von 16 führenden Molkereiunternehmen in Nord- und Mitteleuropa.

Demnach wurde für Standardmilch mit 4,2 % Fett und 3,4 % Eiweiß im Mittel 30,9 Cent/kg gezahlt; das waren knapp 0,1 Cent mehr als einen Monat zuvor. Gegenüber August 2014 war mit 7,6 Cent/kg oder 19,9 % allerdings ein deutlicher Abschlag zu verzeichnen.

Lediglich bei drei der 16 untersuchten Unternehmen ist laut LTO das Milchgeld im August gegenüber dem Vormonat gestiegen, darunter haben zwei ihren Sitz in Frankreich: Sodiaal zahlte im Berichtsmonat 35,9 Cent/kg und damit 3,1 Cent mehr Geld, was nach Verbandsangaben durch eine Sonderzahlung von 20 € pro 1.000 l mitbegründet ist. Die Molkerei Bongrain hob den Rohstoffpreis um 1,1 Cent auf 35 Cent/kg an. Auch die finnische Hämeenlinnan zahlte mit 39,7 Cent/kg den Lieferanten mehr Geld als im Juli, und zwar 1,9 Cent; hier war laut LTO die Ausschüttung eines saisonalen Bonus mit ausschlaggebend. Den Berichten des niederländischen Bauernverbandes zufolge bewegte sich der Milchpreis in Frankreich im August oberhalb des allgemeinen Durchschnitts; allerdings seien die für August verzeichneten Aufwärtsbewegungen aufgrund der geleisteten Einmalzahlungen nicht immer als nachhaltig zu bewerten.

Nicht in allen französischen Molkereien kletterte der Milchpreis nach oben: Danone senkte die Auszahlungsleistungen gegenüber Juli um 0,4 Cent auf 37,4 Cent/kg. Bei Lactalis wurde das Milchgeld trotz angekündigter Preisanhebung um 4 €/1.000 l von August bis Dezember im Berichtsmonat um 0,3 Cent auf 33,2 Cent/kg herabgesetzt.

In Belgien erhielten die Landwirte für das Kilogramm Milch mit 28,5 Cent/kg zwar den gleichen Betrag wie im Vormonat; hinzu kam jedoch der LTO zufolge im August erstmals für eine Zeitspanne von sechs Monaten eine Hilfszahlung von 2,2 Cent/l. Diese Leistung werde jedoch direkt an die Bauern gezahlt und nicht über den Milchpreis abgerechnet. Die Höhe der monatlichen Zahlung orientiere sich am Trinkmilchabsatz im Einzelhandel, der je verkauftem Liter einen Fixbetrag von 14 Cent in einen Fonds einzahle, berichtete der LTO.

Derweil senkte in Deutschland das Deutsche Milchkontor (DMK) die Auszahlungsleistungen im Vormonatsvergleich um knapp 1 Cent auf 26,18 Cent/kg; bei Alois Müller blieb der Preis mit 26,87 Cent/kg hingegen stabil. Landwirte, die an die dänische Arla lieferten, erhielten 27,9 Cent/kg und damit fast 1 Cent weniger als im Juli.

In den Niederlanden ging es bei FrieslandCampina um 1,5 Cent auf 27,7 Cent/kg nach unten. Die DOC Cheese mutete ihren Lieferanten im Vergleich zu allen anderen Molkereien im August mit 2,5 Cent den stärksten Abschlag zu und landete mit 24,2 Cent/kg Rohmilch auf dem letzten Platz des Preisvergleichs.


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