Europäische Bauernverbände warnen vor ernster Lage auf dem EU-Milchmarkt

Copa und Cogeca haben am Dienstag vor der ernsten Marktlage gewarnt, in der sich die Milcherzeuger der EU befinden, und Maßnahmen gefordert. „Derzeit stehen die 750.000 EU-Milcherzeuger vor großen Problemen mit Blick auf ihre Gewinnspannen und ihre Liquidität. Die ihnen gezahlten Erzeugerpreise decken nicht die Kosten.

Im Rahmen der Sitzung der EU-Milchmarktbeobachtungsstelle haben Copa und Cogeca am Dienstag vor der ernsten Marktlage gewarnt, in der sich die Milcherzeuger der EU befinden, und Maßnahmen gefordert.

Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe „Milch und Milchprodukte“ von Copa-Cogeca, Mansel Raymond, sagte in der Sitzung: „Derzeit stehen die 750.000 europäischen Milcherzeuger vor großen Problemen mit Blick auf ihre Gewinnspannen und ihre Liquidität. Die ihnen gezahlten Erzeugerpreise decken in den meisten Ländern nicht einmal die Produktionskosten. Ohne die Unterstützung der Europäischen Kommission wird die Situation in Kürze unerträglich werden."

Laut Raymond wird diese Unterstützung dringend benötigt, um einem bedeutendem Rückgang der Produktionskapazität vorzubeugen. Dies könne man sich angesichts der erwarteten Nachfragezunahme nicht leisten. Insbesondere tierische Proteine werden seinen Schätzungen nach mittelfristig von zentraler Bedeutung sein, und Milcheiweiß werde eine zentrale Rolle für die Gewährleistung einer ausgewogenen Ernährung spielen. Ein Verlust an Produktionskapazität im Milchsektor würde auch den Fleischmarkt beeinträchtigen. "Wir appellieren daher dringend an die Kommission, unmittelbar tätig zu werden, um die Liquiditätsprobleme der Milcherzeuger zu lindern.“
 
„Zu den zentralen Maßnahmen gehört, den Mitgliedstaaten zu erlauben, die Direktzahlungen vor dem 1. Dezember auszuzahlen und sicherzustellen, dass die Superabgabe 2014/2015 in den Milchsektor zurückfließt, um den Milchlandwirten bei ihren Cashflowproblemen zu helfen. In diesen schwierigen Zeiten, in denen Milchbauern dringend liquide Mittel benötigen, werden rund 700 Millionen Euro aus dem Milchsektor abgezogen. Daher sollten diese Gelder in den Sektor zurückfließen, sei es für Investitionen, benachteiligte Gebiete, interne und externe Absatzförderung oder Qualitätsregelungen.

Darüber hinaus dienen die Sicherungsnetze laut Copa/Cogeca dazu, eine Untergrenze im Markt zu schaffen, um zu verhindern, dass die Milcherzeuger zur Geschäftsaufgabe gezwungen werden. "Erzeuger in den meisten Ländern wird derzeit ein Milchpreis gezahlt, der deutlich unter den Produktionskosten und unter dem Niveau des Sicherungsnetzes liegt. Wir fordern daher eine Bewertung des Niveaus des öffentlichen Interventionspreises, damit auf dem Markt eine tatsächliche Untergrenze geschaffen wird. Ohne diese Maßnahmen wird es zu negativen Auswirkungen auf die ländlichen Gebiete der EU kommen, und das ist angesichts der aktuellen Wirtschaftslage das Letzte, was wir brauchen“, so Raymond.


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