Flachsbarth lehnt Haltungsverordnung für Milchkühe ab

Vertreter der Welttierschutzgesellschaft haben Agrar-Staatssekretärin Dr. Maria Flachsbarth am Montag knapp 250.000 Petitionsunterschriften für eine eigene Haltungsverordnung für Milchkühe in Deutschland übergeben.

Vertreter der Welttierschutzgesellschaft haben Agrar-Staatssekretärin Dr. Maria Flachsbarth am Montag knapp 250.000 Petitionsunterschriften für eine eigene Haltungsverordnung für Milchkühe in Deutschland übergeben. Zur Begründung hieß es, dass es im Gegensatz zu Hühnern und Schweinen für Milchkühe keine Haltungsverordnung gebe, obwohl die Milchwirtschaft den wichtigsten Bereich der Landwirtschaft darstellt. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt solle sich daher für gesetzliche Mindeststandards einsetzen, betonte Katharina Kohn, stellvertretende Geschäftsführerin der Welttierschutzgesellschaft.

Dr. Flachsbarth stimmte in vielen Punkten mit den Tierschützern überein, erteilte der Forderung nach gesetzlich geregelten Mindeststandards allerdings eine Absage: „Ein landwirtschaftlicher Betrieb muss einerseits wirtschaftlich arbeiten und darf andererseits das Tierwohl nicht aus den Augen verlieren. Im Bereich Milchviehhaltung sind die Tiere an der einen oder anderen Stelle bereits überfordert, gleichzeitig stehen die Landwirte vielerorts mit dem Rücken zur Wand." Das Agrarministerium wolle nicht, dass Höfe schließen und suche deshalb gemeinsam mit den Landwirten nach Lösungen. Derzeit arbeite man am Abschluss einer freiwilligen Vereinbarung zur Verbesserung des Tierwohls im Bereich der Rinderhaltung. Dazu sei das BMEL mit den betroffenen Verbänden der Rinder- und Kälberhalter im Gespräch.

Die Welttierschutzgesellschaft fordert unter anderem mittelfristig ein Verbot der ganzjährigen Anbindehaltung. Und neben konkreten Haltungsvorgaben schlagen die Tierschützer auch tierbezogene Indikatoren und einen verpflichtenden Sachkundenachweis für Milchviehhalter vor.

Der Trend gehe zur ganzjährigen Haltung im Stall und in der Fütterung spiele nicht artgerechtes Futter wie Mais, Soja und Raps eine immer größere Rolle, bedauert der Verein. Jährlich scheide jede dritte Milchkuh aus der Milchproduktion in Deutschland aus und werde frühzeitig geschlachtet – hauptsächlich verursacht durch Milchhochleistungen, nicht artgerechte Haltungsbedingungen und ein fehlerhaftes Management, wie es heißt.


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