Milchviehaltung

Gelingt Spagat zwischen Wettbewerbsfähigkeit und Tierwohl?

Bei einem DBV-Symposium zeigten Forscher neueste Erkenntnisse zum Tierwohl in der Milchviehhaltung. Karsten Schmal hält nun eine nationale Nutztierstrategie für die Milchviehhaltung für notwendig.

Deutschlands Milchbauern stehen vor der Herausforderung, einerseits im internationalen Wettbewerb zu bestehen und andererseits hohen gesellschaftlichen Anforderungen auch mit Blick auf das Tierwohl gerecht zu werden.

DBV-Vizepräsident Karsten Schmal stellt hierzu fest: „Klar ist, dass nur mit Kühen, die gesund sind und sich wohlfühlen, wirtschaftlich erfolgreich Milch erzeugt werden kann. Insbesondere junge Landwirte stehen jedoch bei Investitionsentscheidungen in moderne Tierhaltungssysteme vor der Herausforderung, dass Sie nicht wissen, ob diese Systeme auch in Zukunft von Gesellschaft und Politik akzeptiert werden.“

Als Indikator für die weitere Entwicklung der Tierhaltungsdebatte kann der Blick auf die Aktivitäten im wissenschaftlichen Bereich dienen: Wissenschaftler einiger führender Institutionen (Deutsche Agrarforschungsallianz, Thünen-Institut, Humboldt-Universität zu Berlin) haben in dieser Woche bei einem DBV-Symposium dargestellt, welchen Schwerpunkten sie sich derzeit in ihren Forschungsprojekten widmen.

Karsten Schmal zog folgendes Fazit aus der Veranstaltung: „Das Symposium hat die Notwendigkeit einer nationalen Nutztierstrategie auch für die Milchviehhaltung deutlich aufgezeigt. Diese Strategie muss unseren Tierhaltern eine Perspektive geben, Gesellschaft und Marktpartner einbinden sowie politische Verlässlichkeit schaffen. Notwendig erscheint uns ebenfalls eine verbesserte Koordination der Forschungsaktivitäten im föderalen Deutschland. Beim Setzen künftiger Forschungsschwerpunkte darf außerdem die notwendige Verbesserung der wirtschaftlichen Effizienz der Milchviehhaltung nicht aus den Augen verloren werden. Die europäische Agrarpolitik hat sich auf den Weg der zunehmenden Marktöffnung begeben, wir müssen also im internationalen Wettbewerb nachhaltige Lebensmittel regional produzieren.

Die Redaktion empfiehlt

Landwirtschaft im Dialog

Wer bezahlt am Ende für mehr Tierwohl?

vor von Marcus Arden

Landwirte, Schlachter und Lebensmittelhändler haben nichts gegen mehr Tierwohl. Die Kernfrage lautet aber: Wer bezahlt am Ende dafür?

Die CDU-Fraktion will das freiwillige Tierwohllabel fallen lassen. Stattdessen will sie eine EU-weit verpflichtende Haltungskennzeichnung und eine nationale Herkunftskennzeichnung erreichen.

Sind „Tierhalter im Tierschutzstress"? Darüber haben am Donnerstag Politiker, Handel und Landwirte im top agrar-Format „Landwirtschaft im Dialog" in Berlin diskutiert. Hier das Video...


Diskussionen zum Artikel

von Jürgen Greiner

Der Lebensmitteleinzelhandel ist der Schlüssel für mehr Tierwohl

Mehr Tierwohl und deren Finanzierung gehören zusammen wie siamesische Zwillinge. Das von Politkern und Verbrauchern geforderte höhere Tierwohlniveau kostet mehrere Mrd. €. Die vom LEH diktierten Preise für Milch und Fleisch sind nicht kostendeckend. Die gut gemeinte ... mehr anzeigen

von Gerd Schuette

Herr Schmal blendet offensichtlich alle Vollkostenrechnungen der Milcherzeugung aus. Sein Verhalten outet ihn als Lakai der Nahrungsmittelindustrie.

von Willy Toft

Der Spagat bringt die Betriebe in eine bedrohliche Lage!

Keiner will letztendlich für das Tierwohl an der Ladenkasse bezahlen! Warum müssen wir uns denn anstrengen! Die vorgesehenen Gesetze und Vorgaben werden die Betriebe wirtschaftlich nicht überstehen, denn Bauauflagen sollen erst mal genehmigt werden! Vergrößerungen werden nicht ... mehr anzeigen

von Rudolf Rößle

Wie

sagte mir vor 20 Jahren eine Frau im Gemüsegroßmarkt. Gute Preise gibt es nur bei Wetterkapriolen in anderen Ländern und damit Lieferengpässe. Da aber der deutsche Milchmarkt mit Kontrakten festgezurrt ist, bewegt sich dort kaum etwas. Gute Preise auf dem Elend unserer Berufskollegen ... mehr anzeigen

von Christian Kraus

"Forschung in wirtschaftliche Effizienz nicht vergessen"

Ja, das wäre gut. Wir müssen Kühe erforschen die immer Gesund bleiben und mit dem gleichen Aufwand doppelt so viel Milch geben. Wird ziemlich "herausfordernd" werden. Vielleicht gehts nur mit "neuen Züchtungsmethoden"? Vielleicht brauchen wir Bauern aber auch keine "Nutztierstrategie" ... mehr anzeigen

von Gerd Uken

Das habe ich auch gedacht

Das letzte halbe Jahr hört man nichts mehr vom Herrn Schmal-seine letzte Prognose ging ja auch so was von daneben.....und nun kommentiert er Tierwohl.. Die LwK hat hier ja errechnet Gewinneinbruch von 50%!! Und wenn man weiß das 1 Cent 10.000 Euro Milchgeld ausmachen kann dann wissen ... mehr anzeigen

von Steffen Hinrichs

Der Milchpräsident der Deutschen meldet sich doch noch mal !!!

Wo bleibt denn unsere Perspektive bei gerade mal 32 cent Durchschnittspreis und die Einbindung der Marktpartner ?! Was hat denn Herr Schmal in seiner Amtszeit überhaupt erreicht ??

von Martin Schmidt

Lasst euch weiter von den Tierrechtlern treiben!

Merkt denn keiner, dass deren Endziel das Verbot sämtlicher Nutztierhaltung ist? Der Ansatz sich treiben zu lassen ist für die Branche nicht zielführend. Die Wissenschaft sollte uns lieber helfen die Produktion zu verbessern, Nebeneffekt wäre auch besseres Tierwohl.

von Erwin Schmidbauer

Widerspruch in sich

Wenn es hier auch schon sicher tausendmal in einem der Kommentare von meinen Mitkommentatoren und mir angesprochen wurde: Auffallend ist doch, dass man in Deutschland hohe Ansprüche geltend macht, während die Mehrheit der Käufer bei ausländischer Ware kaum daran interessiert sind, ... mehr anzeigen

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Auf Kommentar antworten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen