Milch Marker Index

Geringe Milchmengen als Chance

Laut Milch Marker Index der MEG Milch Board beträgt die Kostenunterdeckung auf Milchviehbetrieben 9 %. Es fehlen 4,24 ct/kg. Die Situation am Markt habe sich dennoch deutlich verbessert.

Der Milch Marker Index lag mit einem Stand von 111 um 1 % über dem Vorjahresdurchschnitt, nachdem er im Oktober 2021 bei 112 gelegen hatte. Das berichtet die MEG Milch Board in einer Pressemittelung. Die Milcherzeugungskosten in Deutschland seien im Januar 2022 mit durchschnittlich 45,88 ct/kg nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau und hätten sich gegenüber dem Vorquartal mit 46,13 ct/kg kaum verändert. Die aktuellen Kostensteigerungen, die wir seit Januar 2022 feststellen, seien dabei noch nicht erfasst. Laut MEG Milchboard haben sich die Einnahmen aus der Rindererzeugung im Vergleich zum Oktober ebenfalls immens erhöht. Als Koppelprodukt werden sie von den Milcherzeugungskosten abgezogen.

Kostendeckung im Norden

Mit 41,64 ct/kg habe der Milchauszahlungspreis im Januar 2022 einen lange nicht gekannten Wert erreicht und habe damit um 4,15 ct/kg höher gelegen als im Oktober 2021 bzw. um 4,63 ct/kg über dem Vorjahresdurchschnitt. Trotzdem seien 9 % der Kosten noch nicht gedeckt. Im Oktober 2021 waren es 19 %.

Tabelle MMI

Laut MEG MIlch Board können Milcherzeuger bei einer Preis-Kosten-Ratio von 0,91 bei den derzeitigen Milcherlösen 9 % der Milcherzeugungskosten nicht decken. (Bildquelle: MEG Milch Board)

In der Region Nord wurde die Kostendeckung erreicht, heißt es. Hier seien zwar die Milcherzeugungskosten im Vergleich zum Oktober 2021 um 1,84 ct/kg gestiegen. Sie seien aber durch die um 17,28 % auf 42,23 ct/kg überdurchschnittlich gestiegenen Milchpreise überkompensiert worden.

Deutliche Verbesserung der Preis-Kosten-Verhältnisse

Auch in den Regionen Ost und Süd sorgten die Milchpreiszuwächse (Ost um +12,52 % auf 41,35 ct/kg; Süd um +9,16% auf 41,13 ct/kg für eine deutliche Verbesserung der Preis-Kosten-Verhältnisse, erklärt die MEG Milch Board. In der Region Süd sei der Milchauszahlungspreis nicht so stark wie in den anderen Regionen gestiegen. Anders als in den Regionen Nord und Ost sanken in dieser Region aber auch die Milcherzeugungskosten um 1,84 ct/kg, da die Betriebe ihre Ausgaben für das Kraftfutter reduzierten und zugleich die Rindererlöse sehr deutlich anzogen.

Kein Grund zur Freude

Obwohl seit Monaten die Energie- und Futterkosten in die Höhe schnellen, konnte im Norden im Januar Kostendeckung realisiert werden, heißt es in der Pressemitteilung. Grund in Jubelstürme auszubrechen, sieht der Vorstandsvorsitzenden der MEG Milch Board Frank Lenz nicht. Es sei lediglich der Normalzustand eingetreten.

Der Kieler Börsenmilchpreis notierte am 8. April 2022 66,8 Cent. In den vergangenen 14 Jahren hätten sich die Milcherzeugerpreise an eben diesem Kieler Börsenmilchpreis orientiert. Derzeit klaffe also eine Lücke von rund 20 ct/kg Milch, heißt es.

Artikel 148 GMO

Lenz glaubt nicht, dass die Preise bald sinken könnten: „Im Gegensatz zu zurückliegenden Hochphasen fehlt es diesmal schlicht und ergreifend an Kühen und an Bäuerinnen und Bauern, um die Mengenrakete zu zünden!“ Er ruft Milcherzeuger in der Pressemitteilung dazu auf, die aktuelle Lage zu nutzen und die Verhandlungsposition weiter auszubauen. Es sei an der Zeit, Artikel 148 GMO in Deutschland verpflichtend für alle, auch für Genossenschaften, umzusetzen.

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