Bester Milcherzeuger Niedersachsens

Goldene Olga verliehen

Familie Scholten-Meilink aus Hoogstede im Landkreis Grafschaft Bentheim hat es erneut geschafft: Sie darf sich mit ihrem Milchviehbetrieb Scholten-Meilink GbR bereits zum zweiten Mal „Bester Milcherzeuger Niedersachsens“ nennen. Gisela Scholten-Meilink (43) und Wiljan Meilink (40) erhielten heute gemeinsam mit ihren vier Töchtern Julia, Lisa, Hanna und Sina im „Alten Kurhaus“ in Bad Zwischenahn aus den Händen von Rainer Beckedorf, Staatssekretär im Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium, die „Goldene Olga 2018“ und einen Geldpreis in Höhe von 3.500 Euro. Es ist das erste Mal in der Geschichte des Wettbewerbs dass ein „Gold-Betrieb“ seinen Erfolg wiederholen konnte. Bereits im Jahr 2005 ging die „Goldene Olga“ an die Scholten-Meilink GbR.

Für den zweiten Platz überreichte der Staatssekretär die „Silberne Olga 2018“ und 2.000 Euro an Birgit (49), Hajo (50) und Katharina (25) Leyschulte sowie Edelgard (56) und Jürgen (55) Steer von der Leyschulte-Steer GbR aus Westerkappeln im Kreis Steinfurt. Ihr Betrieb liegt zwar im benachbarten Nordrhein-Westfalen, da die Milch aber an eine niedersächsische Molkerei geliefert wird, stellte sich die Leyschulte-Steer GbR dem dortigen Wettbewerb.

Die „Bronzene Olga 2018“ ging in diesem Jahr ebenfalls in den Landkreis Grafschaft Bentheim: In Quendorf können sich Margret (50), Dieter (53) und Anne (22) Weusmann mit Markus Ahmann über die hohe Auszeichnung und ein Preisgeld in Höhe von 1.500 Euro freuen.

Der vierte Platz ging an Sabine (49) und Andreas (48) Lohmöller und ihre Kinder Jake (23), Devon (21), Alison (20) und Luke (19) aus Emsbüren im Landkreis Emsland. Sie erhielten ein Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro. Den fünften Platz und damit verbunden ein Preisgeld in Höhe von 500 Euro sicherten sich Doris (59), Harm-Dirk (60), Katrin (30) und Jan-Dirk (35) Klockgether aus Rastede-Wahnbeck im Landkreis Ammerland.

Unternehmerpreis für Nachhaltigkeit

Im Rahmen der Festveranstaltung mit rund 160 geladenen Gästen hat die niedersächsische Milchwirtschaft im „Alten Kurhaus“ in Bad Zwischenahn heute die besten zwölf ihrer insgesamt rund 8.500 Milchviehhalter mit dem „Milchlandpreis 2018“ geehrt. Die Auszeichnung ist nach Angaben der Landesvereinigung als „Unternehmerpreis für nachhaltiges Wirtschaften“ konzipiert.

Zur Bewertung der Nachhaltigkeit der Wirtschaftsweise der einzelnen Betriebe prüft ein jeweils aus zwei Fachleuten bestehendes Gutachterteam nicht nur die Höfe sehr intensiv, sondern insbesondere auch deren Aktivitäten in den Bereichen Ökologie, Tierwohl, Soziales und Ökonomie. „Ziel ist es, jedes Jahr einen Milcherzeugerbetrieb als Preisträger der „Goldenen Olga“ zu ermitteln und auszuzeichnen, der nicht nur eine optimale Rohmilch produziert, sondern der hervorragend wirtschaftet und sich durch einen besonders verantwortungsbewussten Umgang mit seinen Tieren, der Umwelt und den auf dem Hof arbeitenden Menschen hervorhebt“, so die Landesvereinigung in der Ausschreibung zum Wettbewerb.

Stimmen aus der Branche

Rainer Beckedorf, Staatssekretär im niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, verwies in seinem Grußwort auf die besonderen Leistungen der Siegerbetriebe im Bereich Nachhaltigkeit: „Die Verleihung der Goldenen Olga ist der Höhepunkt eines Wettbewerbs, bei dem es nicht nur um den Vergleich von Leistungen geht. Dieser Preis steht für eine nachhaltige Milcherzeugung, für die Vereinbarkeit von Ökonomie, Ökologie und gesellschaftlichen Anforderungen. Die diesjährigen Kandidaten haben wieder einmal bewiesen, dass hohe Leistungen in der Milcherzeugung und Tierwohl gut zusammenpassen."

Landvolkpräsident Albert Schulte to Brinke lobte das persönliche Engagement der Wettbewerbsteilnehmer bei der Kommunikation mit der Öffentlichkeit: „Der Milchlandpreis gibt über die teilnehmenden Höfe repräsentative Einblicke in den Alltag der Milcherzeugung. Die Familien der Betriebsleiter treten als Botschafter für die ganze Branche auf und sind überzeugende Ansprechpartner in Sachen Milchviehhaltung. Diese Offenheit ist Beleg dafür, dass die Landwirtschaft die öffentliche Diskussion offensiv angeht.“

Jan Heusmann, Vorsitzender der Landesvereinigung der Milchwirtschaft (LVN), unterstrich die positive Wirkung des Milchlandpreises auf den öffentlichen Fokus: „Mit dem Milchlandpreis und der dazugehörigen „Goldenen Olga“ haben wir in Niedersachsen bereits vor 18 Jahren einen „Award für Nachhaltiges Wirtschaften in der Milcherzeugung“ entwickelt, der inzwischen weit über die Grenzen unseres Bundeslandes hinaus Anerkennung findet“, so Heusmann. „Mit dem Milchlandpreis erreichen wir, dass die Anstrengungen für nachhaltige Entwicklungen in der Milchwirtschaft mehr Beachtung in der Gesellschaft und Politik finden. Wir schaffen eine wichtige Brücke zu Menschen außerhalb der Landwirtschaft.“

In seinem Schlusswort hob Herbert Heyen als stellvertretender Vorsitzender der Landesvereinigung hervor, dass die Basis des Erfolges die gemeinschaftliche Familienleistung auf den Höfen sei: „Milchbetriebe sind vielfältig und Milchbauern haben viele Gesichter – das haben wir hier und heute erleben dürfen. Sie alle haben ihr ganz individuelles Erfolgsrezept. Sie unterscheiden sich in der Größe, der Kuhzahl, dem Stallkonzept und in der Zahl der Mitarbeiter – sie haben jedoch eins gemeinsam: Sie sind deshalb erfolgreich, weil die Arbeit auf ihrem Hof von einem Familien-Team getragen wird. So sind auch Krisenzeiten viel besser zu überstehen. Und auch Arbeits- und Urlaubszeiten können flexibler gestaltet werden.“


Diskussionen zum Artikel

von Steffen Hinrichs

Die Erfolgsgeschichte der Familienbetriebe ,

besteht laut Herrn Heyen ja in allen Betriebsgrößen ,aber Herr Heyen wäre gut beraten zukünftig auch zu versuchen ,Krisen zu verhindern ,denn viele Familien stehen am Ende der Belastungsgrenze und haben auch einige Familien zerbrechen lassen .

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