Gewinner und Verlierer

Große ostdeutsche Milchviehbetriebe sehen sich gut aufgestellt

Große Milchkuhbestände ermöglichen hohes Tierwohl, sagt Dr. Klaus Siegmund vom Interessenverband Milcherzeuger (IVM). Er sieht die Vorschläge der Borchert-Kommission als Chance zur Weiterentwicklung.

Gut gerüstet sehen sich die großen ostdeutschen Milchviehbetriebe für die zunehmende öffentliche Diskussion um die Zukunft der Milcherzeugung in Deutschland. „Gerade in gut gemanagten und gut ausgerüsteten großen Milchkuhbeständen lässt sich ein hohes Tierwohl umsetzen“, so der Geschäftsführer des Interessenverbandes Milcherzeuger (IVM), Dr. Klaus Siegmund, gegenüber Agra Europe.

Seiner Einschätzung nach besteht mittlerweile weitestgehend Einvernehmen darüber, dass die Betriebs- und die Bestandsgröße nicht ausschlaggebend für eine klima- und tierschutzgerechte Milchproduktion sind.

Der IVM wurde 1991 in Berlin gegründet. Mitgliedsunternehmen sind große ostdeutsche Milcherzeugerbetriebe und hier insbesondere solche mit einer ähnlichen technologischen Basis. Die heute modern ausgestatteten Unternehmen sind zumeist aus ehemaligen Typenanlagen 1930, 1232 und weiteren hervorgegangen. Neben Milcherzeugerbetrieben sind im IVM Unternehmen aus den vor und nach gelagerten Bereichen der Milcherzeugung als Fördermitglieder sowie Fachleute aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft als Einzelmitglieder organisiert

Von der neuen Bundesregierung erwartet der Verband, dass sie die Vorschläge der Borchert-Kommission für einen Umbau der Tierhaltung zügig umsetzen wird. „Unsere Betriebe brauchen einen finanziellen Rahmen, der es ihnen ermöglicht, die gesellschaftlich geforderten höheren Tierwohlkriterien umzusetzen“, betont der IVM-Vorsitzende Christian Schmidt.

Er sieht die Politik in der Verantwortung, sich am Status quo der Milchviehhaltung zu orientieren und den Unternehmen langfristige Planungssicherheit zu bieten. „Wir brauchen die Anerkennung der Landwirtschaft in den historisch gewachsenen Strukturen in Ostdeutschland“, mahnt Schmidt. Das gelte im besonderen Maße für die großstrukturierten Milchbetriebe, „die sich im Wettbewerb durchgesetzt haben und deren Anteil an der ostdeutschen Milchproduktion weiter wachsen wird“.

Spitzenbetriebe im europäischen Maßstab

Sowohl für Schmidt als auch für Siegmund weist die strukturelle Entwicklung in der ostdeutschen Milcherzeugung seit der Wiedervereinigung eine eindeutige Richtung auf. Durchgesetzt hätten sich Großbetriebe in den Bestandsgrößenklassen 500 bis 1.000 sowie mehr als 1.000...