Rheinland-Pfalz

Hilferuf der Vieh- und Fleischwirtschaft bleibt unerhört

Landwirtschaft und Handel in Rheinland-Pfalz kritisieren eine Hinhaltetaktik des Umwelt- und Landwirtschaftsministeriums.

Der Landesmarktverband für Vieh und Fleisch Rheinland-Pfalz (LMV) fordert die Landesregierung eindringlich auf, der Bitte nach einem Spitzengespräch zur Situation der Vieh- und Fleischwirtschaft im Land endlich nachzukommen.

Der LMV-Vorsitzende, Manfred Zelder, kritisiert die Hinhaltetaktik von Umwelt- und Landwirtschaftsministerium scharf: „Es kann nicht sein, dass durch das Hin- und Herschieben von Zuständigkeiten dringende Themen nicht angegangen werden auf Kosten der Tierhalter im Land, die in vielen Fällen von Ihrer Existenz bedroht sind!“

Bereits im Juli hatte der LMV in einem Schreiben an Landwirtschaftsminister Dr. Volker Wissing und Umweltministerin Ulrike Höfken ein Spitzengespräch eingefordert, schreibt dazu der Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd. Bis heute gebe es keinen Termin hierfür.

Rede- und Handlungsbedarf gebe es laut Zelder mehr als genug. Die Tierhalter in Rheinland-Pfalz stehen durch immer schärfere politische Vorgaben massiv unter Druck. Die Auswirkungen der Düngeverordnung, der Umbau der Sauenhaltung oder das Verbot der Ferkelkastration führen zu einem erheblichen Investitionsbedarf. Das Wegbrechen der Schlachtinfrastruktur führt in Verbindung mit der geplanten Tierschutztransportverordnung zu nahezu unlösbaren Herausforderungen.

Gleichzeitig sind laut Zelder die Fleischbeschaugebühren und die Kosten der Tierkörperbeseitigung im Land viel zu hoch. Zu den horrenden Schlachtnebenkosten kommen noch die niedrigen Erzeugerpreise, die den finanziellen Spielraum für die Betriebe in den vergangenen Jahren deutlich eingeschränkt haben. Massiv verschärft wurde die bereits angespannte Situation auf der Erlösseite durch die Folgen der Corona-Pandemie und den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland.

Vor diesem Hintergrund schreite der Strukturwandel in einem ungesunden Maß voran, so Zelder. Sollten nicht bald Lösungen für die aktuellen und anstehenden Herausforderungen gefunden werden, gebe es bald keine Viehhaltung mehr in Rheinland-Pfalz. Diese sei im Vergleich zu anderen Regionen in der Republik deutlich kleiner strukturiert, familiengeführt und flächengebunden, also genau das, was sich Politik und Gesellschaft immer wieder wünschen.

Es sei daher nicht nachvollziehbar, warum die zuständigen Fachminister hier keine Verantwortung übernehmen wollen. Die Zeit sei mehr als reif, um über ein zukunftsfähiges Konzept im Sinne der rheinland-pfälzischen Tierhalter und Schlachtunternehmen zu beraten, so der LMV-Vorsitzende.

Ministerium will Gesprächsangebot annehmen

Auf Anfrage von top agrar erklärte Catrin Müller vom Mainzer Umweltministerium, dass die Anliegen der landeseigenen Vieh- und Fleischwirtschaft selbstverständlich gehört würden. Die Landesregierung nehme deren Sorgen und Nöte ernst. "Die Einhaltung der Tierschutzvorgaben ist uns ebenfalls ein großes Anliegen, dabei wollen wir die Tierhalterinnen und -halter unterstützen. Um den Strukturwandel der bäuerlichen Landwirtschaft gemeinsam für die Zukunft zu gestalten, wird dem Gesprächswunsch gerne entsprochen, die Terminvereinbarungen sind auf Arbeitsebene derzeit in Abstimmung", so Müller.


Diskussionen zum Artikel

von Günter Schanné

Gespräch mit Bauernverbänden

Das Jammern der Bauernverbände wir immer unerträglicher für den steuerzahlenden Bürger. Der Wegfall der betäubungslosen Ferkelkastration ist seit 2013 geltendes Gesetz mit Übergangsfrist. Die Bauern sind Verursacher der Tierkörperbeseitigung, also müssen sie auch dafür ... mehr anzeigen

von Gerhard Steffek

"Um den Strukturwandel der bäuerlichen Landwirtschaft -

gemeinsam für die Zukunft zu gestalten, wird dem Gesprächswunsch gerne entsprochen," __ __ Sagt doch eigentlich alles, oder? Die wollen die kleinbäuerliche Landwirtschaft in dem Maße, wie sie jetzt ist, gar nicht!

von Wilhelm Grimm

Sie wissen gar nicht, was sie wollen.

Sie müssen sich dem NABU und den grünen NGOs beugen.

von Rudolf Rößle

Vielleicht

sind die Beamten zu sehr mit der Planung ihres Winterskiurlaubs beschäftigt. Das ist auch wirklich ein wichtiger Jahresbaustein. Und jetzt so ein Urlaubschaos. Für die Beschäftigten in diesen Branchen Gastronomie/ Tourismus gibt es viele Fragezeichen.

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