Molkereien

Hohenloher Molkerei: Ab März geht der Preis nach oben

Die Lieferanten der Hohenloher Molkerei erhielten 2020 einen durchschnittlichen Milchpreis von 34,43 ct/kg (4 % Fett, 3,4 % Eiweiß). Ab März soll es mit dem Preis nach oben gehen.

Enorme Umsatzsprünge zeichneten das vergangene Geschäftsjahr für die Hohenloher Molkerei in Schwäbisch Hall aus: Im März 2020 stieg der Umsatz um 30 %, im April stürzte er dagegen um 22 % ab. Von Dezember 2020 auf Januar 2021 musste die Genossenschaft dann erneut einen Umsatzverlust von 24 % verbuchen. In Summe lag der Umsatz mit 225 Mio. Euro aber um 8 Mio. Euro über dem Vorjahr. "Das ist beinahe unglaublich, was hier passiert. Corona stellt uns vor immense Herausforderungen", so Geschäftsführer Martin Boschet bei der Rückschau auf das vergangene Jahr.

Starker Strukturwandel

Der durchschnittliche Milchpreis des H-Milchspezialisten betrug vorläufig netto 34,43 ct/kg (4 % Fett, 3,4 % Eiweiß). Eine weitere Nachzahlung ist angekündigt. Damit liegt das Unternehmen, das 2020 täglich 1,15 Mio. kg Milch verarbeitet, über dem Schnitt in Baden-Württemberg von vorläufig 33,8 ct/kg sowie über dem Bundesschnitt von 32,4 ct/kg.

Mit diesen Preisen könne, so Boschet, kein Landwirt zufrieden sein. "Aber unsere Hohenloher Molkerei im Vergleich ein Stück weit doch, weil es zeigt, dass wir auf den richtigen Verwertungsmix gesetzt haben." In diesem Jahr sei geplant, wieder mehr zu investieren. Zum Beispiel in neue Tanklager, um sich auf eine in der Zukunft mögliche Trennung der Milch nach der Haltungsform einzustellen.

Sorge macht dem Unternehmen der starke Strukturwandel. Im letzten Jahr haben 6,57 % der Erzeuger ihren Betrieb eingestellt. Dabei seien sehr unterschiedlich große Betriebe betroffen. Derzeit liefern noch 933 Höfe ihre Milch an den größten Trinkmilch- und Butterhersteller in Baden-Württemberg.

Anbindehaltung: 5 bis 7 Jahre Übergangsfrist nötig

Einer Preisdifferenzierung zwischen Laufstall- und Anbindemilch, wie von einigen Molkereien jetzt eingeführt, erteilte Martin Boschet eine Absage: "Auch Bauern mit Anbindehaltung stehen zweimal täglich im Stall und geben ihr Bestes. Selbst wenn die Anbindehaltung mit Sicherheit keine Zukunft hat, sollten wir diese Leistung honorieren." Als Ergebnis einer Umfrage der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, an der sich alle Milcherzeuger der Molkerei beteiligten, ergab, dass der Übergang zur Laufstallhaltung eine Übergangsfrist von fünf bis sieben Jahren erfordere.

Der Anteil der Anbindehalter an allen Lieferanten der Molkerei beträgt aktuell 30 %. Ein hoher Anteil davon sei veränderungsbereit. Ein Fazit der Studie lautet zudem, dass die künftig möglicherweise entstehenden Erfassungs- und Verarbeitungskosten bei einem moderaten Übergang zur Laufstallhaltung nicht alleine von den Erzeugern getragen werden können.


Diskussionen zum Artikel

von H.Günter Perlberg

Anbindehaltung

Wäre die Anbindehaltung in Ostdeutschland verbreitet,und nicht in Bayern,wäre sie schon längst verboten.

von Gerd Uken

Getrennte Erfsssung der Milch

Wie bitte was ist denn an der Mioch unterschiedlich ob die Kühe nun angebunden sind oder ob auch diese nachher in der Weide zu finden sind. Ich verstehe nicht mehr!

von Hans Nagl

Respekt dieser Satz sagt viel

Auch Bauern mit Anbindehaltung stehen zweimal täglich im Stall und geben ihr Bestes.

von Josef Doll

Früher waren

die Tiere gerade in Dörfer 1000 Jahre immer im Stall. Und jetzt sollen gerade die die über 100 Arbeitsstunden je Kuh arbeiten weniger bekommen als die voll durchorganisierten Großbetriebe die bis zu 35 Ak je Kuh auskommen ? Außerdem sind die meisten Betriebe in den Bergen wo das ... mehr anzeigen

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