Nach Zeitungsbericht

Zuviele hornlose Rinder bei Demeter - Verband plant Regelpräzisierung Premium

Viele Demeter-Bauern halten auch 15 bis 20 Jahre nach der Umstellung noch hornlose Rinder, trotz anderslautender Werbung. Die Richtlinie ist bislang unpräzise und soll nun angepasst werden.

Nach einem Bericht in der Tageszeitung taz, wonach viele Demeter-Betriebe auch 15 bis 20 Jahre nach Umstellung noch genetisch hornlose Rinder im Stall haben, hat der Ökoverband eine Präzisierung seiner Regeln angekündigt.

Das Problem ist, dass Demeter bislang damit warb, dass die Betriebe nur behornte Rinder halten. Nach den taz-Recherchen Anfang Juni ergänzte der Verband einige Ausnahmen in seiner Erklärung:

"Neue Betriebe müssen ihre Herden Schritt für Schritt umstellen auf hörnertragende Tiere. Anders kann es in Anbetracht von über 90 % hornlosen Milchkühen in Deutschland auch gar nicht gehen. Doch die Hornlosigkeit vererbt sich genetisch dominant, daher kann es mehrere Generationen dauern, bis auf dem Betrieb tatsächlich nur noch Kälber geboren werden, die zu hörnertragenden Rindern heranwachsen. Da eine Demeter-Kuh schon mal 10, 12 Jahre alt wird, stehen also womöglich noch einige Zeit auch einzelne hornlose Kühe in der Herde. Die Kontrolle des Züchtungsfortschritts wird vom Verband an die Kontrollstellen beauftragt."

Keine Änderung an bisheriger Praxis

Auf Anfrage von top agrar online bestätigte Antje Kölling vom Demeter-Büro Berlin, dass umstellende Betriebe akzeptieren, ihre Herden schnellstmöglich auf hörnertragende Tiere zurückzuzüchten. "Es dürfen vom ersten Tag der Umstellung auf Demeter laut unserer Richtlinie nur genetisch horntragende Stiere (bzw. Sperma) zur Zucht eingesetzt werden, das wird auch so bleiben.

Trotzdem kann die Rückzüchtung mehrere Jahre dauern. Das ist gängige Praxis und gegenüber Demeter International angezeigt. Der Übergang steht aber noch nicht explizit in der deutschen Richtlinie, deshalb muss diese hier präzisiert werden....

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Der Demeter-Bioverband musste einräumen, dass viele Mitgliedsbetriebe auch 20 Jahre nach der Umstellung noch hornlose Rinder in den Ställen haben.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Gerald Hertel

Zurück in die Steinzeit ???

von Uwe Lamparter

Da wird sich

die landwirtschaftliche Unfallversicherung aber freuen: wieder mehr Kühe und Rinder in den Laufställen mit Hörnern aber kein Problem: die Kosten werden unter den Rinderhaltern umgelegt...

von Ernst Storm

Hörner

56 j ahre liegeboxenlafstall,56 jahre hornlos, keine verletzen menschen, ruhe im stall!! ernst Storm

von Paul Siewecke

Welchen Sinn soll das haben?

OK, das Ur-Rind und auch die Kühe damals (als ich noch ein Lausbub war...) hatten Hörner. Es gab auch Methoden, die Kälber zu enthornen, die nicht wirklich gut für das Tier und auch nicht für den Halter waren. Deshalb hat man den genetischen Weg gewählt, die Zucht auf "hornlos", damit eben die Verletzungsgefahr für Mensch und Tier signifikant sinkt! Aber warum nun die "Rückzucht"? Damit es "Schön" aussieht oder damit sich die Kuh auf der Alm gegen Wölfe verteidigen kann? Dafür nimmt man dann gerne wieder mehr Todesopfer unter der Landbevölkerung (und auch die Alm mitsamt ihrem Hund überquerende Touristen) billigend in Kauf? Einfach mal die Statistiken der Berufsgenossenschaft befragen! Und wer Bio machen möchte, für den sind auch noch andere Verbände da!

von Henrik Plaas-Beisemann

Ein bisschen mehr Gelassenheit

Egal was man von der Idee hält, dass zwingend alle Kühe bei Demeter Hörner haben müssen, eines ist klar den Pseudoskandal gibt es stets gratis dazu. Versucht man das Ziel mittels Bullenauswahl zu erreichen, geht es dem Verbraucher nicht schnell genug. Sollte Demeter einen schnellen Ausstieg beschließen, werden vermutlich hornlose Kälber scharf ausselektiert und zum Teil nur weil sie keine Hörner haben geschlachtet. Das würde die TAZ vermutlich auch entsprechend aufbereiten. Es ist einfach so: vieles dauert in der Landwirtschaft ein Jahr, anderes sogar eine Generation. Schon Jesus wusste, es hilft nichts an den Getreidepflänzchen zu ziehen. Landwirtschaft braucht Zeit. Diese Erkenntnis ist aber leider bei unserer Heute-Bestellen-Morgen-Bekommen-Übermorgen-Zurückschicken-Bevölkerung verloren gegangen. Das ist nicht nur ein Problem für Demeter, das ist ein Problem für alle die mit der Natur arbeiten. Deshalb etwas mehr Gelassenheit, lieber Verbraucher.

von Hermann Wissing

Hörnerihrsinn

Für Unfälle mit gehörnten Kühen sollte man den Demeter Vorstand persönlich für haften lassen. mfg! jupp wissing-marinbur

von Gerhard Steffek

Da eine Demeter-Kuh schon mal 10, 12 Jahre alt wird!

Eigentlich eine Frechheit! Bedenkt man nämlich Hintergründigkeit dieser Aussage. Als ob in anderen Betrieben die Kühe nicht auch so ein Alter erreichen können. Aber nein, nur der Demeter und die anderen Biobetriebe sind die "Guten" in denen die Kühe so alt werden und nicht schon nach 2 oder 3 Laktationen schon wieder geschlachtet werden, wie es später im Text heißt. // Noch nie etwas von dem Begriff "Remontierungsrate" gehört, oder was? // Allein schon nach der, geht man von einem Jungviehbesatz/Nachzucht von 30 % aus, dann geht statistisch gesehen jede Kuh nach der dritten Laktation. Auch in einem Demeterbetrieb! // Ist man aber zur Gänze ehrlich, dann muß auch Antje Kölling zugeben, daß GRUNDSÄTZLICH!!!! jedes Jahr EIN LEBEN über den Tisch geht. Schließlich bekommt die Kuh jedes Jahr ihr Kalb. Ist ja genetisch vorprogrammiert, so ist das Leben. Wäre beim Menschen auch nicht anders, gäbe es keine Verhütung . Aber bei der Kuh wollen wir nunmal das Kalb, ansonsten gäbe es ja keine Milch. // Also, wenn man schon jedes Jahr ein Kalb hat, dann ist es im Grunde genommen eine billige Farce sich zu brüsten das die Kühe 10 bis 12 Jahre leben. Denn dafür springt deren Nachwuchs um so eher "über die Klinge". // Ich denke, abgesehen von Ideologen, kann das auch der Dümmste kapieren. Es muß nur mal entsprechend ausgesprochen und erklärt werden. Früher war das ja eine Selbstverständlichkeit, aber heute bei unseren modernen "Intelligenzbestien", muß das erst einmal studiert werden.

von Georg Summerer

Horntiere im Laufstall

Über kurz oder lang wird die Frage aufgeworfen ob behornte Tiere im Laufstall nicht eine Tierquälerei ist. Entgegen der Behauptung dass sich die Tiere in demetergerechten Ställen nicht gegenseitig verletzen erzählen Tierärzte und auch die eigene Beobachtung etwas ganz anderes.

von Gerhard Steffek

Wieder einmal so ein ideologischer Schwachsinn!!

Da es auch von Natur aus Rinder ohne Hörner gibt, offenbart sich hier wieder einmal die Ideologie die hinter dem Ganzen steckt. Ideologien waren aber noch nie gut, gehen sie in aller Regel an der Realität vorbei. Zu früheren Zeiten, als die Rinder noch als Zugtiere gebraucht wurden, wurden hornlose Tiere ausselektiert, da sie nicht einzuspannen waren. Das Kummet wurde ja am Kopf und an den Hörner befestigt. Da war es logisch und notwendig das die Tiere Hörner hatten, ansonsten denke ich kommt die dominante Vererbung der Hornlosigkeit nicht von ungefähr. Ich denke, da will der Verband nur mal wieder aus ideologischen Gründen Gott spielen ohne aber die Historie, auf die ausgerechnet sie sich berufen, zu beachten.

von Heinrich Roettger

Text überarbeiten

Ständig wird hornlos und behörnt verwechselt

von Anton Obermeier

Demeter

Werben mit Regeln, die gar nicht eingehalten und auch der Verstoß nicht geahndet wird. Schöne heile Biowelt, was für eine Verbraucherverarschung!

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