Management

Horntragende Tiere im Laufstall halten – so geht’s!

Das Management von behornten Kühen ist besonders in Laufställen eine Herausforderung. Hier finden Sie fünf praktische Tipps für weniger Konflikte.

Die größten Konflikte von behornten Tieren lassen sich im Fress- und im Wartebereich beobachten. Sackgassen in Ställen rufen hingegen seltener Probleme hervor. Das zeigt die Auswertung eines Forschungsprojekts mit behornten Kühen der Uni Kassel. Die Haltung von horntragenden Kühen erfordert demnach ein besonderes Management. Auch beim Stallbau sind einige Punkte zu beachten. Bioland stellte stellte die Ergebnisse in einem Online-Seminar vor.

Eine Auswertung verdeutlicht, wo die meisten Auseinandersetzungen mit Körperkontakt im Stall stattfinden:

Grafik

Im Fress- und Wartebereich ist das Konfliktpotenzial hoch. (Bildquelle: Bioland)

Um einer (teilweise) horntragenden Herde auch im Stall gerecht zu werden, können Landwirte folgende Punkte beachten.

Praktische Tipps

  • Fressbereich: Mit verschließbaren Selbstfang-Fressgittern lassen sich alle Tiere zu den Hauptfütterungszeiten sicher fixieren. Das minimiert das Konfliktpotenzial und die Kühe können in Ruhe fressen. Landwirte sollten darauf achten, dass die Fressgitter breit genug und damit gut zugänglich bzw. schnell zu verlassen sind.
  • Kraftfutterstationen: Oft werden diese Bereiche zum Nadelöhr. Einige Kühe versuchen fressende Tiere aus den Stationen „heraus zu boxen“ – häufig entstehen dadurch Verletzungen. Einige Betriebe haben jedoch die Erfahrung gemacht, dass alte Kraftfutterstationen als Zufluchtsort dienen. Hier sollten Milchviehhalter betriebsindividuell abwägen, ob vorhandene Kraftfutterstationen in das Management passen.
  • Wartebereich: Ein begrenztes Platzangebot bedeutet für die Kühe Stress und die Verletzungsgefahr steigt. Ist dieser Bereich quadratisch und nicht schlauchförmig angelegt, bietet er den Tieren eine bessere Ausweichmöglichkeit.
  • Melken: Nach dem Melken kommt es vor, dass ranghöhere Tiere den Ausgang blockieren. Rinderhalter können während der Melkzeit frisches Futter vorlegen, damit die Kühe zügig den Fressbereich aufsuchen und den Weg frei machen.
  • Weide: Der Weidegang im Sommer wirkt sich aufgrund des großen Platzangebots positiv auf die Konfliktsituation aus. Außerdem entlastet das die Interaktionen im Fressbereich.

Infos zum Projekt

An dem dreijährigen Forschungsprojekt der Uni Kassel „Hörner im Laufstall“ nahmen insgesamt 39 Betriebe aus Deutschland teil. Die meisten Betriebe befinden sich im Süden, einige in West- bzw. Norddeutschland. Die Anzahl der Kühe war mit 13 bis 135 Kühen pro Betrieb sehr unterschiedlich. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sowie das Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) finanzieren das Projekt.


Diskussionen zum Artikel

von Ralf Krausmueller

Ich war neulich

bei einem Berufskollegen mit behornter Milchviehherde in einem Boxenlaufstall. Dort war alles top und die oben genannten Vorschläge wurden sowieso schon lange umgesetzt. Trotzdem war ich erschrocken über die Verletzungen, die sich die Tiere gegenseitig zugeführt haben. Da ist das ... mehr anzeigen

von Günter Schanné

Falsch

Die richtige Maßnahme wäre 1. den Grund für die Verletzungen herausfinden und dann die Ursachen abstellen oder der Einsatz hornlos vererbender Bullen. Schmerzen und Leiden gegeneinander aufzurechnen ist ethisch höchst fragwürdig.

von Günter Schanné

Umgang mit horntragenden Rindern

Wer´s nicht kann, soll´s eben bleiben lassen. Es gibt genug genetisch hornlos vererbende Bullen. Das routinemäßige betäubungslose Ausbrennen der Hornknospen bei Kälbern ist ein Verstoß gegen das generelle Amputationsverbot in § 6 Abs. 1 Satz 1 TierSchG und eine Straftat nach § ... mehr anzeigen

von Dietmar Weh

Gleiche Scheiße wie: Wir brauchen den Wolf

Einfach nur dumm!

von Gerd Uken

Das einzig positive

an begleiten sie können dem Wolf ordentlich einen piksen- mehr aber auch nicht. Da hat bestimmt jemand seine Masterarbeit dran geschrieben......

von Renke Renken

CO² - Bilanz verbessern - so geht´s

Alle, die jeden Tag irgend so einen Müll verbreiten, bekommen eine Schaufel oder eine Forke in die Hand und verrichten Arbeit, für die bislang in Verbindung mit Maschinen Energie vergeudet worden ist.

von Thomas Blöthner

Was ein Schmarrn !

Soo schön kann ökologischer Landbau gar nicht sein das ich mich mit behornten Kühen abgebe. Warte noch auf den Aufschrei der BG .....

von Hans Mayer

Wenn sie es nicht können

dann lassen Sie es doch bleiben und steigen Sie auf Hühnerhaltung um, da passiert ihnen nichts, aber verstümmeln sie doch nicht wegen ihrer Unfähigkeit andere Lebewesen!

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