Demeter/Bioland

Hornviehhaltung kann auch im Laufstall funktionieren

Gerade im Laufstall kann es bei behorntem Milchvieh immer wieder zu Problemen kommen. Ökoverbände beweisen nun zusammen mit der Uni Kassel, dass das geht.

Die Haltung horntragender Tiere kann durchaus sehr gut funktionieren, und das auch in einem Laufstall. Das zeigen die Ergebnisse des Forschungsprojekts „Hörner im Laufstall“, das vom Anbauverband Demeter gemeinsam mit Bioland und Wissenschaftlern der Universität Kassel über fünf Jahre durchgeführt wurde.

Laut Demeter haben die beteiligten Praktiker bestätigt, dass die Haltung von horntragenden Rindern auch unter Gesichtspunkten der Arbeitssicherheit möglich ist. Insgesamt 39 Betriebe seien vom Forschungsteam über den gesamten Zeitraum seit 2014 mit Beratungsgesprächen und Erhebungen - im Sommer auf der Weide und im Winter im Laufstall - begleitet worden.

Gerade im Laufstall könne es bei behorntem Milchvieh immer wieder zu Problemen kommen, beispielsweise durch enge Gänge, Konkurrenz am Futtertisch oder ein schlechtes Herdenmanagement, erläuterte der Anbauverband. Die lange und intensive wissenschaftliche Begleitung habe für solche Herausforderungen ganz praktische Lösungswege aufgezeigt. So verhindere der sommerliche Weidegang die allermeisten Verletzungen, und ein gutes Herdenmanagement bringe Ruhe in die Herde. Mehr Platz am Futtertisch sowie breitere Gänge im Stall minderten zudem die Konkurrenzsituationen.

Mitautor und Demeter-Berater Ulrich Mück sieht den Schlüssel für die Haltung horntragender Milchkühe im Laufstall darin, das Sozialverhalten der Rinder zu verstehen: „Das genaue Beobachten der Kühe und ein gutes Mensch-Tier-Verhältnis ist die beste Voraussetzung dafür.“

Laut Mück soll das Projekt auch anderen Betrieben Mut machen, wieder horntragende Milchkühe zu halten und über eine Bio-Zertifizierung nachzudenken. Gleichzeitig solle es Betrieben Entwicklungschancen für eine wesensgemäße und zukunftsfähige Milchviehhaltung geben.


Diskussionen zum Artikel

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In Demeter-Betrieben dürfen keine genetisch hornlosen Rinder gehalten werden. Dagegen dürfen Bullen verstümmelt werden durch Kastration mit z.T. mehreren Wochen Schmerzen. Wie passt dies zum Tierschutz und zum höchsten Tierwohllabel? Auf Friedfertigkeit gezüchtete Bullen können ... mehr anzeigen

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Tierquälerei!

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Wenn Kühe ihre Waffen tragen sollen, muß auch jeder Bürger in der Öffentlichkeit eine Waffe tragen dürfen. TA titelte einst "Waffe und Hindernis zugleich". Vor Jahren hat sich die freundlichste Kuh im Stall nur nach mir umgedreht, und ich hatte das Horn in den Rippen. Mit bewaffneten ... mehr anzeigen

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Behornte Kühe

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Wir werden sehen

ob der Käufer entsprechend so manchen vollmundigen Aussagen bei Meinungsumfragen, bereit ist, auch für die höheren Kosten aufzukommen.

von Ulrich M. Sorg

Man kann nicht alles dem Verbraucher überlassen - der Gesetzgeber muss klare Vorgaben machen, was dem Tierwohl dient

von Ernst Storm

hornlos

in unserem betrieb sind die Kühe im liegeboxenlaufstall seit 1963,also 57!! jahre hornlos, mit erfolg, keine Verletzungen von mensch und Tier! ruhe im stall, keine Rangkämpfe! warum dann noch teure wissentschafler bemühen, wenn die Sache schon so lange bekannt ist? ernst Storm,leck,nordfriesland.

von Eike Hancken

Zwischen den Zeilen lesen ...

Im Text heißt es : ... verhindert die allermeisten. Klingt für mich nicht ausreichend. Ich finde die Idee der unterschiedlichen bg Gebühren in diesem Fall für richtig

von Alena Rotthege

"Wes(s)ensgemäße" Milchviehhaltung?

Wer bei den Initiatoren und Durchführenden des Forschungsprojektes ein anderes Ergebnis erwartet hat, der dürfte auch noch an den Weihnachtsmann glauben. Hinsichtlich der Unfallgefährdung wird bspw. beim Mais auch unterschieden zwischen Druschmais und Silomais. Letzterer generiert bei ... mehr anzeigen

von Andreas Christ

natürlich

schonender ist es die Tiere in alter bis 14 Tage zu entthronen. dann ist ein leben lang ruhe. vielleicht sollte sich die Berufsgenossenschaft in die Diskussion einbringen. was sollen wir eigentlich noch alles auf uns nehmen?

von Wilfried Maser

schärfere Auswahl

Könnte funktionieren, wenn die aggressivsten Tiere rechtzeitig aus dem Bestand entfernt werden und genügend Platz vorhanden ist, damit rang niedere Tiere rechtzeitig ausweichen können. Hätte erwartet dass, nach 5 Jahren Beobachtung, schon erste Ergebnisse zu Platzbedarf, Gestaltung ... mehr anzeigen

von Rudolf Rößle

Quatsch

jeder der Tiere behandelt, sei es mit einem Boli oder einer Vitamingabe weiß, wie gefährlich das schlagen des Kopfes sein kann. Bei der Boxenpflege oder anderen Tätigkeiten hat bestimmt schon jeder einen ich will hier vorbei oder du störst mich Rempler bekommen. Auf der Weide ... mehr anzeigen

von Diedrich Stroman

Hornvieh,!

Als in den 70 igern die Einkreutzung mit Holstein Frisian Bullen begann, hatten unsere Zweinutzungsrinder gebogene Hörner welche nach innen wuchsen, der Druck der Märkte wollte mehr und höhere Milchleistung, und dieses sollte durch die Einkreuzung passieren. Es war aber bei den ... mehr anzeigen

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