Impfung effektivste Methode gegen Hautknotenkrankheit

Die effektivste Maßnahme, um die Ausbreitung der "Hautknotenkrankheit" (Lumpy-skin-disease, LSD) zu verhindern ist es, die Rinder zu impfen. Die Europäische Lebensmittelbehörde hat im Auftrag der EU-Kommission eine Stellungnahme über die Effektivität verschiedener Maßnahmen zur Kontrolle der Krankheit erstellt.

Eine vom LSD-Virus befallene Kuh. (Bildquelle: Screenshot www.ages.at/ BMG Bulgarien)

Die effektivste Maßnahme, um die Ausbreitung der "Hautknotenkrankheit" (Lumpy-skin-disease, LSD) zu verhindern ist es, die Rinder zu impfen, berichtet der Agrarische Informationsdienst und beruft sich dabei auf die Europäische Lebensmittelbehörde (EFSA). Diese hat im Auftrag der EU-Kommission eine wissenschaftliche Stellungnahme über die Effektivität verschiedener Maßnahmen zur Kontrolle der Krankheit erstellt.

Demnach soll bei konsequenter Impfung die Keulung betroffener Tiere ebenso effizient sein wie die Keulung ganzer Herden. So sei es derzeit nach EU-Recht vorgesehen. Die größte Wirksamkeit entfaltet die Impfung wiederum, wenn sie durchgeführt wird, bevor der Virus in einer Region oder einem Land auftrete. Die Sachverständigen der EFSA empfehlen daher, die Immunisierung in allen Gebieten einheitlich vorzunehmen.

Wie das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) berichtet, sind Lebendvirus-Impfstoffe in der EU aktuell noch nicht zugelassen, können aber im Rahmen einer Notfall-Impfkampagne nach entsprechenden Durchführungsbeschluss der EU-Kommission zur Anwendung kommen. Die Ringvakzinierungen hätten in Griechenland und anderen Balkanstaaten noch nciht dazu geführt, dass die Tierseuche getilgt werden konnte.

LSD in den meisten afrikanischen Ländern und seit einigen Jahren auch in der Türkei vor. Im August 2015 wurde das Virus bei Herden in Griechenland diagnostiziert. Im Frühjahr 2016 meldeten Bulgarien und Mazedonien erste Krankheitsausbrüche und im Lauf des Jahres 2016 wurde die Tierseuche in weiteren Ländern des Balkans festgetellt. Es muss eine Weiterverbreitung auch in nördliche Richtung befürchtet werden, so dass mit LSD eine bisher in der EU nicht heimische Tierseuche Fuß fassen könnte und unter Umständen auch Rinder in Deutschland gefährdet sind, heißt es in der Stellungnahme des FLI weiter.

LSD ist eine Viruserkrankung, die in erster Linie durch blutsaugende Insekten übertragen wird. Klinisch erkrankte Tiere zeigen Fieber und später typische Hautveränderungen (Knötchen). Tragende Tiere können abortieren. Bei LSD handelt es sich um eine anzeigepflichtige Tierseuche.

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