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Interview: Wie viel Mehrwert bietet QM+?

QM+ ist der vom Qualitätsmanagementsystem QM-Milch entwickelte Standard, um Milch in Haltungsform 2 zu listen. QM-Milch Geschäftsführer Ludwig Börger stellt sich kritischen Fragen.

Mit dem von QM-Milch entwickelten Standard namens QM+ können Landwirte Milch für Haltungsform 2 liefern. Voraussetzung ist, dass die Molkerei QM+ Milch erfasst und an den Handel vermarkten kann. Für QM+ zertifizierte Landwirte soll es einen Bonus in Höhe von 1,2 ct/kg Milch geben. Der Handel will den Bonus aber nur für die gelistete Milchmenge bezahlen und nicht für die gelieferte Menge. Ludwig Börger ist Geschäftsführer von QM-Milch und Milchreferent beim Deutschen Bauernverband und beantwortet offene Fragen.

Den vollständigen Beitrag finden Sie in top agrar-Ausgabe 4/2022 auf Seite R6.
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Ab April soll QM+ Milch im Handel gelistet sein. Bleibt es dabei?

Börger: Ja, wir arbeiten daraufhin, dass im April die ersten QM+ gelabelten Produkte im Kühlregal stehen ­können. Die Markteinführung wird ­allerdings schrittweise erfolgen.

Wie ist die Resonanz von Molkereien und Handel?

Börger: Aktuell sieht es so aus, dass nicht direkt ab April große Teile der Regale mit QM+ Milch bestückt sein werden. Molkereien und der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) beschäftigen sich aber mit der Einführung von QM+. Das entspricht auch der Branchenvereinbarung, die besagt, dass der LEH für seine Handelsmarken auf möglichst viel QM+ Milch zurück­greifen soll. Ziel ist, möglichst vielen Landwirten die Teilnahme am Programm zu ermöglichen.

Wer war an der Branchen­vereinbarung beteiligt?

Börger: Die Vereinbarung haben führende Vertreter vom Bundesverband des Deutschen Lebensmitteleinzelhandels, vom Deutschen Raiffeisenverband, vom Deutschen Bauernverband und vom Milchindustrie-Verband ­unterzeichnet.

Welche Abnahmemengen sind ­konkret vereinbart worden?

Börger: QM+ ist nicht als Nischen­programm angelegt, sondern für einen Anteil an der deutschen Milchproduktion im guten zweistelligen Prozent­bereich. Vereinbarungen für die Annahme konkreter Mengen gibt es aber nicht. Das hätte kartellrechtlich zu Problemen geführt. Aus diesem Grund wurde auch keine konkrete Summe festgelegt, die die Molkereien für den höheren Logistikaufwand bekommen.

Für die Landwirte hat QM-Milch aber eine Vergütung von 1,2 ct/kg in Aussicht gestellt. Ist das sicher?

Börger: Das gesamte Finanzierungsmodell liegt noch zur Prüfung beim Kartellamt. Wir gehen aber nicht ­davon aus, dass das gekippt wird.

Öffnet ein nicht vereinbarter Zuschlag nicht Tür und Tor für Molkereien, ihr eigenes Ding zu machen und am Ende sogar am Grundpreis zu sparen?

Börger: Das würde nicht der Branchenvereinbarung entsprechen. Dort ist festgehalten, dass teilnehmende Landwirte einen...

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