Zuchtwertschätzung Fleckvieh

Zuchtwerte: Keine große Bescherung

Die Zuchtwertschätzung im Dezember verteilt keine großen Geschenke an die Fleckvieh-Vererber der Bunten Liste. Waban bleibt an der Spitze. Bernhard Luntz von der LfL fasst die Ergebnisse zusammen.

Wille-Sohn Waban bleibt an der Spitze der der geprüften Fleckvieh-Vererber. (Bildquelle: Werkbild)

Das Spitzentrio bliebt stabil: Wille-Sohn Waban führt mit GZW 140 weiter die Topliste der nachkommengeprüften Vererber an. Mahango (GZW 138; V. Mungo) wechselt seinen Platz mit Hurly (GZW 139; V. Hulkor), der jetzt auf Platz zwei rangiert. 1400 weitere Mahango-Töchter im System zeigen deutlich die Veränderungen seit der Einführung von Genomik. Entsprechend kamen auch weitere Exterieurbewertungen dazu, die den anfänglichen Euterzuchtwert nicht ganz bestätigen konnten.

Neueinsteiger: Fleckviehherzen schlagen höher

Mit dem Hutera-Sohn Herzschlag (MV: Wildwest) kommt der mit Abstand interessanteste Neueinsteiger in die Liste der geprüften Vererber. Seine Töchter in Deutschland und Österreich bescheinigen ihm ein enormes Leistungspotential. Unter den Fleckviehbullen ist er jetzt Listenführer im Milchwert, bei einem beeindruckenden Milchmengenniveau.

Nicht ganz die Qualität seines Halbbruders kann Haribo (MV: Rurex) vorweisen. Mit einem Zuchtwert von über 1000 kg Milch gehört er auch zu den beachtenswerten Newcomern. Sein bisheriger Einsatz weist ihn auch als Kalbinnenbulle aus. Das ausgeglichene Vererbungsprofil hat Varistor von seinem Vater Vlax mitbekommen. Die in der Regel kräftigeren Striche sollten bei der Anpaarungsplanung gezielt berücksichtigt werden.

Dass auch die Hornloszucht mittlerweile in den Toplisten Einzug halten kann, beweist abermals der Valero-Sohn Vollgas P*S (MV: Ermut). Milch- und Fleischwert sind auf gutem Niveau, wobei er auf größere und substanzvollere Kühe die passende Grundlage wäre. Die Nachzucht zeigt tadellose Fundamente. Beim Euter sollte ein Augenmerk auf die feinere Strichvererbung gelegt werden.

Linie Plastik ist gefährdet

Die alte Linie Plastik, die über viele Jahre in der Fleckviehzucht eine bedeutende Rolle gespielt hat, droht zu verschwinden. Lediglich über die Passion-Söhne können neue Blutanteile genutzt werden. Pallas (MV: Witzbold) konnte sich um +5 Punkte im GZW nach oben schieben und weckt somit Interesse. Auf große Kühe ist er eine Linienalternative.

Auch die Linie Humberg kann über den Seitenast Humid, mit dem Huascaran-Sohn Orka (MV: Waldbrand) neue Impulse setzen. Seine Töchter zeigen bisher ordentliche Leistungen und ein ansprechendes Exterieur. Dass ein hoher Verkaufspreis nicht immer auch spätere Zuchterfolge garantiert, zeigt sich am Beispiel Weltenburg. Von ihm wurden nur acht Söhne angekauft, wobei Weltass (MV: Vanstein) aktuell der Beste ist. Trotz 130 GZW ist er bei starker Betonung der Inhaltsstoffe und mäßiger Milchmenge eher ein Mitläufer.

Im Vergleich zur August-Zuchtwertschätzung gibt einige Änderungen: Erfreulich ist die GZW-Steigerung um vier Punkte bei Warrior. Einen herben Rückschlag musste Hubert einstecken, dessen Töchter nicht das vorgeschätzte Durchhaltevermögen beweisen konnten. Ebenfalls erwähnenswert ist die Veränderung im Euterzuchtwert bei Hubraum infolge weiterer 180 neuen Töchter in der Nachzuchtbewertung. Sie bewirken acht Punkte minus in diesem wichtigen Zuchtmerkmal. Eine Korrektur im GZW (-4 P.) kommt noch hinzu, und sein Halbbruder Hubertus ereilt das gleiche Schicksal.

Die vollständige Bunte Liste, mit allen deutschen und österreichischen Besamungsbullen der Rassen Fleckvieh und Braunvieh, die aktuell verfügbar sind, gibt es hier:

Weitere Infos finden Sie hier: www.lfl.bayern.de

Artikel geschrieben von

Anke Reimink

Redakteurin Rinderhaltung

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