top agrar plus Wirtschaftsforst in Uruguay

Klimaneutrale Milch: Betrügt Aldi mit Zertifikaten?

Aldi bewirbt einige Produkte mit einem Label, dass Klimaneutralität verspricht. Recherchen zeigen nun, dass die Ausgleichsprojekte in Südamerika dazu nicht geeignet sind. Alles nur ein Marketingtrick?

Aldi bewirbt die Landmilch der Molkerei Gropper seiner Eigenmarke FAIR & GUT als „klimaneutral“. Durch die Unterstützung von zertifizierten Umweltprojekten in der Welt würden die bei uns anfallenden, nicht vermeidbaren CO2-Emissionen der Milchproduktion ausgeglichen, heißt es in einem Werbefilm des Discounters.

Recherchen des ZDF-Magazins Frontal (Sendung vom 21.6.22) und der Verbraucherschutzorganisation foodwatch belegen aber, dass es sich um einen Marketingtrick mit einem irreführenden Label handelt. So würde Aldi heute schon Ausgleichsprojekte anrechnen, die in der Realität noch gar keinen CO2 Ausgleich liefern - wie etwa Aufforstung in deutschen Wäldern. Hier dauere es noch 20 Jahre, bis die Bäume effektiv CO2 aus der Luft entziehen. Außerdem sei es gar nicht erlaubt, innerhalb von Europa CO2 auf europäischen Flächen zu kompensieren, sagt Simon Tangerding von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald gegenüber dem ZDF.

Aldi änderte nach dem Bericht seine Urkunde und die Homepage zum Thema Waldaufbau, heißt es weiter. Der Ausgleich finde tatsächlich nicht in Deutschland, sondern in Uruguay statt.

Wirtschaftswald dient als Labelgrund

In dem südamerikanischen Land soll neuer Wald geschaffen und so CO₂ gebunden werden. ZDF Frontal war vor Ort und stellte fest, dass es sich um einen Wirtschaftswald zur Eukalyptusholzproduktion handelt. Neue Bäume würden also für den internationalen Holzmarkt und die Zelluloseherstellung angepflanzt. Laut den Regeln dürfte es den Wald aber nur geben, weil Aldi ihn finanziert, anlegt und schützt. Laut dem Bericht sieht es aber so aus, als nutze der Händler einen ohnehin bestehenden Wirtschaftsforst, um sich ein Label zu geben. Die...

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