Lactalis schluckt Omira

Jetzt ist es amtlich: Die frazösische Privatmolkerei Lactalis übernimmt die angeschlagene Genossenschaftsmolkerei Omira. In der heutigen Gesellschafterversammlung stimmten 97,8 % der Omira-Gesellschafter zu "Es gibt doch gar keine Alternative", sagte gestern noch ein frustrierter Omira-Lieferant gegenüber top agrar.

Lactalis schluckt Omira. (Bildquelle: Werkbild)

Jetzt ist es amtlich: Die frazösische Privatmolkerei Lactalis übernimmt die angeschlagene Genossenschaftsmolkerei Omira. In der heutigen Gesellschafterversammlung stimmten 97,8 % der Omira-Gesellschafter zu "Es gibt doch gar keine Alternative", sagte gestern noch ein frustrierter Omira-Lieferant gegenüber top agrar. Nach eigenen Angaben sichert sich Omira damit gute Zukunftsaussichten für beide Standorte und eine 10-jährige Milchpreisgarantie für alle Milcherzeuger.
 
Wichtige Bestandteile Zukunftpaketes sind unter anderem:

Im Sommer 2016 ist Omira ins Straucheln geraten und bildet seit Monaten das bundesweite Milchpreis-Schlusslicht. Hauptgrund hierfür waren die hohen Interventionsbestände im Bereich Pulver, die die Preissteigerungen in diesem Segment blockiert haben, so die Molkerei in einer Mitteilung. Daraus resultierenden Kündigungen und Kündigungsandrohungen sorgten für Planungsunsicherheit im Hinblick auf die notwendigen Investitionen und Weiterentwicklungen.

Das habe Omira veranlasst, Partnergespräche zu intensivieren. Dabei habe sich die Lactalis-Gruppe als optimaler Partner herauskristallisiert. Mit diesem Vorgehen sei die Omira ihrem Ziel treu geblieben, für alle Milcherzeuger eine gesicherte Zukunft in Aussicht zu stellen und dabei ein ausgewogenes Chancen-Risiko-Verhältnis für die Mitglieder zu wahren.

Durch die heutige Zustimmung zur Übernahme würden allen Milcherzeugern eine gute Planungsgrundlage und eine langfristige Perspektive geboten. Das unternehmerische Risiko von Investitionen in die Molkerei liege zukünftig bei der Lactalis-Gruppe.

Die  Zustimmung von 97,8 %, die sehr deutlich über der notwendigen Mehrheit von 75 % liegt, zeige, dass die Omira-Milcherzeuger von den Möglichkeiten überzeugt seien, die die Übernahme durch die Lactalis-Gruppe bieten, so die Molkerei. Einzelne Milcherzeuger gaben dagegen gegenüber top agrar an, dass es quasi keine Alternative gegeben hätte.

Nach der notwendigen formalen Zustimmung des Kartellamts, die im Verlauf des Monats August erwartet wird, wird zunächst der Geschäftsbetrieb mit den Beschäftigungsverhältnissen, inklusive der für die Mitarbeiter wichtigen Bestandteile wie tarifliche Bindung und Betriebszugehörigkeiten, auf die Omira Industrie GmbH übertragen. Im nächsten Schritt übernimmt die Lactalis-Gruppe dann die Omira Industrie GmbH.

Die Omira Oberland-Milchverwertung GmbH wird ab Zustimmung des Kartellamtes eigenständig im Eigentum der Milcherzeuger verbleiben und ausschließlich für die Beschaffung und Verwaltung der Rohmilch zuständig sein. Sie wird weiterhin die Milchmengen aller Milchlieferanten sowie der angeschlossenen Genossenschaften bündeln und die Milch dann selbstständig an die Lactalis-Gruppe verkaufen. Vertreten wird die Omira Oberland-Milchverwertung GmbH auch weiterhin durch die Mitglieder des aktuellen Aufsichtsrats. Die Verträge zwischen den Milcherzeugern sowie der angeschlossenen Genossenschaften und der Omira Oberland-Milchverwertung GmbH bleiben inklusive der bisherigen Kündigungsfristen unverändert bestehen. Ab dem 01.09.2017 gelten dann für alle Milcherzeuger die vertraglich von der Lactalis-Gruppe zugesicherten Milchpreisgarantien mindestens bis 31.12.2027.
 

Artikel geschrieben von

Patrick Liste

Redakteur Rinderhaltung

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