Milchviehforum Düren

Lässt sich mit Kühen noch Geld verdienen? Premium

Viele Milcherzeuger stehen unter Druck. Sind die Auszahlungspreise der Molkereien Schuld? "Nein", sagt Simon Ickerott beim Milchviehforum in Düren. Das Stichwort sei Kosteneffizienz.

„Es ist ein schweres Geschäft mit Milchviehhaltung Geld zu verdienen“ sagte Simon Ickerott gleich zu Beginn seines Vortrags beim Milchviehforum in Düren (Nordrhein-Westfalen). Laut des Teamleiters der Beratungsregion Westfalen bei der der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen (LWK NRW) sollte der Zielgewinn eines Milchviehhalters bei 60.000 € pro Jahr liegen. Zusätzlich sollten Betriebsleiter jährlich Eigenkapital in Höhe von 20.000 € bilden. Statistiken hätten gezeigt, dass auf der Entnahmeseite auf Milchviehbetrieben rund 60.000 € anfallen. „Wenn die Entnahmen höher sind als der Gewinn, entsteht ein Ungleichgewicht und die Betriebe sind zunehmend auf Fremdkapital angewiesen“, erklärte er die Situation vieler Betriebe. „Es gibt allerdings noch große Schrauben an denen viele...

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Diskussionen zum Artikel

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von Anton Dinauer

Kosten oft nicht Zeitraumecht

Es mag sein das Unterschiede im Milchpreis nicht sofort auf den Betriebsgewinn durchschlagen. Ist der Milchpreis sehr schlecht müssten nötige Ersatzinvestitionen und oft sogar nötige Reparaturen verschoben werden. Steigt der Milchpreis dann endlich an, können mit der zusätzlichen Liquidität diese Ersatzinvestitionen/ Reparaturen ausgeführt werden.

von Matthias Zahn

Umgekehrt,

könnten wir ja die Löhne aller Berater erfassen. Und dann senken wir diese, bis nur noch 25% von ihnen ihre Familie ernähren und einmal im Jahr Urlaub machen können. Und den restlichen 75% sagen wir: "Mehr Lohn würde euch ja gar nicht helfen, weil ihr das Geld eh nur für unsinnige Dinge ausgeben würdet! Ihr müsst euren Lebensstandard (Kosten) senken oder mehr Stunden arbeiten, dass bringt euch weiter! Ihr könnt auch noch euren Opa und eure Kinder mithelfen lassen, das Geld bekommt dann ihr. Ach ja, ein wenig staatliche Förderung gibts auch noch, aber nur wenn der Staat die deutschen Beraterlöhne auf Weltmarktniveau zurück fahren darf. Die Differenz wird dann zu 40% erstattet...." Toller Ansatz.....

von Eugen Sauter

20 cent?

ein völlig logischer Kommentar demzufolge es ja am besten wäre, der Milchpreis würde dauerhaft auf 20 Cent sinken. Die Kosten würden dann ebenfalls stark sinken und alle wären glücklich!

von Gerd Schuette

1 ct/kg Kostensteigerung oder 1 ct/kg weniger Milchgeld haben exakt die selbe Wirkung.

Die betriebswirtschaftlichen Auswertungen zeigen eine hohe Spanne in den Erzeugungskosten zwischen den Betrieben. Vorsicht ist geboten wenn nur DB-Rechnungen verglichen werden, besser und aussagefähiger sind Vollkostenvergleiche. Aus einer großen Spanne in den Milcherzeugungskosten zu schließen, daß der Milchauszahlungspreis nicht wichtig ist, ist mindestens grob fahrlässig und falsch. Die Aussage, dass es keinen Zusammenhang zwischen Milchauszahlungspreis und Betriebsergebnis gibt, ist inhaltlicher Quatsch. Das Herr Ickerott diesen Zusammenhang statistisch nicht gefunden hat, ist ein anderes Thema. Das es andere Einflußgrößen gibt, die mehr Auswirkung auf das Betriebsergebnis haben, ebenso.

von Hans Nagl

@ Redaktion

Bitte alle Kommentare an Herrn Ickerott weiterleiten.

von Karl-Heinz Mohrmann

Selten so einen unfassbaren Quatsch gelesen

von Helmut Krol

Traurig!

Das darf doch nicht wahr sein!Da gehen die Bauern Monatelang auf die Straße für mehr Respekt und Anerkennung und das Lebensmittel mehr wert sind und dann kommt da so ein (Ich sags besser nicht )daher und behauptet das hätte alles nichts mit dem Auszahlungspreis zu tun !Na super ,wieder beim Verbraucher gepunktet!Der Verfasser sollte sich schämen!

von Ottmar Ilchmann

Herr Ickerott hat recht!

Bei einer gut zahlenden Molkerei kann jeder Stümper Geld scheffeln! Nur wahre Könner schaffen es, auch mit Dauertiefpreisen wie z.B. beim DMK ihren Betrieb am Leben zu halten ;-) Tut mir leid, auf solche Ausführungen kann ich nur noch mit Sarkasmus reagieren.

von Alois Riedl

@ Redaktion:

Analog würde das ja bedeuten: ...Viele Verlage stehen unter Druck. Sind die Abopreise Schuld? "Nein"... ---- Also kann/darf ich jederzeit meinen Abopreis nicht vollständig überweisen :-) Für den Verlag ist das ja kein Problem...

von Gerd Uken

Am 26.8 hatte ich mal

Über TA eine Frage an den SH Berater gestellt wie denn die Rechnung wäre wenn der Milchpreis um 3-4 Cent fallen würde- bis heute kam noch nichts. So viel zu Beratern.... 1 Cent Milchgeld entscheiden über 10.000€ Betriebseinnahme oder auch nicht da muss man nicht hier noch ne Schippe extra geben. Wenn ich mir dann so anhöre was immRaum NRW südliches Oldenburger/Münsterland an Pachten gezahlt wird , dann versteh ich es ehrlich gesagt nicht denn dann müssten ja Alle im BZA Vergleich mindestens Friesland Campina Auszahlungsniveau haben 34 plus! Mit Leuchtturmpreisen ist das nicht zu stemmen. Die Kammer hatte doch ganz andere Zahlen da stand was von 30.000€ Betriebsgewinn??

von Rudolf Rößle

BZA

über die Jahre gesehen ist schon der Milchpreis entscheidend für die absolute Höhe des DB. In den Krisenjahren hatten wir dort eine deutliche Talfahrt. Biobetriebe würden mit 33 Cent wohl pleite gehen. Der Gewinn /Jahr kann gesteuert werden, indem ich bei weniger Milchgeld weniger investiere oder weniger Privatentnahme tätige. In unserer BZA Ringauswertung sind die entscheidenden Kriterien neben dem Milchpreis: Leistung, Grundfutterleistung/ Kraftfutter/kg Milch und die Nettoremontierung. Das sagt in der Regel auch viel über die Tiergesundheit aus.

von Norbert Post

@Redaktion/ Nagl

Wenn das stimmt, dass man keinen guten Milchpreis braucht um ein gutes Ergebnis zu erzielen, können wir doch einfach den Milchpreis auf € 0 setzen. Liebe Redaktion, es ist die Frage und der Hinweis erlaubt, dass Kosteneffizienz wichtig für das Ergebnis ist und da auch Unterschiede liegen, das ist nichts neues, aber den Bauern dabei selbst die Schuld zu geben und den Molkereien einen Freifahrtschein für die desolate Lage der Milchbauern zu geben, hat schon was. Sowas zu sagen und auch noch zu berichten.

Anmerkung der Redaktion

Lieber Herr Post, wir als top agrar können nur berichten, was in der Welt passiert und was Redner sagen. Wenden Sie sich mit Ihrer Kritik bitte an Simon Ickerott. Wenn wir Aussagen bewusst weglassen, weil sie nicht ins Bild passen, würden wir nicht neutral berichten und die Realität verfälschen. Ihre angeregte Diskussion über das Thema freut uns aber, weiter so. Gruß Alfons Deter

von Norbert Post

BZA

... ich glaube keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe. ES kann doch nicht wahr sein, dass die Beraterin sagt, die Bauern sind selbst schuld. Wenn ich € 60.000 brauche( nach Steuern) + 20.000 EK Bildung, auch netto, dann sind das schon €80.000. Das ganze dann vor Steuern mind. €110.000 brutto vor Steuern. Wenn man dann noch die Abschreibung von € 40.000 ( 20 Jahre *40.000 = 800.000 = 80 Kuhstall) = €150.000. Das ganze bezogen auf Spitzenleistung von 10.000 kg pro Kuh und Jahr, müsste jede Kuh mind €2.000 DB erzielen oder 20 Cent / kg. Dazu die variablen kosten von mind. 15 Cent, ergibt bei mir mind 35 Cent. Und die Berechnung beinhaltet noch nicht mal einen vernünftigen Stundensatz geschweige denn einen Zins für das Risiko. Ich weiß nicht wie man sowas veröffentlichen darf. Es ist ein Beleidigung an alle, die 365/24 melken und Tag und Nacht den Kopf dafür hinhalten.

von Hans Nagl

@ Redaktion glauben sie das wirklich ???

Der Berater bezieht sich auf Ergebnisse vieler Betriebszweigauswertungen. Diese haben gezeigt, dass ein gutes Betriebsergebnis statistisch gesehen nicht mit einem guten Molkereiauszahlungspreis in Zusammenhang steht. Nur noch so zum Nachdenken. 80 Kühe mal 40 Std. = 3200 Std. mal 20 € = 64000 € plus 60 ha mal 500 € je ha Pachtanspruch = 30000€ plus ca. 500000€ Eigenkapital mal 1% Verzinsung = 5000€ macht 99000€ an Kosten . Alles was darüber hinaus geht ist GEWINN so ist es in der Wirtschaft in Konzernen usw.

von Matthias Everinghoff

Sehr, sehr schwach

Ich habe selten einen so schwachen Kommentar eines Beraters gelesen. Fern ab jedweder Realität. Enttäuschend!! Schon die einfache Mathematik entlarvt ihn als Schnacker.

von Steffen Hinrichs

Deswegen sind die DMK Lieferanten auch alle so ruhig

Sie haben es begriffen ! Ironie off

von Otto Klapfenberger

Die meisten sogenannten

Wachstumsbetriebe die ich so in meiner Umgebung (Südbayern) kenne, haben das meiste Wachstum mit ausserlandwirtschaftlichen Einkommen bzw Biogas etc erkauft. Und die anderen haben sich den A.... aufgerissen mit u.a. unübersehbaren gesundheitlichen Folgen

von Michael neve

Recht hat er,

Solange es noch mehr als 4 Milchviehbetriebe gibt werden wir auch noch das unterste Viertel behalten!

von Rudolf Rößle

DB

Der Gewinn und der DB/ Kuh hängt von Vielen Faktoren ab. Wer ein Händchen, Wissen und viel Lebenszeit investiert, gehört sicher zu den Erfolgreichsten. Organisatorisches Talent ist besonders wichtig. Gegen explodierende Pachtpreise und andere Faktoren ist auch dieser Betrieb nicht geschützt. Bei Milchpreisen von 38 Cent und mehr wird aber viel Druck von den Betrieben genommen. 5 Cent mehr oder weniger kann große Auswirkungen haben.

von Stefan Binkele

Mit diesen Aussagen

verdecken die Berater nur ihre eigene Inkokmpetenz, denn sie wissen nicht wie sich diese auf dem Papier existierenden Reserven wirklich heben lassen. Was wäre denn, wenn alle so Kosteneffizient arbeiten würden? Glauben sie ernsthaft die Gewinne blieben als Eigenkapital auf den Höfen? Müssten dann wirklich weniger Betriebe aufgeben? Kostensenkung und Effizienzsteigerung sind einzelbetriebliche Notwendigkeiten. Ein guter Berater begleitet einen auf dem Weg zum Ziel und diffamiert einen nicht, weil man nicht zu den 25% Besten gehört.

von Jörg Meyer

Frage in die Runde

Mit wieviel € Stundenlohnansatz für den Betriebsleiter und andere nichtentlohnte Fam AK wird bei den Arbeitskreisauswertungen gerechnet? Ich höre immer eine Zahl um die 17,5 € je AKh können dass hier Betiebsleiter bestätigen ? Und wenn wem so ist, bitte auch die Frage beantworten ob man da einen Wert ansetzt der einem ein auskömmlich Leben im Verhältnis zum Arbeitseinsatz bietet? Und welcher Stundenansatz wird bei Investitonensrechnungen angenommen hat da jemand Zahlen?

von Gerhard Steffek

Typisch alte Schule!!!

Das Maß der Dinge sollte ein gesundes Mittelmaß sein und nicht immer nur auf die Besten der Besten zu schielen. Denn damit wird die Karre nur mit Vollgas an die Wand gefahren. Denn wenn man immer nur auf das "beste Viertel" blickt und diese als Vorbild hinstellt, dann haben wir die übliche Spirale der Leistungssteigerung. Aber genau diese endlose Leistungssteigerung treibt jetzt gerade die Landwirtschaft in den Ruin, denn es ist nie genug. Bis nur noch einer über ist. Ist das das Ziel? Mit jedem Betrieb der stirbt, stirbt ein Biotop...

von Hans Nagl

Leute geht's noch

"Es gibt keinen Zusammenhang zwischen dem Milchauszahlungspreis und dem Betriebsgewinn. – Simon Ickerott " Warum lassen wir uns so einen Blödsinn verkaufen. So ein Berater gehört sofort aus den Raum entfernt.

Anmerkung der Redaktion

Der Berater bezieht sich auf Ergebnisse vieler Betriebszweigauswertungen. Diese haben gezeigt, dass ein gutes Betriebsergebnis statistisch gesehen nicht mit einem guten Molkereiauszahlungspreis in Zusammenhang steht.

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