Agrarforschung

LfL erforscht Ammoniakemissionen aus Milchviehställen

Wie viel Ammoniak gelangt aus Rinderställen in die Luft? Dieser Frage ist die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft nachgegangen – mit interessanten Ergebnissen.

Im Forschungsprojekt „Bestimmung von Emissionsfaktoren aus Laufhöfen und frei gelüfteten Ställen“ haben Forschende der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) Außenklimaställe für Milchvieh untersucht, die den Tieren durch zusätzliche Laufhöfe ein Plus an Bewegungsraum, Licht und Frischluft bieten. Ergebnis: Aus den beobachteten Milchviehställen wurden zwischen 8 und 15,5 kg und aus den Laufhöfen zwischen 2 und 6 kg Ammoniak pro Tier und Jahr freigesetzt.

Um herauszufinden, wie viel Ammoniak aus dem Stall oder den Laufhöfen freigesetzt wird, reicht einer Mitteilung der LfL zufolge nicht aus, dessen Gehalt in der Umgebungsluft über einen längeren Zeitraum hinweg zu beobachten. Zusätzlich sei es notwendig festzustellen, wie rasch die Luft über dem Boden ausgetauscht und Schadstoffe abtransportiert werden.

Dazu bedarf es ausgefeilter Messverfahren: Die Forschenden nutzten die Eigenschaft von Gasen wie Ammoniak und Kohlendioxid, Nahinfrarotlicht bestimmter Wellenlänge aufzunehmen. Dabei wurde mit speziellen Lasermessgeräten (sog. Laser-Absorptionsspektrometern) festgestellt, wie viel Restlicht am Ende eines beispielsweise durch den Stall verlaufenden Messpfades vom Reflektor zurückgeworfen wird. Je höher die Konzentration des jeweiligen Gases in der Messstrecke ist, desto stärker wird das ausgesandte Licht abgeschwächt. Daraus lässt sich dann dessen Gehalt in der Luft ableiten.

Gering verschmutzte und trockene Laufflächen setzen weniger Ammoniak frei

Werden neben den Ammoniak- auch die Kohlendioxidgehalte von Stall- und Außenluft erhoben, lässt sich auch die Höhe des Luftwechsels bestimmen. Ein eigens entwickelter, längenvariabler Messtunnel ermöglicht es, solche Messungen auch an Laufhöfen durchzuführen.

Erwartungsgemäß stellte sich heraus, dass stark verschmutzte feuchte Laufflächen besonders viel Ammoniak in die Luft entlassen. Im Vergleich zu gering verschmutzten trockenen Flächen setzen diese in den Versuchen die 3- bis 3,5-fache Menge an Ammoniak frei.

Messtunnel der LfL

Mit einem eigens entwickelten Messtunnel konnten neben den Ammoniak- auch die Kohlendioxidgehalte von Stall- und Außenluft auch an Laufhöfen gemessen werden. (Bildquelle: Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL))

Laufhof kann Tiere im Sommer entlasten, ohne Ammoniakemission zu erhöhen

Bei sommerlichen Temperaturen und zu geringem Luftwechsel kann sich das Gas im Stall anreichern und dort für „dicke Luft“ sorgen. Ein ausreichend beschatteter Laufhof im Freien, den die Tiere direkt vom Stall aus erreichen können, kann laut LfL dann für Entlastung sorgen. Besonders anziehend für die Kühe wird der Laufhof laut LfL, wenn er mit einem zusätzlichen Futtertisch und Liegeboxen ausgestattet wird. Dadurch entstehe zwar ein Teil des Ammoniakgases direkt im Freien, es lasse sich aber erreichen, dass bei gutem Management insgesamt nicht viel mehr davon in die Umwelt gelangt. Zudem lassen sich die Ammoniakemissionen im Stall bei optimalem Stallklima (u.a. durch niedrigere Temperaturen, ausreichenden Luftwechsel und gutes Reinigungsmanagement) um bis zu 30 % verringern.

Zum Forschungsprojekt der LfL


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