Wichtige Tipps

Licht im Kuhstall individuell planen

Der Lichtbedarf von Kühen hängt nicht nur vom jeweiligen Funktionsbereich im Stall, sondern auch vom Laktationsstatus ab. Eine gründliche Beleuchtungsplanung ist deshalb wichtig.

Die Lichtplanung im Kuhstall ist ein Kompromiss zwischen dem Lebensraum der Tiere und dem Arbeitsplatz des Menschen. Wichtig ist, eine praktikable Lösung für die Stallbeleuchtung zu finden, die zu den unterschiedlichen Bedürfnissen passt.

150 Lux für Kühe

Kühe sind ehemalige Steppenbewohner. Es liegt ihnen, weit in die Ferne zu sehen, um mögliche Fressfeinde schnell zu erkennen. Im Nahbereich ist ihr Sehvermögen jedoch nicht so stark ausgeprägt und die Anpassung an helle oder dunkle Lichtverhältnisse fällt ihnen schwer.

„Kühe können den eigenen Schatten nur sehr schlecht von einem schwarzen Loch unterscheiden“, sagt Dr. Daniel Werner, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Daher gilt: Je mehr Lichtquellen, desto weniger Schatten.

Er empfiehlt, die Beleuchtung sehr homogen, also gleichmäßig zu verteilen. Helle Spots sorgen beispielsweise für punktuelles Licht und eignen sich für Kuhställe daher nicht so gut. Auch runde Strahler sind problematisch, da eine runde Ausleuchtung für eckige Flächen nicht ideal ist. „Vor dem Lampenkauf ist eine Beleuchtungssimulation am PC unbedingt zu empfehlen“, sagt Dr. Werner. Die meisten Hersteller bieten das kostenlos an, um zu überprüfen, wie viele Lampen nötig sind, an welchen Stellen und wie hoch sie verbaut werden müssen.

Die Herausforderung ist, die unterschiedlichen Funktionsbereiche mit dem passenden Licht auszuleuchten. „In den Funktionsbereichen Laufen, Liegen und Fressen sollte die Beleuchtungsstärke 150 Lux betragen. Im Arbeitsbereich des Menschen, z. B. im Melkstand oder bei der Klauenpflege, sind mindestens 500 Lux notwendig“, sagt der Kammerberater.

Arbeitskräfte brauchen eine blendfreie Beleuchtung mit hoher Stärke. Mit einem Luxmeter aus dem Fachhandel lässt sich die Lichtintensität überprüfen.

Ein Spagat entsteht im Abkalbestall: Tiere suchen sich für die Geburt einen dunkleren Platz. Falls Geburtshilfe durch den Landwirt oder sogar Tierarzt nötig ist, braucht es mehr Licht. „Dafür eignen sich separat abschaltbare oder dimmbare Lampen gut“, so der Experte. Damit sich die Tiere an verschiedene Lichtverhältnisse gewöhnen können, sollten Landwirte darauf achten, fließende Übergänge zu schaffen. Das gilt insbesondere für den Wartestall bzw. Melkstand, für Treibwege sowie den Austrieb auf Laufhof und Weide.

Tageslicht nutzen

„Zusätzlich zu den Lampen wollen wir möglichst viel Tageslicht in den Stall einbringen“, sagt Dr. Werner. „Wegen der ohnehin offenen Bauweise stellt das bei Kuhställen oft kein Problem dar. Bei dem Einbau von Lichtplatten ist die Strahlungswärme allerdings ein begrenzender Faktor. Auf der Südseite verbaute Lichtplatten können bei Kühen schnell Hitzestress verursachen.

Der Tipp vom Experten: „Wenn Landwirte Lichtplatten einbauen, dann nur auf der Nordseite. Die Elemente sollten das Licht streuen und diffus sein, also wenig Wärmestrahlung durchlassen.“

In einem Beleuchtungsplan sollte das Tageslicht allerdings erstmal außen vor bleiben. Ein Tageslichtsensor bzw. ein Dämmerungsschalter ermöglicht es anschließend, das natürliche Licht automatisch mit Künstlichem zu ergänzen. „Der Sensor schaltet die künstliche Beleuchtung ein, sobald er weniger als 150 Lux misst“, so Dr. Werner.

Ein Beispiel: Das Tageslicht bietet...


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