Tierhaltung

Liegeboxen bleiben die größte Baustelle

CowsAndMore erfasst und analysiert die Haltung von Milchkühen. Die überbetriebliche ­Auswertung von Referenzbetrieben zeigt, wo und wie Betriebe noch Reserven erschließen können.

Seit mehr als 15 Jahren ist das Nackenrohr „das“ Thema der Haltungsberatung. Klar ist, dass Haltung und Management die Tiergesundheit und die Leistungsfähigkeit der Kühe beeinflussen und so auch die Wirtschaftlichkeit der Milchproduktion. Trotzdem zeigt eine aktuelle Auswertung, dass die Einstellung der Liegebox oft (noch immer) nicht ideal ist.

Grundlage sind Daten des Beratungssystems „CowsAndMore“, das die Landwirtschaftskammer Nordrhein-West­­­falen entwickelt hat. Damit erfassen und analysieren die Berater tierbezogene Indikatoren und Abmessungen der Haltung. So lassen sich mögliche Schwachstellen bei Liegeboxen, Laufflächen, Fressplätzen sowie beim Management aufdecken.

Referenzbetriebe als Basis

Teilnehmende Betriebe erhalten neben den eigenen Daten auch die Möglichkeit, sich über einen Benchmark mit anderen Teilnehmern zu vergleichen. Die vorliegende Auswertung der Referenzbetriebe von 2017 bis 2020 gibt einen Überblick, ist aber nicht repräsentativ für die deutsche Milchviehhaltung. Dennoch können die Informationen andere Betriebsleiter dazu ermutigen, ungenutzte Reserven durch eine systematische Untersuchung und fachliche Beratung im eigenen Stall aufzudecken.

In die Auswertung der Referenzbetriebe sind 242 Betriebe und Daten von rund 21 000 Kühen eingeflossen. Die Berater erfassen immer die einzelnen Laktierenden-Gruppen, die im Schnitt bei 87 Kühe lagen. Drei Stunden nach der Futtervorlage gilt als repräsentative Liegephase der Kühe. Mindestens zwei Drittel einer Gruppe sollten zu diesem Zeitpunkt in den Boxen liegen. Von den verbleibenden Tieren sollten wiederum zwei Drittel im Fressgitter stehen. Wenn das der Fall ist, ist davon auszugehen, dass der Stall genügend Liege- und Fressplätze hat und die Liegeboxen von den Abmessungen sowie der Liegefläche optimal sind.

In den Referenzbetrieben lagen drei Stunden nach der Futtervorlage nur knapp 53 % der Tiere (Übersicht 1). Zusätzlich standen 8 % der Kühe mit zwei Beinen in der Liegebox, was auf nicht ideale Boxenmaße hindeutet.

Liegeboxen zu klein

Das spiegelt sich auch in den erfassten Abmessungen der Liegeboxen wider. Besonders vor dem Hintergrund der größer werdenden Kühe, sind die Liegeboxen zu knapp bemessen. So beträgt zwar die Länge der Liegeflächen im Schnitt 185 cm (Ziel: 180 bis 200 cm), doch die Breite von 114 cm ist für die heutigen Kuhgrößen zu gering (Ziel: 115 bis 125 cm). Zudem ist das Nackenrohr häufig zu niedrig (114 cm, Ziel: 120 bis 135 cm) und die Kotstufe zu hoch (24 cm, Ziel: 15 bis 20 cm).

Etwa 3,5 % der Kühe standen mit vier Beinen in der Box, was leicht über dem...


Diskussionen zum Artikel

von Hans Nagl

Interessant.

Wäre auch ob flexible Bügel einen Vorteil bringen?

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