Meierei Witzwort bietet Festpreise

Die Osterhusumer Meierei Witzwort bieten ihren Milchlieferanten ab sofort börsenbasierte Festpreise an. Die Kosten liegen bei etwa 1 ct/kg. Diese Woche lag das Milchpreis-Angebot bei ca. 33 bis 34 ct/kg.

Die Meierei Witzwort bietet feste Milchpreise. (Bildquelle: Werkbild)

Die Osterhusumer Meierei Witzwort bieten ihren Milchlieferanten ab sofort börsenbasierte Festpreise an. Die Kosten liegen bei etwa 1 ct/kg. Diese Woche lag das Milchpreis-Angebot bei ca. 33 bis 34 ct/kg.
 
Die Molkereigenossenschaft hat nach eigener Aussage die Nachfrage der Milchlieferanten und des Bauernverbandes nach Festpreisen für Milch aufgegriffen. Sie hat das ife Institut Kiel beauftragt ein Festpreismodell auf Basis der Warenterminbörse für die Milchlieferanten in Abstimmung mit dem Unternehmen H.J. Kiefer zu entwickeln. Am Montag stellten Aufsichtsrat, Vorstand und Geschäftsführung zusammen mit den Entwicklern das Preismodell vor.
 
Erstmalig konnten die Witzworter Milchlieferanten in dieser Woche feste Milchmengen zu Festpreisen ab Mai 2018 bis April 2019 von einer maximalen Gesamtmenge von 1 Mio. kg Milch je Monat absichern. „Mit etwa 33 bis 34 ct/kg waren die Preise gar nicht so schlecht, dennoch gab es nur wenige Nachfragen. Das dürfte aber vor allem an dem sonnigen Wetter und den anstehenden Frühjahrsarbeiten liegen“, sagt Geschäftsführer Christoph Bossmann gegenüber top agrar.
 
Aufsichtsratsvorsitzender Frank Petersen betont in einer Mitteilung: „Damit leistet erstmalig in Deutschland eine genossenschaftliche Meierei einen neuen Beitrag zur Modernisierung der Lieferbeziehungen“. Die Neuerungen würden darin bestehen, dass es sich um ein reines börsenbasiertes Festpreismodell handle. Die angebotenen Festpreise würden sich von den Börsenpreisen für Butter- und Magermilchpulver an der European Energy Exchange (EEX) in Leipzig ableiten. Und zweitens: Die Milcherzeuger sollen kein Börsenwissen benötigen. Vorteilhaft ist laut Petersen auch, dass durch dieses Modell kleinere Milchmengen ab 10.000 kg je Monat von den Erzeugern abgesichert werden könnten - wobei maximal 50 % der einzelbetrieblichen Milchmenge in dieses Modell eingebracht werden dürfen. Die Kosten für die Landwirte schätzt Geschäftsführer Bossmann auf etwa 1 ct/kg. Wichtig ist der Meierei, dass die Nichtteilnehmer am Festpreismodell nicht durch die Kosten der Preisabsicherung belastet werden.
 
Die Witzworter Meierei bietet die Festpreise einmal je Monat an. Am selben Tag geben die an Preisabsicherung interessierten Milcherzeuger ihre Anfragen mit festen Mengen für jeden Absicherungsmonat an. Alles läuft über die Internetseite der Witzworter Meierei, die um eine Kommunikationsplattform zum schnellen Austausch mit den Milcherzeugern erweitert wurde. Die Mengen- und Preisinformationen gehen dann an das kooperierende Börsenhandelsunternehmen Kiefer. Gemeinsam mit dem internationalen Börsenhandelsunternehmen FC Stone sichert Kiefer im Auftrag der Meierei Witzwort die Milchpreise und Milchmengen über die Milchterminkontrakte an der EEX in Leipzig ab. Gelingt die Vermarktung, erhält der Milcherzeuger durch die Meierei bis Ende der Woche eine Bestätigung der festen Preise und Mengen. Gelingt die Vermarktung über die Börse nicht, haben die Milcherzeuger im nächsten Monat erneut die Möglichkeit, Gebote zur Festpreissicherung einzureichen.
 
Die Meierei Witzwort sammelt nach eigenen Angaben schon seit vier Jahren Erfahrungen an der Milchterminbörse. In der letzten Milchpreiskrise habe sie die Entscheidung getroffen, ein auf der Börse basierendes Preismodell direkt für die Milchlieferanten zu entwickeln, so Geschäftsführer Bossmann. Das sei ein Einstieg in die Absicherung von Milchpreisen und verspreche keine höheren Milchpreisen. Entscheidend sei, einen Beitrag zur Stabilisierung der Milchpreise zu leisten und das Absicherungsmodell weiterzuentwickeln.

Artikel geschrieben von

Patrick Liste

Redakteur Rinderhaltung

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Arbeiten auf einer 840.000-Hektar-Farm

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