Treibhausgase

Methanemissionen in Echtzeit messen

Mit neuen Stationen misst die Universität Kiel derzeit Treibhausgasemissionen von Kühen auf der Weide. Die Ergebnisse sollen helfen, Weidesysteme zu optimieren.

Seit Juli messen zwei sogenannte Eddy-Kovarianz-Stationen auf dem ökologischen Versuchsgut Lindhof der Universität Kiel den Methanausstoß von Weidekühen unter Realbedingungen. Das Projekt soll zu einer ressourceneffizientere Milchproduktion beitragen. Dazu erklärt Dr. Arne Poyda vom Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung der Universität Kiel: „Während die Treibhausgas-Emissionen (THG) aus der Landwirtschaft deutschlandweit gut 7 % der Gesamtemissionen ausmachen, ist dieser Anteil in Schleswig-Holstein mit über 20 % deutlich größer. Ein großer Teil der THG-Emissionen aus der schleswig-holsteinischen Landwirtschaft stammt dabei aus der Rinderhaltung. Dies ist im Wesentlichen auf die Methan-Emissionen zurückzuführen, die im Verdauungstrakt der Wiederkäuer entstehen.“ Ziel des übergeordneten Projektes „Öko-effiziente Weidemilcherzeugung“ sei es, Weidesysteme wieder zu stärken, die in Norddeutschland fast verschwunden sind.

Methanmessung unter Realbedingungen

Um die Akzeptanz weidebasierter Milchproduktion zu steigern, sei es notwendig, die Vorteile, die sich aus einer höheren Energieeffizienz und THG-Einsparungen ergeben, möglichst exakt zu quantifizieren so die Universität. Forscherinnen und Forscher des Instituts bestimmen daher unter Realbedingungen direkt auf den Weiden, wie viel Methan eine Milchviehherde ausstößt. Messstationen erfassen den turbulenten Austausch zwischen der Landoberfläche und der Atmosphäre. Dieser besteht aus einer Vielzahl an Luftwirbeln (engl. eddy) unterschiedlichster Ausprägung und Geschwindigkeit. Ein Ultraschall-Anemometers erfasst die Verwirbelungen. Ein Infrarot-Gassensor misst außerdem die Konzentrationen von Wasserdampf und Kohlendioxid. Für die Messung der Methankonzentration wird ein zusätzlicher Sensor mit Nah-Infrarot-Laser eingesetzt. Darüber hinaus erfasst die Messstation Niederschlag, Lufttemperatur, relative Luftfeuchte, kurz- und langwellige Strahlung, den Bodenwärmestrom sowie Bodentemperaturen und Bodenwassergehalte in unterschiedlichen Tiefen. Die Kühe werden per Kamera geortet, um den gemessenen Methanausstoß mit der jeweiligen Position zur Messstation in Verbindung zu setzen.

Grünlandmischungen anpassen

„Der Methanausstoß von Kühen auf der Weide ist vor allem deshalb schwierig zu messen, weil er stark von Futteraufnahme, Stoffwechselparametern sowie von der Bewegung der Kühe abhängt und somit auch stark zwischen einzelnen Tieren schwanken kann. Aus diesem Grund werden die Methan-Emissionen der Milchkühe eines Weidesystems bisher in der internationalen Literatur in der Regel vereinfacht anhand von Faustzahlen geschätzt“, erklärt Dr. Ralf Loges, der die Forschungsarbeiten auf dem Lindhof koordiniert. Mit den neuen Eddy-Kovarianz-Stationen lasse sich der Methanausstoß nun deutlich genauer und in hoher zeitlicher Auflösung bestimmen. „Unser Ziel ist es, die Methanemissionen direkt mit der Qualität des aufgenommenen Futters und der Milchleistung auf der Weide zu verknüpfen, um so Ansätze zukünftiger Grünlandmischungen für eine klimafreundliche Milcherzeugung aufzuzeigen“, ergänzt Loges.


Diskussionen zum Artikel

von

Warum steht mein Kommentar ohne Namen?

Hallo TopAgrar, bei dem Kommentar „Thema verfehlt“ steht mein Name nicht dabei. Warum ist das so? NOrmalerweise sollten ja Kommentare ohne Klarnamen gar nicht möglich sein. Danke fürs Überprüfen, Andrea Rahn-Farr

von

Thema verfehlt!

Wie kann man nur so schlau und gleichzeitig so dumm sein? Das Methan aus dem Magen der Wiederkäuer kommt aus der Verdauung der Pflanzen-Biomasse. Die Pflanze hat ihre Biomasse mit Hilfe der Photosynthese aufgebaut - also CO2 aufgenommen und in Form von Kohlenstoffverbindungen (C6 oder ... mehr anzeigen

von Claus Mahnken

Alles klar

Im Kommentar hat der Verfasser "Thema verfehlt " seinen gesunden ,natürlichen Menschenverstand eingesetzt. Bravo.Den Gelehrten vom Lindhof Uni Kiel kann ich nur den Tip geben ,diesen(gesunder Menschenverstand) vom Psychologen überprüfen zu lassen,

von Andreas Gerner

Wird parallel auch gemessen, wie viel Methan entweicht,

wenn das Gras auf dem (ohne Tierhaltung nicht mehr sinnvoll nutzbaren) Grünland verrottet? Natürlich nicht. Dann käme ja heraus, dass die Tierhaltung gar nicht die Quelle für das Methan ist, sondern das Gras.

von Ernst Storm

methan

diese Messmethode kann nicht funktionieren wenn sich die Windrichtung öfter ändert.wie so viele versuche bei prof.taube völlig überflüssig !! ernst Storm

von Gerhard Steffek

Frage???

Wieso haben die in SH einen so hohen Anteil von 20 % Methan aus der Landwirtschaft? Vielleicht, weil dort der Industrieanteil dafür umso geringer ist? __ __ Trau keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast.

von Rudolf Rößle

Da

brauchen sie die ersten 8 Tage nicht messen, da die Kühe daran schnuffeln werden und das teure Gerät ohne Einzäunung hinüber ist. Da bin ich mal gespannt auf die Messwerte. Wie sehen die Werte aus über Moore und aufgetauten Permafrostgebieten?

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen