Milchmarkt

Milcherzeugerpreise weiterhin nicht kostendeckend

Die aktuellen Milcherlöse können Erzeuger nicht zufrieden stellen. EU-weit sind die deutschen Preise nicht mal Mittelmaß.

Die deutschen Milcherzeuger sind nach wie vor weit von kostendeckenden Erlösen entfernt. Wie die Milcherzeugergemeinschaft (MEG) Milch Board am Dienstag vergangener Woche mitteilte, hat sich die Situation zuletzt sogar noch verschlechtert, da den weitgehend stabilen Produktionskosten rückläufige Milchpreise gegenüberstanden.

Die MEG verwies auf aktuelle Berechnungen des Milch Marker Index durch das Büro für Agrarsoziologie & Landwirtschaft (BAL). Demnach haben sich zwar die Milcherzeugungskosten im Juli gegenüber April dieses Jahres geringfügig um 0,05 Cent auf 44,28 Cent/kg verringert; gleichzeitig ist aber der Auszahlungspreis für Milch mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß um durchschnittlich 0,57 Cent auf 33,99 Cent/kg gesunken. Damit fehlten den Erzeugern zuletzt rund 10,3 Cent/kg oder 23 % zur Vollkostendeckung. An der unzureichenden Preis-Kosten-Ratio von 77 % hat sich im Vergleich zu den Berechnungen im Januar und April 2019 sowie gegenüber 2018 nichts verbessert.

Deutschland liegt unter EU-Durchschnitt

Im Vergleich mit 2017 ist die Unterdeckung sogar um 10 Prozentpunkte angestiegen. Überall in Deutschland hätten die Molkereien den Milchauszahlungspreis von April bis Juli gekürzt, mit 0,9 Cent/kg am stärksten im Süden Deutschlands, berichtete die MEG. Die aktuelle Preissituation sei alles andere als befriedigend, denn laut Daten der EU-Kommission liege die Milchpreisauszahlung in Deutschland im aktuellen Erzeugungsjahr um 0,6 Cent/kg unter dem EU-Durchschnitt.

Die MEG Milch Board wies darauf hin, dass sie sich in den vergangenen Jahren massiv für eine Reform der Lieferbeziehungen eingesetzt habe, um die Einkommenssituation auf den Betrieben zu verbessern. Sie habe zudem mit der RoadMap Milch & Markt ein fundiertes Paket von Vorschlägen für den Milchmarkt vorgelegt. Das European Milk Board (EMB) als Dachverband der europäischen Milcherzeugerverbände pochte angesichts der chronischen Unterdeckung der Milcherzeugungskosten auch in anderen EU-Mitgliedstaaten auf ein gesetzlich verankertes Kriseninstrumentarium. Das erarbeitete Marktverantwortungsprogramm (MVP) sei dazu in der Lage, denn es beobachte und reagiere auf Marktsignale durch Produktionsanpassungen. Auch das Projekt der „Fairen Milch“ in mehreren EU-Mitgliedsländern sei ein Ansatz, um die Einkommenssituation auf den Höfen zu verbessern. AgE

ASP in Westpolen: 80 Kilometer von Grenze zu Brandenburg

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.

Artikel geschrieben von

Schreiben Sie Agra Europe (AgE) eine Nachricht


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

von Steffen Hinrichs

Wo bleibt die Stärkung der Erzeuger im Markt

Wo bleibt die Sektorstrategie ,die Branchenlösung und die Fairness !!!!????

von Johann Hummer

die preise sind ja nieee kostendecken....

aber wenn man sich das investitionsverhalten von so manchem milchviehhalter ansieht da ist es müssig über die niedrigen preise zu diskutieren. die müssen sehr auskömmlich sein sonst ist die Bautätigkeit und der maschineneinkauf von so manchem kollegen nicht zu erklären! also den ball flach halten es gibt genug zu verdienen!

von Rudolf Rößle

Wundern

würde es mich, wenn der Milchpreis über den durchschnittlichen Weltmarkt Preis steigt. So ist ein kalkulatorischer Absatz für Molkereien kein Hexenwerk.

von Willy Toft

Der Branchenprimus bläst zum Sturm, bleibt Standhaft!

Die Meiereien dürfen sich nicht ständig vom Handel gängeln lassen, da muss jetzt endlich mal Kostendeckung her! Die Milchviehbetriebe schliddern von der einen in die andere Krise, und die Lagerbestände sind abgebaut, verramschen müssen wir nicht!

von Hans Nagl

Wo sind da Lösungen ???

Hallo Bauernverband ? Hallo CDU? Hallo Molkereien? Hallo Frau Klöckner ? Wir brauchen Lösungen?

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen