Milchmarkt

Milchmarkt weniger volatil

Einen Rückblick auf den Milchmarkt im ersten Halbjahr 2019 und einen Ausblick auf die kommenden Monate gibt Monika Wohlfarth von der ZMB im Milch-Politikreport des Milchindustrie-Verbandes.

Magermilchpulver hat sich in der ersten Hälfte von 2019 dank abgebauter Bestände vom Sorgenkind der vergangenen Jahre zum stabilisierenden Element entwickelt, so die Einschätzung von Monika Wohlfarth (ZMB) im aktuellen Milch-Politikreport des Milchindustrie-Verbandes. Die Käsepreise schwankten demnach im Gegensatz zu den Vorjahren kaum. Die Preise von Butter und Molkenpulver haben hingegen seit Jahresanfang nahezu kontinuierlich nachgegeben. Butter hat zwar den preislichen Höhenflug anscheinend vorerst beendet, bewegt sich aber weiter über dem Durchschnittsniveau des vergangenen Jahrzehnts.

Milchaufkommen stagniert

Das Angebot am Milchmarkt entwickelte sich 2019 bislang wesentlich verhaltener als in den Vorjahren, die von kontinuierlichem Wachstum gekennzeichnet waren. In Deutschland nahm die Milchanlieferung in der ersten Jahreshälfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,6 % ab. In der EU insgesamt hat sich gleichzeitig im Schnitt ein geringfügiger Anstieg um 0,2 % eingestellt. Das Milchaufkommen der wichtigsten Exportländer ist im betrachteten Zeitraum sogar um insgesamt 0,8 Mio. t gesunken. Diese Entwicklung ist vor allem auf die geminderte Erzeugung in Australien und Argentinien sowie auf die Stagnation in den USA, Neuseeland und Weißrussland zurückzuführen.Trotz der verhaltenen Entwicklung des Rohstoffaufkommens ist die Verfügbarkeit am weltweiten Milchmarkt bisher ausreichend geblieben. Das Angebot an Magermilchpulver konnte durch den Abbau von Beständen ergänzt werden. Bei Butter hatte sich der private Bestand in der Hochpreisphase offensichtlich allmählich erhöht, so dass weiterhin genügend Offerten vorhanden waren. Außerdem haben in der EU höhere Fettgehalte in der angelieferten Milch eine leichte Ausweitung der Buttererzeugung trotz des stagnierenden Milchaufkommens zugelassen.

Weltmarktnachfrage gestiegen – China wieder Wachstumsmarkt

Gleichzeitig ist die Nachfrage nach Milchprodukten weltweit wieder gewachsen. Die größten Exporteure haben in den meisten bedeutenden Produktkategorien höhere Mengen am Weltmarkt absetzen können als im Vorjahreszeitraum, wobei das stärkste Wachstum bei Magermilchpulver zu beobachten war. Aber auch an Käse, Butter und Vollmilchpulver wurden höhere Mengen gehandelt als im ersten Halbjahr 2018.Eine Ausnahme stellt Molkenpulver dar, wo eine rückläufige Entwicklung hingenommen werden musste.Das größte Nachfragewachstum hat sich in China abgespielt.In den ersten sieben Monaten von 2019 hat das asiatische Land 0,7 Mio. t Vollmilchäquivalente mehr importiert als im Vorjahreszeitraum. Außerdem hat Russland wieder mehr Milchprodukte importiert,wovon Deutschland und die EU wegen des inzwischen seit fünf Jahren andauernden Importstopps nicht profitieren können. China hat vor allem mehr Milchpulver importiert. Die Butterimporte sind hingegen gesunken. Deutlich geschrumpft sind Chinas Importe von Molkeprodukten, was auf den massiven Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest dort zurückzuführen ist und die Molkenerlöse weltweit dämpft.

Weitere Aussichten

In den kommenden Monaten und für die ersten Monate von 2020 ist in Deutschland und anderen EU-Ländern weiter eine verhaltene Entwicklung des Milchaufkommens zu erwarten. Die Milchkuhbestände in wichtigen Ländern wie Deutschland und den Niederlanden sind geschrumpft. Das regional sehr trockene und heiße Sommerwetter führt wie bereits im Vorjahr zu einer schwierigen Grundfuttersituation auf vielen Milcherzeugerbetrieben,wobei nun wesentlich weniger Vorräte aus der Vorjahresernte zur Verfügung stehen als es 2018 der Fall gewesen ist.Dem stagnierenden Angebot wird voraussichtlich eine jahreszeitlich belebte Nachfrage nach Butter und Käse gegenüberstehen. Die Absatzbelebung bei Butter im Herbst und im Weihnachtsgeschäft dürfte dadurch noch stimuliert werden, dass die Verbraucherpreise im Vergleich zu den beiden Vorjahren spürbar niedriger sind. Wenn die gute Exportnachfrage nach Magermilchpulver weiter anhält, ist man zunehmend auf das Angebot aus der laufenden Produktion angewiesen. Damit ist für die nächsten Monate eine zumindest ausgeglichene Marktlage zu erwarten.

Monika Wohlfarth, ZMB

Den vollständigen Milch-Politikreport des Milchindustrie-Verbandes finden sie hier.

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Artikel geschrieben von

Julia Hufelschulte

Redaktion Rind

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Diskussionen zum Artikel

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von Gerd Uken

Ganz einfach

Man nehme die EEX Börsennotierungen dann kommt man auf den Kieler Rohstoffwert. Nur 10% des Milchaufkommens der EU landen laut Ingo Müller auf dem Weltmarkt In einem anderen Interview waren es sogar 40 % speziell DMK. Wenn dann die Wertschöpfung dort so schlecht ist müsste man sich doch da vom Feld machen aber nein man steigt in Baybykost ein mit dem Markennamen von Alete und jetzt wo die Molkeverwertjng auch geringer ist nimmt man noch Nutrion BV mit. Da müssten sich die Genossen denen die Molketei ja gehört langsam fragen wozu das? Strückhausen hat ja auch 200 Mio. an Investition gekostet. Woher kommt die Milch in Zukunft? Nur noch von Arla und R F/C??

von Norbert Post

ausgeglichenen Marktlage@Gerd Ulken

In der Volkswirtschaftslehre heißt es, dass bei einem ausgeglichenen Markt Angebot und Nachfrage im Lot sind und alle Kosten für das Produkt gedeckt sind. Kostendeckend wären heute mind, 43 cent, nicht 29,5( DMK). Es gibt 2 Erkärungen, entweder ist der Markt nicht ausgeglichen oder es herrscht ein Schieflage ( Oliopole). Wenn der Markt ausgeglichen ist, dass ist es eine Schieflage. Da haben wir es. Ich habe mal versucht den kieler Milchpreis zu berechnen und habe dabei festgestellt, dass für die Ermittlung die Preise für Butter etc. gerechnet werden und die Kosten abgezogen werden für Vertrieb, Verarbeitung etc. Das Ergebnis ist, dass gleichbleibenden Preise für Butter und Milchpulver jedes Jahr der Milchwert sinkt wg. der steigenden Kosten. Ich möchte mal wissen, wer hinter dem Kieler Milchwert steckt

von Gerd Uken

Wie sagt der Herr Müller in dem

geführten Interview „ Unternehmerische Freiheit“ dazu passt dann ja was Frau O K dazu gesagt hat das regelt sich von alleine durch den Strukturwandel

von Willy Toft

Wir sollten nicht müde werden diesen Missstand zu Kritisieren!

Spekulanten stören den "ausgeglichenen Markt", und sorgen somit für eine Stagnation auf dem Milchmarkt! Obwohl der Trend eigentlich nach oben zeigen müsste, werden wir mit allen möglichen Ausreden überfrachtet, warum es keinen besseren Milchpreis gibt! In dieser ruinösen Lage, will der Staat uns auch noch mit Auflagen überfrachten, die uns den Rest geben. Wir müssen aufstehen, und uns bemerkbar machen, sonst geht alles so weiter......

von Ottmar Ilchmann

Auch der Auszahlungspreis

ist nicht volatil, sondern dauerhaft ruinös. Schöne Aussichten!

von Gerd Uken

Ausgeglichene Marktlage zu

Nicht kostendeckenden Preisen.... Die Molkereien haben die „ teure“ Butter eingelagert u. spekuliert so wurde gesagt......., Der drückte jetzt im Sommer auf den Markt. Der Spotmarkt Rohmilchpreis geht nach oben das ein Zeichen das Milch sehr wohl gefragt ist.....

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