Neuseeland

Milchpreisprognose: Rekordniveau bei Fonterra

Die neuseeländische Molkereigenossenschaft Fonterra korrigiert in dieser Saison bereits zum zweiten Mal die Milchpreisprognose nach oben. Grund sei die gute Nachfrage bei knappem Angebot.

Die anziehenden Preise für Milchprodukte am Weltmarkt werden den Milcherzeugern in Neuseeland im laufenden Wirtschaftsjahr 201/22 sehr wahrscheinlich hohe Einnahmen bescheren. Mit Fonterra hat die mit Abstand größte Molkerei des Landes ihren Lieferanten eine Rekordauszahlungsleistung in Aussicht gestellt. Bereits zum zweiten Mal in der noch bis Ende Mai 2022 laufenden Saison hat der Milchverarbeiter die Milchpreisprognose heraufgesetzt.

Rekord um 3,6 % übertroffen

Das genossenschaftliche Unternehmen geht nun davon aus, dass es eine Vergütung für das Kilogramm Milchfeststoff zwischen 8,40 NZ$ (5,08 €) und 9,00 NZ$ (5,44 €) geben wird. Im Vergleich zur Prognose von Anfang November liegt das jetzige Spannenmittel mit 8,70 NZ$ (5,26 €) um 0,30 NZ$ (18 ct) höher, gegenüber der Schätzung im Juni zu Saisonbeginn um 0,70 NZ$ (42 ct). Das bereits überdurchschnittliche Niveau der Vorsaison würde damit um 15,4 % übertroffen, der bisherige Rekord aus der Kampagne 2013/14 von 8,40 NZ$ (5,08 €) um 3,6 %.

3 % weniger Milch als im Vorjahr

Laut Fonterra-Geschäftsführer Miles Hurrell ist die Anhebung des Milchpreises Resultat „einer anhaltend starken Nachfrage nach Milchprodukten in einer Zeit eines begrenzten weltweiten Angebots“. Die hohen Futtermittelpreise in den USA hätten dort den Anstieg der Milcherzeugung gebremst, und auch in Europa sei die Milcherzeugung geringer als erwartet. In Neuseeland selbst lägen die Anlieferungen in den vergangenen Monaten um rund 3 % unter der Vorjahreslinie. Aufgrund der günstigen Witterungsbedingungen dürfte sich der Abstand jedoch verringern; für die gesamte Saison rechnet Hurrel mit einem um etwa 1 % auf 1,525 Mio. kg Milchfeststoff rückläufigen Aufkommen bei Fonterra.

Omikron-Variante sorgt für Unsicherheit

Auf der Vermarktungsseite hat dem Geschäftsführer zufolge die Nachfrage in China zuletzt leicht nachgelassen, war in anderen Teilen der Welt aber stark und wird es voraussichtlich auch bleiben. Hurrell wies darauf hin, dass der Anstieg des Rohmilchpreises die Gewinnmarge der Molkerei schmälern werde. Insgesamt würden aber mit dem prognostizierten Milchpreis in dieser Saison gut 13,2 Mrd NZ$ (8,0 Mrd €) über das Milchgeld in den ländlichen Raum fließen. Ein Unsicherheitsfaktor sei aber die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie mit der neuen Omikron-Variante.

Umrechnungskurs: 1 NZ$ = 0,6042 €


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