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Milchviehhalter berichtet aus Kriegsgebiet

Die Folgen des Ukraine-Konfliktes treffen Landwirte weltweit. Das Magazin Elite sprach mit einem ukrainischen Milchviehhalter über die aktuelle Lage vor Ort.

Milcherzeuger Kris Francken und seine Familie sind in Tscherkassy zu Hause, einer Region in der Mitte der Ukraine. Dort leitet er einen der fünf landwirtschaftlichen Betriebe, die zu dem Unternehmen Eurosem gehören (Unternehmensgruppe Eridon). Die fünf Betriebe umfassen insgesamt 11.000 ha landwirtschaftliche Fläche für den Futteranbau, sowie für den Anbau von Nahrungsmitteln wie z.B. Mais, Sonnenblumen, Sojabohnen und Weizen. An vier der fünf Standorte werden Kühe und Bullen gemästet. Insgesamt sind es rund 3.000 Tiere.

Am fünften Standort sind Milchkühe. In diesem Jahr hat der Betrieb der Schritt von einer Anbindehaltung von 200 Kühen und der Nachzucht, zu einer neuen Anlage mit 14 Melkrobotern für 1000 Kühe plus Nachzucht gewagt.

Kris Francken, ursprünglicher Belgier, ist 2011 in die Ukraine ausgewandert und arbeitete sieben Jahre für die französische Kooperation Euralis Saaten GmbH. 2018 fing er bei Eurosem an und führte dort die Milchproduktion auf einem der fünf Standorte ein.

Das Elite-Magazin für Milcherzeuger sprach mit Francken über seine Erfahrungen und Eindrücke.

Was passiert zur Zeit in Ihrem Wohnort Tscherkassy?

Kris Francken: Zu Beginn des russischen Angriffs hatten wir täglich etwa vier bis sechs Luftangriffe. In den letzten Wochen waren es dann nur noch eins bis zwei pro Tag. Es gab noch keine Bombardierungen. Die Lage hatte sich bei uns in der Region scheinbar beruhigt. Doch letzte Woche wurden erstmalig zwei Raketen aus der Luft abgefeuert. Ziel waren die Versorgungslinien unserer Stadt. Gezielt wurde auf die Eisenbahnlinien und auf die Brücke über dem Fluss Dnjepr. Nach der Ruhe in den letzten Wochen, wurden wir schlagartig in die Realität zurück versetzt.

Was war das für ein Gefühl, als die Russen angriffen?

Kris Francken: Als die russische Soldaten die Ukraine angegriffen, hatte ich sehr viel Angst. Meine Familie und ich haben überlegt, die Ukraine zu verlassen und nach Belgien zu flüchten. Ich komme ursprünglich von dort. Nachdem sich die Situation in unserer Region wieder etwas beruhigt hatte, entschieden wir aber, zu bleiben. Bei Luftangriffen suchen wir in Bunkern oder Tiefgaragen Schutz.

Bisher wurde der Betrieb von Bomben und Plünderungen verschont. Wir hatten auch noch keine Minenvorfälle bei Feldarbeiten. Die Flächen bewirtschaften wir allerdings nur noch tagsüber, da nachts das Risiko für einen möglichen Angriff zu hoch ist. Saatgut haben wir noch vorrätig und die Kosten für die Pestizide können wir zu 90 % decken. Die Düngegaben mussten wir...

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