Milch Board-Studie Lieferbeziehung

Erste Reaktionen zur Milch Board-Studie Premium

Die Studienergebnisse zur Milchlieferbeziehung sorgen für Diskussionen. Erste Einschätzungen vom Milchindustrie-Verband und Bundesverband Deutscher Milchviehhalter.

Die gestern veröffentliche Studie des Beratungsunternehmen Lademann & Associates GmbH (L&A) im Auftrag der MEG Milch Board zu den Milchlieferbeziehungen sorgt für Diskussionen in der Milchbranche. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Verträge die Lösung für Milcherzeuger sind und die Politik den Artikel 148 der Gemeinsamen Marktordnung jetzt umsetzen sollte (top agrar berichtete).

MIV: Die Preise bleiben trotzdem volatil

Auf top agrar-Nachfrage erklärt ...

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Ordnungsrecht: Bauern empört über die Flut neuer Vorschriften

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Artikel geschrieben von

Patrick Liste

Redakteur Rinderhaltung

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Diskussionen zum Artikel

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von Matthias Zahn

Herr Müller

Erstens lesen sie offensichtlich unserer Kommentare nicht richtig, denn 2. Es heißt Krisenmanagement und nicht Dauermengenrückführung was sie, 3. Sogar kurzfristig selbst für möglich halten. 4. Die Gesetze des Marktes kennen wir sehr wohl und genau deshalb ist allen klar, dass ein permanentes "am Markt vorbei" melken keinen Sinn macht. Und folglich NUR eine nachfrageorientierte Produktion zielführend sein kann. Selbst viele Molkereien haben das erkannt und stoßen seit 2016 Übermilch ab, damit sie in der nächsten Krise die defizitären Charchen nicht bedienen müssen. Ihre Beschreibung des Marktes ist nicht grundsätzlich falsch. Nur dass wir darauf reagieren möchten, während sie alles so laufen lassen wollen. Was zwangsläufig in die nächste Krise führt. Aber warum wir Bauern sehenden Auges ohne Gegenwehr wieder und wieder in diese Falle tappen sollen erschließt sich mir nicht......

von Bernd Müller

Herr Schütte

Habe ich auch gar nicht gesagt, aber der gewünschte Effekt wird ausbleiben!

von Gerd Schuette

Verbindliche Verträge mit Menge und Preis widersprechen in keinster Weise marktwirtschaftlichen Gesetzmäßigkeiten. Das Rückpreismodel hingegen schon.

von Bernd Müller

Herr Zahn und andere..

haben Sie sich eigentlich meine Kommentare einmal richtig durchgelesen und sich über meine Bedenken nachgedacht? Auch ich bin natürlich nicht gegen höhere Preise und es muss jeder Landwirt versuchen irgendwie ein besseres Einkommen zu erwirtschaften. Aber es kann nicht sein , dass hier über Instrumente nachgedacht wird, die in der Praxis nicht umsetzbar sind, weil sie jeder Marktwirtschaftlichen Gesetzmäßigkeit widersprechen! Langfristig wird es auf keinen Fall funktionieren. Kurzfristige Effekte sind möglich, helfen uns aber nicht wirklich weiter. Wie schon so oft von mir gesagt: Entweder ich schaffe es zum Marktpreis zu produzieren oder ich muss mich halt mit meinem Produkt (wie z.B. Bio) vom Großteil des Marktes abheben. Aber auch Bio ist irgendwann begrenzt und die Wettbewerber im gemeinsamen Markt schlafen nicht. Wir müssen endlich alle mehr zum Unternehmer werden und dazu gehört unter anderem auch die Milch besser zu vermarkten und die Vorteile unseres Produktes in den Vordergrund stellen. Langfristig bestimmt das Angebot und die Nachfrage den Preis bei einem Produkt was substituierbar ist und zwar weltweit! Diese Punkte könne Sie einfach nicht wegdiskutieren! Wir werden es leider nicht schaffen einen EU-Binnenmarkt wieder einzuführen. Dazu gibt es halt leider zuviel andere Interessen.

von Matthias Zahn

MIV und BMEL lieben Herrn Müller

Landwirte wie Herr Müller sind dem MIV und dem BMEL die liebsten! Man akzeptiert die Preise wie sie sind und hinterfragt nicht ständig das System. Einfach nur liefern ohne Ansprüche....... Ach, wenn doch nur alle Milchbauern so zufrieden wären. Stattdessen schon wieder Demos bei der AMK durch lästige Milchbauern die einfach nicht akzeptieren wollen, dass man ihnen keine höheren Preise zugestehen will.......wären doch nur alle ein bisschen mehr Müller......

von Gerd Schuette

"Marge vor Menge"

diese Aussage von Ingo Müller (CEO DMK GmgH) sollte für die gesamte Kette Gültigkeit haben. Damit hätten wir eine erste Gemeinsamkeit im Sektor.

von Christian Kraus

Und nach der Theorie von Herrn Müller machen wir das was MIV, DBV und DRV für richtig halten und dann wird alles gut für uns.

von Bernd Müller

Nach der Theorie

Von Zahn, Siegerkotte und Kraus müssen wir also nur weit genug die Mengen herunterfahren und dann steigt der Preis und vor allen bleibt auch auf dem hohen Niveau. Glauben sie das wirklich?

von Gerd Uken

Wenn man sich die letzten 10 Jahre an sieht

Dann ist der deutsche Milchpreis im Schnitt um die 31 Cent Netto gewesen. Legt man da jetzt eine Kurve der Milchmenge darunter denn wird man sehen wo genau die Höhen und Tiefen lagen. Das mal vorweg und nun kommt der Herr Müller wieder mit seinem Weltmarkteinfluss- nur man hat den Einfluss selber nicht „ gesteuert“ auch im letzten Quotenjahr nicht! Immense Strafzahlungen hat das nach sich gezogen. Und genau das Gleiche haben die Zuckerrübfnbauern auch gemacht denen wurde ja auch der freie Markt versprochen und bekommen haben sie nachdem sie die Menge um 21,7% gesteigert haben??? Unser niedriger Milchpreis hilft nur den exportierenden Molkereien und die großen exportieren eben bis zu 50% und nicht 10%!! Die Einstellung müsste sich ändern 2-3% ist vielleicht doch mehr und wer heute die afrikanischen Redner/innen gehört hat versteht auch deren Sorgen und Nöte wenn unsere Molkereien mit ihren Joint Inventur sich den afrikanischen Markt öffnen um unseren Überschuss dort abzusetzen , zu Dumpingpreisen und den afrikanischen Markt dort ruinieren.

von Christian Kraus

Was zählt ist der Milchpreis. Ich scheiß auf Marktanteile auf dem Weltmarkt. Es macht doch keinen Sinn mit Dumpingpreisen die WIR aushalten müssen Marktanteile auf dem Weltmarkt zu erobern/verteidigen. Warum müssen wir diesen Mist ausbaden den sich andere ausgedacht haben. Wenn Chinesen oder Afrikaner unsere Produkte wollen dann dürfen die auch was kosten. So gut und billig wie die Voraussetzungen für andere Regionen irgendwo auf der Welt nur sein können müssen wir überhaupt nicht produzieren können. Es gibt immer einen der es billiger macht. WIR haben einen zahlungskräftigen Markt um den wir uns kümmern müssen. Ich melke meine Milch sicher nicht immer billiger um damit ausgerechnet in Afrika auch noch anderen Bauern das Leben schwer zu machen. Niemand braucht uns erzählen das wir alle nur zu dumm sind um die Kostenführerschaft zu haben und trotzdem auch noch ordentliches Geld verdienen können. Ich kann diesen Mist einfach nicht mehr hören!!!

von Bernd Müller

Und Herr Siegerkotte

Man muss sich halt mit den Fakten auseinandersetzen und sich wirklich mal Gedanken über seine Forderungen machen und vor allem sie auch mal wirklich bis zum Ende denken. Kein Landwirt und ist gegen höheres Einkommen aber wenn ich mich in einem Markt bewege und ich mit anderen Produzenten messen muss, die es einfach günstiger können, dann gibt es halt nur drei Möglichkeiten: entweder ich mache den Kampf um die Kostenführerschaft mit oder man schafft sich seinen eigenen kleinen Markt indem ein Aussenschutz eingeführt wird oder man gebt sich mit besonderen Eigenschaften von anderen Marktteilnehmern an. Bekommt man das nicht hin, muss der Produzent wohl oder übel langfristig aussteigen. Die Gesetzmäßigkeiten wird niemand aushebeln können. Darauf habe ich nur hingewiesen.

von Bernd Müller

Herr Zahn

Das ist nicht „meine Theorie“ sondern das sind seit Ewigkeiten bekannte Gesetze der Marktwirtschaft, die eigentlich jeder Unternehmer kennen sollte und ja in einer kürzlich hier in TA noch mal in Form einer Studie bewiesen wurden.

von Rudolf Rößle

Wir

hatten mit den Discountern die letzten 10 Jahre ein "Gut und günstig" Modell im LEH, das mit realen Marktpreisen nichts mehr zu tun hat. Auch die Österreicher sind inzwischen unter die Räder gekommen, obwohl die Einwohner eher regional einkaufen. Auch Arla wird in ihrem Ursprungsgebiet mit den Milchpreisen runter müssen, wenn sie mit aller Gewalt auf dem deutschen Markt Fuß fassen wollen. Selbst haben wir immer noch enorme Leistungssteigerungen in den Milchviehherden und eine Stagnation ist nicht in Sicht. Diese Milch muss auch erst mal verarbeitet sein. Sollte dieses Jahr ein gutes Grundfutterjahr werden gehen die Milchkurven nur in eine Richtung.

von Martin Siekerkotte

wer

ist der Müller Bruder von Theo oder ein Söldner des MIV

von Matthias Zahn

@Bernd Müller

Wenn ihre Theorie stimmt, warum kostes dann Butter international gerade ca. 4700 EUR und in Europa aber nur 4000-4200 Euro? Ihrer Logik zufolge müsste doch nun europäische Butter Massenweise in den internationalen Markt gehen und das europäische Niveau nach oben ziehen oder den Weltmarkt drücken!? Tut sie aber nicht! Vielleicht hat der europäische Markt auch eigene, vom Weltmarkt unabhängige Regeln!? Oder umgekehrt! Und das eröffnet uns Möglichkeiten den Markt, zumindest teilweise, zu beeinflussen....... nur so ein Gedanke..... bleibt ohnehin alles nur graue Theorie solange wir es nicht ausprobieren. Dann wissen wir es genau.

von Bernd Müller

Herr Schütte

Die Molkerei muss aber einen Risikoabschlag einkalkulieren. Also werden die Milcherzeuger in der Spitze auch Geld verlieren. Ein Krisenmanagement kann jeder Unternehmer auch für sich selber aufbauen.

von Willy Toft

Nur auskömmliche Preise würden Sinn bei den Lieferverträgen machen!

Unter Einstand sollte Keiner verkaufen! Das wird aber schwer, weil unsere Milch in Europa verkauft wird! Etwa 10 % außerhalb der EU, was meistens Milchpulver ist, dass billig verschachert wird. Die verschwindend kleine Menge an Spezial- Käse, fängt den Preis nicht auf! Die Menge wird eine Rolle spielen, ob der Weltmarkt mit Dumping- Chargen alles in kurzer Zeit in Frage stellt, bleibt abzuwarten, denn wir haben doch die besseren Standards, die so heiß begehrt nachgefragt werden!

von Gerd Schuette

"Wenn wir in Europa die Mengen zeitlich befristet um ein paar Prozent senken hat dies einen kurzfristigen Effekt." Genau das bezweckt zB das Marktkriseninstrument des BDM. Wenn dazu der §148 umgesetzt wird, es also Verträge mit Menge und Preis gibt, dann kommen wir wesentlich besser durch die "Dellen" der Zukunft. Auf jeden Fall besser als wenn nichts unternommen bzw verändert wird.

von Hans Nagl

Ganz Einfach

Wenn mir von der Molkerei für die nächsten Monate nur ein Vertrag mit 25 Cent angeboten wird werde ich Kühe verkaufen und einen Teil des Futtermais an Biogas verkaufen.

von Bernd Müller

Herr Kraus

Alle Produzenten, die ein Produkt erzeugen haben Einfluss auf den Preis. Damit meine ich im Falle der Milch , alle Produzenten in der ganzen Welt, weil es einen Weltmarkt gibt. D.h. Wenn wir in Europa die Menge um ein paar Prozent reduzieren mag das vielleicht einen kleinen kurzfristigen Effekt haben. Aber langfristig werden andere einspringen. Also: Alle Milcherzeuger haben einen Einfluss auf den Preis! Wird auf der einen Seite weniger produziert, steigt entweder der Preis oder ein anderer Marktteilnehmer springt ein. So funktioniert nun mal die Marktwirtschaft.

von Gerd Uken

Das System funktioniert doch nur

Weil man das Milchpulver (5% Fett = skimMp) nach Afrika exportiert und mit Palmfett anreichert, denn dafür gilt der ermäßigte Zoll. MMP wäre teurer ! Das man aber mit diesen Dumpingpreisen sowohl hier wie auch dort Familienbetriebe ruiniert ist denen Sch...egal. Hauptsache wir werden es los

von Christian Kraus

Da muss ihnen wohl ein Fehler unterlaufen sein Herr Müller. Sie schreiben "ALLE Produzenten, die am Markt beteiligt sind, bestimmen den Preis..." Alle Produzenten = alle Milchbauern, denn wir sind nun mal die Produzenten der Milch. "die am Markt beteiligt sind" = niemand von uns. Wozu schreiben sie dann ALLE extra noch so groß wenn eigentlich KEINER VON UNS gemeint ist?

von Bernd Müller

@ Frau Wosnitza:

Eine Mengenregulierung auf Eu-Ebene wird nur einen kurzfristigen Effekt haben und das tiefste Tal eventuell!! ein wenig abfedern. Dazu gibt es aber andere Möglichkeiten auf betrieblicher Ebene. Langfristig würde eine Reduzierung nur etwas bringen, wenn der Eu-Markt nach außen abgeschirmt wird! Viel Glück dabei...

von Bernd Müller

@ Frau Wosnitza:

Eine Mengenregulierung auf Eu-Ebene wird nur einen kurzfristigen Effekt haben und das tiefste Tal eventuell!! ein wenig abfedern. Dazu gibt es aber andere Möglichkeiten auf betrieblicher Ebene. Langfristig würde eine Reduzierung nur etwas bringen, wenn der Eu-Markt nach außen abgeschirmt wird! Viel Glück dabei...

von Bernd Müller

Genau Herr Uken!

ALLE Produzenten, die am Markt beteiligt sind, bestimmen den Preis....

von Gerd Uken

Die Börsenabsicherung

Kann nur bedingt wirken weil sie ja zeitlich versetzt arbeitet und sich am Butter u. Pulverpreis zu Grunde legt-ändert aber nichts an der Menge und das hat in den letzten 33 Jahren auch schon nicht funktioniert. Der Erzeuger ist derjenige der den Preis in der Hand hält

von Gerd Schuette

Da auch Börsenabsicherungen nicht vor Marktkrisen schützen (sie allenfalls glätten können), kann der MIV sie ja auch nicht als Marktkriseninstrument gemeint haben.

von Gerd Schuette

Danke MIV

die Umsetzung des %148 stellt alleine keine Absicherung gegen Marktkrisen dar. Das der MIV darüber hinaus Marktkriseninstrumente als notwendig erachtet, ist erfreulich.

von Christian Kraus

Machen wir es doch wie die Australier. Verträge über Menge und Preis UND der Rest kann frei an JEDE Molkerei gehandelt werden. Damit würde überhaupt erst ein Markt um die Milch entstehen. Alles was bisher diskutiert wurde war ja eher kosmetischer Natur. Die Verträge hätten nur für einen Teil der Milch gelten sollen aber auch auf die Restliche hätte nur die Molkerei das Monopol behalten. Nur die Molkereien hätten die Möglichkeit bekommen sollen die Milch je nach eigener Marktlage zu holen oder auch nicht aber den Bauern verwehrt an andere Molkereien zu verkaufen.

von Kirsten Wosnitza

Der MIV hat recht

Preise werden durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Und genau dort muss ein mengenwirksames Krisen Instrument auf EU Ebene ansetzen, um krisenhaftes Abstürzen der Rohmilch Preise in Zukunft zu verhindern. Genau so recht hat das Bundeskartellamt und die neue Studie. Marktwirtschaft braucht funktionierenden Wettbewerb. Das gilt auch für die Rohmilch.

von Rudolf Rößle

in unserer Molkerei

sind zwei wichtige Schritte angelaufen. 1. Preisverhandlungen mit den MEGs auf 2-3 Monate. 2. Erfassung der jährlich geplanten Milchmengen der Erzeuger Weitere sinnvolle Komponenten können folgen

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