MIV: „Verträge alleine machen keine Preise“

Der Milchindustrie-Verband (MIV) fasst zusammen, was Brüssel und Berlin in Bezug auf die Milchwirtschaft diskutieren: Während in Deutschland die Lieferbeziehungen ein kontroverses Thema bleiben, beschäftigt sich Brüssel mit Marktordnung und Brexit.

Der Milchindustrie-Verband (MIV) fasst zusammen, was Brüssel und Berlin in Bezug auf die Milchwirtschaft diskutieren: Während in Deutschland die Lieferbeziehungen ein kontroverses Thema bleiben, beschäftigt sich Brüssel mit Marktordnung und Brexit.

Deutschland: Lieferbeziehungen bleiben Thema
Der neugestaltete Artikel 148 der Gemeinsamen Marktorganisation in den EU-Mitgliedsstaaten sieht die Option vor, die Vertragsfreiheit zwischen Milcherzeuger und seiner Molkerei einzuschränken. In Deutschland erörtert das Landwirtschaftsministerium mit den Bundesländern diese Option. Der MIV erklärt dazu, dass Vertreter der Molkereiwirtschaft – genossenschaftliche wie private Unternehmen – keinen Nutzen sehen in gesetzlich vorgegebenen Vertragsinhalten hinsichtlich Preis, Menge und Dauer.

MIV-Vorsitzender Peter Stahl: „Verträge allein machen keine Preise. Die Preisschwankungen am Milchmarkt ergeben sich international durch Angebot und Nachfrage, auch als Ergebnis von Handelskriegen und Embargos: Diese Marktkräfte kann man in einem freien Markt nicht durch vorgegebene Vertragsinhalte ausschalten.“
Nationale Gesetze könnten wiederum die Qualität und Herstellung der Produkte verbessern. Das deutsche Produktrecht sollte daher angepasst werden, die Milchgüte-Verordnung wird modernisiert. Beide Gesetzesvorhaben sind wichtige Schritte und der MIV begrüße diese außerordentlich.
 
Brexit hat Folgen für den Milchmarkt 
Auf EU-Ebene geht es laut MIV einmal mehr um die Kürzung der Budgets der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) in Folge des Brexit und neuer Aufgaben für Brüsseler Behörden. Zweitens gehe es darum, den Mitgliedsstaaten bei der nationalen Agrarpolitik mehr Handlungsspielraum einzuräumen. Es zeichne sich ab, dass Kommissar Hogan mit seinen Vorschlägen für Einsparungen eine Mehrheit erreichen kann.

Der anstehende Brexit wird heftige Folgen für das Marktgeschehen auch bei Milcherzeugnissen haben. Das Vereinigte Königreich sei ein wichtiger Importeur nicht nur bei Joghurt und Butter, sondern auch bei Käse: So produziere Großbritannien sogar weniger Käse als es importiert. Insbesondere die irische Milchwirtschaft sei ein wichtiger Lieferant für den Inselstaat und muss sich ab April 2019 vielleicht verstärkt neue Exportdestinationen suchen. Stahl erklärt: „Wir hoffen immer noch auf eine politische Einigung, die einen harten Brexit ohne Abkommen vermeidet.“

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Artikel geschrieben von

Anke Reimink

Redakteurin Rinderhaltung

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Diskussionen zum Artikel

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von Willy Toft

Verträge, wo der Mindestpreis festgelegt ist, dann könnten die Meiereien nicht mehr unter Einstand die Milch anbieten!

Wenn alle Meiereien diese Verträge abschließen müssten, gebe es dort auch kein Gerangel um das billigste Angebot. Wie da weiter verfahren wird, kann man sich fast denken.....

von Karl-Heinz Mohrmann

Natürlich brauchen wir Verträge zwischen Milchbauernfamilien und Molkereien mit Preis Menge Qualität und Lieferzeitraum so wie es in der freien Wirtschaft üblich. Das dieCDC/CSU Politik diese jahrelange hinhaltetaktik mitmacht ist ein Hohn. So geht Politikverdrossenheit

von Gerd Uken

Nachtrag

3,5% der EU Menge dürfen gebündelt werden

von Matthias Zahn

Totschlagargumente!

Nuuuur nix ändern, was an der komfortablen Situation der Molkereien etwas ändern könnte. Das Problem ist nicht, dass England als Kunde wegfallen könnte, sondern das die Bauern die Milch, welche eigentlich dann nicht mehr gebraucht wird, weiter produzieren werden......

von Gerd Uken

Der Brexit hat ja auch folgen

für die MEG‘s Die Liefermenge darf nur .... der Gesamtmenge der EU betragen und wenn UK aus der Gemeinschaft Austritt verringert die sich dementsprechend.

von Martin Siekerkotte

Verträge

Mit Menge machen Preise.Der MIV vertritt die lukrativste Molkereien Privat Molkereien verdienen richtig gut das sie zu den reichsten Personen in Deutschland gehören Bei den Geno gehören Geschäftsführer zu den best bezahlten u auch das Ehrenamt wird sehr gut entschädigt warum sollten diese was anderes wollen. Artikel 148 sofort umsetzen

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