Milchpreise

MIV: Vorzeichen am Milchmarkt besser als vor einem Jahr

Vorsichtig optimistisch blickt der Milchindustrie-Verband in das neue Jahr 2019.

Der Milchindustrie-Verband (MIV) hat anlässlich seines Milchpolitischen Frühschoppens einen ersten Marktausblick auf das Jahr 2019 vorgenommen: „Grundsätzlich sind die Vorzeichen dieses Jahr besser als im Vorjahr. Allerdings ist es gerade schwierig, eine Prognose abzugeben angesichts der Fragezeichen, die immer noch mit dem Brexit verbunden sind“, führt Peter Stahl, Vorsitzender des Verbandes aus.

2018 war ein Jahr mit Höhen und Tiefen am Milchmarkt: Die Milcherzeugerpreise verbesserten sich erfreulicherweise im Jahresverlauf wieder, gleichzeitig stieg auch lange Zeit die Milchanlieferung. Erst durch die Dürre im Sommer kam es in einigen Teilen Deutschlands zu einer deutlichen Reduktion. Anfang 2019 liegt die Milchanlieferung rund 3,3 Prozent unter dem Vorjahr. Insgesamt wird für das Jahr 2018 wohl eine neue Rekordanlieferung an die deutschen Molkereien von schätzungsweise 32,4 Mio. Tonnen erreicht werden. Die EU-Milchanlieferung bewegt sich etwa auf Vorjahresniveau und zeigt einen ähnlichen Verlauf wie in Deutschland, jedoch nicht so stark ausgeprägt.

Milchpreis 2018 über Zehn-Jahres-Schnitt

Die deutsche Milchpreisschätzung für 2018 beträgt etwa 34,5 Cent/ kg (bei 4,0 Prozent Fett) im Durchschnitt. Damit liegt er unter den 36,2 Cent des Vorjahres, aber immer noch leicht über dem Zehn-Jahres-Durchschnitt. Nach dem schwachen Jahresstart kann das Gesamtergebnis noch als ordentlich bezeichnet werden, so der MIV. Getragen wurde die Entwicklung erstens durch die für lange Zeit gute Verwertung für Milchfett, zweitens hat insbesondere der Export den Markt entlastet. Die Exporte Deutschlands von Milchprodukten sind etwa auf dem hohen Stand von 2017 stabil geblieben, besonders die Ausfuhren von Käse und Magermilchpulver konnten ausgeweitet werden. Die Ausfuhren der EU für beide Produkte erreichten ebenfalls Rekordhöhen, berichtet der Verband weiter.

Die Ausgangslage zu Beginn des Jahres 2019 stehe unter wesentlich festeren Vorzeichen als das Vorjahr. Die Milchanlieferung werde in den nächsten Monaten nicht überproportional steigen. Das würden die Erfahrungen aus früheren Dürrejahren lehren, denn die Futtervorräte auf den Höfen seien vielerorts knapp. Der Verbrauch sei dagegen relativ konstant. Bei einigen Milchprodukten wie Butter habe die Nachfrage deutlich angezogen aufgrund des Weihnachtsimpulses und nachdem der Verbraucher spürte, dass die Preisspitzen vorbei waren. In den ersten elf Monaten von 2018 war der Absatz von Butter im Lebensmitteleinzelhandel zuvor um 6,1 Prozent zurückgegangen. Der Rückgang wurde laut MIV teilweise, aber nicht vollständig durch einen weiteren Absatzanstieg bei den Mischstreichfetten kompensiert.

Stabiles Marktbild im ersten Quartal

Die EU-Bestände an Magermilchpulver in der öffentlichen Lagerhaltung wurden um fast 90 Prozent gegenüber Jahresbeginn 2018 reduziert. In Deutschland wurden die Läger schon geräumt, EU-weit liegen noch 22.000 Tonnen zum Verkauf bereit. Der Milchpulvermarkt habe dennoch angezogen, auch dank der guten Auslandsnachfrage für Milcheiweiß, so der MIV. Auch wenn im Dezember bereits einige Molkereien Abschläge am Milchpreis vornehmen mussten, sollte sich laut MIV im ersten Quartal ein stabiles Marktbild ergeben.

Sorgen bereiten dem Verband die steigenden Kosten, sowohl auf Seiten der Erzeuger als auch auf Seiten der Molkereien. Gerade bei Energie, Verpackung und Entsorgung sind die Preise gestiegen. „Nicht bei allen Molkereien wurden schwarze Zahlen geschrieben“, so Eckhard Heuser, Hauptgeschäftsführer des MIV. Preiserhöhungen sind daher bei den nächsten Verhandlungen wichtig für alle Beteiligten der Wertschöpfungskette Milch.

Freihandel, Ölpreis, Brexit

Außerhalb Europas sind die Rahmenbedingungen teilweise mit Unsicherheiten behaftet. Für den Milchmarkt positiv zu bewerten ist die hohe Nachfrage Chinas auch nach europäischen Milchprodukten sowie das abgeschlossene Freihandelsabkommen der EU mit Japan. Belastend für den Milchmarkt waren, dass zuletzt Neuseeland wie auch die USA steigende Milchanlieferungen meldeten, was zu einer verstärkten Konkurrenz auf den internationalen Märkten führen kann. Dazu schwächten Ölpreise jüngst die Kaufkraft verschiedener Importländer und der starke US-Dollar setzt die Währungen verschiedener Schwellenländer unter Druck.

Auch geraten die Auswirkungen des anstehenden Brexits zunehmend in den Fokus. Immer noch besteht Unklarheit, womit die Marktbeteiligten ab März 2019 rechnen können. „Die Zeichen deuten auf einen harten Brexit hin, der zu Zöllen auf die verschiedenen Milchprodukte und aufwändigen Zollabfertigungen führen würde“, so Stahl. Dies dürfte sich vor allem auf den Käsemarkt in der EU negativ auswirken, da das Vereinigte Königreich ein großer Nettoimporteur von Käse ist. „Dies wird eine Herausforderungen für alle Europäer“, ist der MIV-Vorsitzende überzeugt. Insgesamt blickt er jedoch vorsichtig optimistisch in das neue Jahr 2019: „Am Weltmarkt für Milch waren zuletzt wieder festere Preissignale zu beobachten.“

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Artikel geschrieben von

Patrick Liste

Redakteur Rinderhaltung

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Diskussionen zum Artikel

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von Gerd Uken

Positive Zeichen am Milchmarkt

Butter steigt um 4€ und NMP um 3€/100 kg. Und das obwohl die Milchmenge leicht angestiegen ist.

von Gerd Uken

@ Hertel das hab ich mich auch gefragt

Knapp 34 Cent laut LTO Milchpreisvergleich und der Riese ist auch drunter geblieben. Aber der MIV schreibt ja auch „ geschätzt“ und man muss auch auflassen ob sie mit mit 4,2% F gerechnet haben!! Und immer alles auf den Brexit zu schieben.... der importierte Käse wird teurer ganz klar auch die irische Butter.... Welchen Schachzug Jan Anker da vor hat kann man nur erahnen mit den 450 Mio kg aus Irland

von Gerald Hertel

Der Durchschnitts Milchpreisschätzung 2018 34,5 Cent /kg??? wie kommen die darauf?? Ich habe eben im Top Agrar Milchpreisvergleich nachgesehen und da ist kaum die 34 Cent im 2018 überschritten worden. Ist das etwa eine Milchmädchen Rechnung :-)

von Steffen Hinrichs

Warum boykottiert

man nicht das Freihandelsabkommen mit Neuseeland ,das dieses Jahr noch kommen soll !

von Steffen Hinrichs

Der Erzeuger bleibt wieder auf den Kosten sitzen !

Durch die Dürre sind die Grundfutterkosten um ca. 25% gestiegen ,KF um ca. 18% usw. warum würden die Kosten nicht einfach weitergegebenen !

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