Hohe Betriebsmittelpreise

Molkerei Goldsteig setzt Verbot von Glyphosat aus

Die Goldsteig Käsereien erlauben bis auf Weiteres wieder den Einsatz von Glyphosat. Grund sind die stark gestiegenen Preise für Betriebsmittel. ​ ​

Die Gremien der genossenschaftlich geführten Goldsteig Käsereien Bayerwald GmbH in Cham haben einstimmig beschlossen, das vor vier Jahren eingeführte Verbot von Glyphosat bis auf Weiteres auszusetzen. Wie die Molkerei in einem Rundschreiben an die Lieferanten mitteilte, wolle man damit einen Entlastungsbeitrag leisten. In den letzten Wochen habe ich im Rahmen des Ukrainekrieges aber auch als mittelfristige Folge verschiedener Teuerungswellen die Lage auf den Beschaffungsmärkten zugespitzt. „Insbesondere Futtermittel, Kraftfutter oder auch Dünger haben im Preis stark angezogen und/oder sind generell knapp.“

Glyphosat könne bei Bedarf wieder verwendet werden, heißt es im Rundschreiben weiter. Die Regelung trete sofort in Kraft, Wartezeiten und Fristigkeiten bestünden nicht. Der künftige Umgang damit werde von der Entwicklung auf den betreffenden Märkten und von der politischen Situation (Stichwort: EU-weites Verbot) abhängen.

Kritik vom Bund Naturschutz

Der Bund Naturschutzes (BN) in Bayern kritisiert in einer Pressemitteilung die Entscheidung der Molkerei: „Statt die Landwirte, die in den letzten vier Jahren auch ohne Glyphosat zurechtkamen, wieder zu umweltschädlichem Verhalten zu animieren, könnte Goldsteig als wirkliche Unterstützung den Milchauszahlungspreis erhöhen. Damit können die Landwirte dann auch für die erbrachten Umweltleistungen über ihr Einkommen entlohnt werden.“

Von einer Entlastung der Landwirte durch den Glyphosateinsatz könne launt BN keine Rede sein. Die Bewirtschaftung ohne den Einsatz von Glyphosat, etwa durch mechanische Verfahren wie Feingrubbern oder Federzinkeneggen, verbrauche zwar mehr Diesel, die Mehrkosten belaufen sich bei vorhandener Technik aber auf nicht mehr als 20 oder 30 €/ha. Das entspreche in etwa den Kosten für die Glyphosatmittel – das Ganze sei also ein Nullsummenspiel.

Laut BN endet die Glyphosatzulassung am 15.12.2023. Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung sei ein Auslaufen zum Jahresende 2023 verankert. Derzeit laufe ein europäisches Wiederzulassungsverfahren für Glyphosat.

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