Corona-Krise

Molkerei Schwälbchen: Appell zur Milchreduktion

Die hessische Molkerei Schwälbchen appelliert an ihre Milcherzeuger, die Anlieferungsmenge um 20 % zu reduzieren. Grund sind die Corona-bedingten Verwerfungen am Milchmarkt.

Durch die starken Absatzrückgänge im Zuge der Corona-Krise kann die Molkerei Schwälbchen Jakob Berz AG aktuell die steigenden Rohstoffanlieferungen der Milchlieferanten nicht mehr adäquat vermarkten und appelliert daher an sie, die Milchmenge kurzfristig um 20 % zu reduzieren.

Großverbraucher weggebrochen

Das geht aus einem Rundbrief der Privatmolkerei aus Bad Schwalbach, der top agrar vorliegt, hervor. So würden weite Sortimentsteile des Schwälbchen Frischdiensts, der hauptsächlich Großverbraucher wie Gaststätten und Hotels beliefert, sowie der ethnische Großhandel große Einbußen verzeichnen. Die etwas bessere Situation im Lebensmitteleinzelhandel gleiche das bei Weitem nicht aus.

"Diese extreme, noch nie dagewesene Herausforderung belastet unsere Molkerei erheblich." Die Überschussmengen an Milch müsse man derzeit zu äußerst niedrigen Preisen am Spotmarkt abgeben, was eine erhebliche Verschlechterung der Gesamtverarbeitung bedeute.

Maßnahme nur solange Krisensituation

Als Basis für die Milchmengenreduktion wird die zweitägige Anlieferungsmenge im Monatsdurchschnitt März 2020 zugrundegelegt. Die Maßnahme solle nur solange die Krise anhalte gelten, heißt es abschließend.


Diskussionen zum Artikel

von Wilhelm Wackler

Mengenanpassung

Die Forderung einer politische Quote bringt gar nichts. Dazu ist unser demokratisches System viel zu langsam. Wenn eine schnelle Lösung gesucht wird, muß die europäische Milchwirtschaft (Genossenschaften und Erzeugergemeinschaften) im Interesse der Bauern die Erzeugung um 5 - 10 % ... mehr anzeigen

von Paul Lieb

zwei Milchpreise!!

In so einer Zeit wie jetzt, mit so einem Rundschreiben, wäre es doch am wirkungsvollsten, wenn für die 80% der Rohmilch, die über die bisherigen Absatzkanäle gut verkauft werden kann, der bisherige Auszahlungspreis weitergezahlt wird. Für alles was darüber hinaus gemolken und ... mehr anzeigen

von Gerd Uken

Spotmarkt ist schon ab Hof

Aber das würde ich auch favorisieren nur muss die Molkerei es auch umsetzen wollen

von Paul Lieb

von Gerd Uken

Falsch

Frei Rampe Großtechnik immer also hast Recht

von Paul Lieb

zwei Milchpreise!!

von Renke Renken

Denjenigen,

die meinen Kommentar mit Daumen nach unten kommentieren kann ich nur die Frage stellen, wie es mir betriebswirtschaftlichem Grundwissen aussieht. Wem hilft es, wenn wir den Markt jetzt wieder komplett in die Grütze fahren....... Mir ist schon klar, daß das mit Appellen an eine ... mehr anzeigen

von Renke Renken

Solange es

immer noch Milcherzeuger gibt, die lieber 1000 l Milch für 28 ct abliefern als 900 l für 35 ct wird dieser Appell wohl im luftleeren raum verhallen.........!

von Ottmar Ilchmann

Desaster mit Ansage

Es ist bestürzend, dass uns das völlige Versagen der gesamten Milchbranche, des Bauernverbandes und der Landwirtschaftsministerin bei der Entwicklung einer Sektorstrategie für die Milch so schnell auf die Füße fällt! Dass genau das aber irgendwann passieren würde, musste allen klar ... mehr anzeigen

von Rudolf Rößle

MIV

Er versagt auf ganzer Linie. Milchmengen müssen solidarisch zu anderen Molkereien gefahren werden, was zum Teil schon passiert und die Milchmengen müssen runter, schon aus Eigeninteresse. Sonst melken wir für 28 Cent. Wer weiß, was die Abschlüsse mit den Einkäufern in 2 Wochen noch ... mehr anzeigen

von Gerd Uken

@ Zahn

Das will aber keiner hören von den „ Komamelkern“ Manchmal ist etwas weniger auch mehr. Keiner weiß wie lange das noch dauern wird und wie schnell das Ganze dann anläuft. Wir bauen wiederBerge auf die wir vor uns her schieben und den Rohmilchpreis niedrig halten. Ich weiß ... mehr anzeigen

von Peter Guhl

Freiwillig?

Das ganze System hat dafür gesorgt, dass bereits viele Jahre die Milcherzeugungskosten im Durchschnitt der Betriebe nicht gedeckt sind. Von Rücklagen, die solch Handeln überhaupt ermöglichen würden gar nicht zu reden! Alle guten Vorschläge zur Systemänderung und Krisenvorsorge ... mehr anzeigen

von H. Bogen

Hab da mal Fragen

Warum eigentlich entschädigungslos? Die Industrie bekommt schließlich auch Kurzarbeitergeld warum also soll der Landwirt also nicht auch etwas bekommen für eine nicht erbrachte Leistung wir zahlen doch schließlich auch Steuern. Was würden Sie als Bedarf heranziehen? Sollte dann in ... mehr anzeigen

von Matthias Zahn

Keine Solidarität

Würde man jetzt europaweit agieren würden wahrscheinlich 2-3 % weniger genügen um den Markt ins Lot zu bringen. Da wir Bauern aber ein Haufen Egomanen sind, lassen wir unsere Berufskollegen lieber allein und begnügen uns damit, dass es uns nicht trifft......

von H. Bogen

Richtig erkannt

deshalb hilft hier auch keine Freiwilligkeit sondern nur die Einführung einer Quote für alle europaweit. Sonst bleibt den Betrieben doch gar nichts anderes übrig um Ihre Liqiudität zu erhalten als weiter auf Teufel komm raus zu liefern damit sie wenigsten des abstürzenden ... mehr anzeigen

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